Abstieg in die C-Liga - „Es war ein bisschen vorhersehbar, dass es so kommt“

rnWerner SC II

Das Fußball-Reserveteam des Werner SC ist abgestiegen. Schon wieder. Jetzt spricht der Trainer, Henrik Schmidt. Ein Neuanfang in der Kreisliga C macht für ihn und sein Team wohl keinen Sinn.

von Marcel Schürmann

Werne

, 14.05.2019, 17:16 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zuletzt hatte Henrik Schmidt, Trainer der Reservemannschaft des Werner SC, wohl schon eine Vorahnung. „Es war ein bisschen vorhersehbar, dass es so kommt. Das ist gerade keine Situation, von der wir groß überrascht wurden“, sagt der Coach mit ein bisschen Abstand zum Sonntag - dem Tag, an dem endgültig feststand: Der WSC II wird innerhalb von zwei Jahren das zweite Mal absteigen.

Der Grund für den freien Fall von der Kreisliga A in die C? Für Schmidt eindeutig „die fehlende Qualität im Kader“. Gerade für die Spieler sei es schade: „Wir hatten vier Spieler dabei, die letzte Saison noch Kreisliga A gespielt haben. Wir haben im Sommer 2018 einfach gedacht, dass es in der Kreisliga B klappen kann. Aber es hat nicht geklappt und das müssen wir jetzt akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.“

Kein Vorwurf an die Erste

Der Doppelabstieg ist also besiegelt. Dass der Noch-B-Ligist in der Rückrunde - im Vergleich zur Hinrunde - kaum noch Unterstützung aus dem Landesligakader der ersten Mannschaft bekommen hat, sieht Schmidt nicht als Problem beziehungsweise Ursache für den Abstieg an: „Es gab im Vorfeld klare Absprachen. Mit Lars (Müller, Trainer der ersten Mannschaft, Anm. d. Red.) war auch alles abgesprochen, dass wir wenn überhaupt nur Unterstützung bei Heimspielen bekommen. Die Erste geht nun mal vor, ganz klar.“

In der Hinrunde ging der Plan mit der Landesliga-Unterstützung eh nicht so recht auf. „In den Spielen, in denen wir Hilfe von der Ersten bekommen haben, haben wir trotzdem verloren, oft nur mit einem Tor Unterschied. Es waren viele unglückliche Ergebnisse dabei“, sagt Schmidt.

Abstieg wäre vermeidbar gewesen

Dabei wäre es laut dem Trainer ein Einfaches gewesen, den Abstieg zu vermeiden: „Wenn man sich nur die beiden Spiele gegen unsere Dritte anguckt, die wir beide verloren haben. Dass uns Werne III einfach so gewinnen lässt, kam eh nie in Frage und wäre auch Wettbewerbsverzerrung gewesen. Dennoch ist es ziemlich ungünstig, gegen die eigene Dritte sechs Punkte abzugeben.“ Sechs zusätzliche Punkte und der WSC II hätte noch immer eine reelle Chance auf den Ligaverbleib.

Ob das Team in der kommenden Saison unter dem Namen Werner SC III in der Kreisliga C antritt, steht - Stand jetzt - noch in den Sternern. Fakt ist: Die aktuelle Dritte, die den Klassenerhalt in der Kreisliga B bereits souverän gesichert hat, wird in der Saison 2019/20 zur zweiten Mannschaft befördert. „Es gibt noch keine klare Absprache mit dem Verein, wie es weitergeht. Wir müssen gucken, ob sich genügend Spieler für eine dritte Mannschaft finden. Krampfhaft einfach eine Mannschaft stellen - so wie in diesem Jahr - ist sicherlich nicht die Ideallösung“, so Schmidt.

Trainerduo gibt Posten auf

Auch die Zukunft des Trainerteams um Schmidt und Volker Schuch ist unklar. Als Trainer in der C-Liga steht das Duo dem Verein zumindest nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben dem Verein schon mitgeteilt, dass es unter all diesen Umständen keinen Sinn macht, eine dritte Mannschaft zu stellen. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren viel Herzblut in die Mannschaft gesteckt. Aber ein Antreten in der C-Liga bringt weder uns Trainer, noch die Spieler weiter“, sagt Schmidt.

Definitiv Schluss ist aber auch nicht. „Ich persönlich bin jahrelang im Verein, habe hier die ganze Jugend über gespielt. Für mich ist es viel einfacher, nach Werne zu fahren als woandershin. Der Verein muss jetzt auf uns zukommen“, zeigt Schmidt öffentlich zumindest große Bereitschaft, dem Werner SC treu zu bleiben - in welcher Rolle auch immer.

Schmidts letztes Heimspiel

Am Sonntag, 19. Mai, steigt für die WSC-Reserve das letzte Heimspiel der Saison gegen Wacker Mecklenbeck III. Zumindest vorerst wird es die letzte Partie für Schmidt an der Seitenlinie des Werner Kunstrasens sein. In der Woche darauf geht es zum Saisonabschluss zum SV Herbern III. „Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende spielen und wieder ein bisschen Spaß haben“, so Schmidts Zielsetzung für das Restprogramm.

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