Torhüter Ricky Dos Santos Ribeiro und die Königsborner Futsaler ziehen sich aus der Regionalliga zurück. © Manuela Schwerte
Futsal

Regionalliga-Aus: Königsborner SV zieht Futsal-Team zurück – und muss kräftig zahlen

Der Königsborner SV hat sein Futsal-Team aus der Regionalliga zurückgezogen. Die Hallen-Ballakrobaten waren fünf Jahre für den KSV aktiv. Zuletzt stand nur noch ein Rumpfteam auf dem Parkett.

Das am höchsten spielende Futsal-Team am Hellweg hat sich vom Spielbetrieb abgemeldet. Der Königsborner SV hat seine Mannschaft in der Futsal-Regionalliga nach nur drei Spieltagen zurückgezogen.

Sportlich war die Mannschaft nicht wirklich konkurrenzfähig: Die ersten beiden Spiele gingen zweistellig an den Gegner: Auf die 1:11-Auftaktniederlage gegen den UFC Münster folgte eine 2:13-Pleite bei den Holzpfosten Schwerte. Gegen die Cherusker Detmold trat der KSV am vergangenen Samstag (2. Oktober) nicht mehr an. Die Partie wurde mit 0:5 aus Königsborner Sicht gewertet. Jetzt werden alle Partien aus der Wertung genommen.

Der Grund für den Rückzug: Spielermangel: „Für das nächste Spiel hätte ich nur fünf Mann gehabt“, klagte Paulo Olivera. Eigentlich ist der Kader zwölf Spieler groß. Doch Sperren, Verletzungen, Absagen und Urlaube ließen die Personaldecke immer weiter schrumpfen. „Ohne Leute können wir nichts machen“, sagte Olivera. Nach nunmehr fünf Jahren – Futsal gab es in Königsborn seit 2016 – ist das Projekt vorerst beendet.

Die Futsal-Mannschaft war zu klein

„Das ist eine tolle Truppe gewesen“, sagte Jens Dolch, Geschäftsführer der Königsborner Fußballer. Nach dem Sprung aus der Westfalenliga 2019 in die Regionalliga machte Corona den Futsalern aus Unna zunächst einen Strich durch die Rechnung. Lange mussten sie warten auf ihr erstes Spiel. Nach nur zwei Spieltagen in der zweithöchsten Spielklasse ist jetzt aber Schluss. „Es hat aber personell nicht mehr hingehauen“, so Dolch. Der Vorschlag des Rückzuges sei aus Mannschaftskreisen gekommen, nicht aus dem KSV-Vorstand, was Olivera so bestätigte.

Staffelleiter Friedhelm Spey erhielt bereits am Sonntag, 3. Oktober, den Anruf über den Rückzug, am Montag ging er dann auch schriftlich bei ihm ein. Der Rückzug wird nicht gerade billig für die Futsaler: Ein Nichtantritt auf Regionalliga-Niveau kostet 400 Euro. Beim zweiten Mal hätte sich die Summer sogar verdoppelt. Da lohnte sich die zusätzliche Strafe von 600 Euro für den Rückzug finanziell sogar eher. „Der Verein hat dann die Reißleine gezogen“, so Spey.

1000 Euro Strafe für Nichtantritt und Rückzug

Insgesamt beträgt die Rechnung des Westdeutschen Fußballverbandes nun 1000 Euro. „Das ist nicht gerade das Taschengeld eines Neunjährigen“, scherzte Dolch über die hohen Kosten von Verbandsseite.

Nach CF Deportivo ist die Mannschaft des Königsborner SV schon die zweite aus der Kreisstadt, die nach der Corona-Pandemie aus dem Ligenbetrieb verschwunden ist. Die nächsten Vereine sind die Holzpfosten Schwerte sowie der VfR Sölde.

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Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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