Cajus Cramer: „Man kriegt Gänsehaut, wenn die Halle bebt“

rnBasketball 2. Regionalliga

Cajus Cramer ist eine Identifikationsfigur der LippeBaskets Werne. Und ein Führungsspieler. Das bewies er beim Heimsieg gegen den Meister BSV Wulfen. Dazu haben wir ihn interviewt.

Werne

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit 88:86 besiegten die LippeBaskets Werne am Samstag den BSV Wulfen - der trotzdem in der Werner Ballspielhalle die Meisterschaft in der 2. Regionalliga feierte. Mitverantwortlich für den Achtungserfolg war Flügelspieler Cajus Cramer (24), der im letzten Viertel Verantwortung übernahm und zwischenzeitlich richtig heißlief. Im Interview fragten wir ihn nach seiner Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und den Einfluss der 600 Zuschauer.

Herr Cramer, Sie haben im vierten Viertel das Kommando übernommen. Sind Sie jemand, der gerne Verantwortung übernimmt?
Ja, auf jeden Fall. Ich weiß, wie es für junge Spieler ist, weil ich schon in Werne gespielt habe, als wir noch mehr Importspieler hatten, wo man ein Rollenspieler war. Da konnte ich schon Erfahrung sammeln. Jetzt übernehme ich gerne Verantwortung.

Zuvor waren Sie im Spiel nicht so auffällig. Zeichnet es einen Führungsspieler aus, dass er in der Schlussphase zur Stelle ist?

Da hatten wir in der Vergangenheit ja Probleme. Wir haben zu viel gepasst und haben Probleme mit der 24-Sekunden-Uhr bekommen, weil keiner geworfen hat. Jordan Rose braucht auch Hilfe, das kann jeder von uns.

Hätte Ihr Team die Partie noch gewonnen, wenn Sie dort nicht so viel getroffen hätten?
Das ist schwer zu sagen. Fred (Frederic Meinert, Anm. d. Red) ist ja auch einer, der immer in der Ecke lauert. Die Zuschauer haben uns ja auch enorm gepusht.

Sie sprechen das Publikum an. Welchen Einfluss hatten die 600 Zuschauer in der Halle auf Sie?

Das hat einen enormen Eindruck gemacht. Das trägt einen. In den ersten Jahren ist man da sehr nervös, da kann man nicht frei aufspielen. Jetzt genießt man es und kriegt Gänsehaut, wenn die Halle bebt.

Kurz vor Schluss musste Ihr Team nochmal zittern. 0,1 Sekunde war noch auf der Uhr, als Jordan Rose einen Wulfener beim Dreier foulte und der BSV mit drei erfolgreichen Freiwürfen das Spiel in die Verlängerung hätte schicken können. Wie nervös wurden Sie da?

Ehrlich gesagt habe ich da nicht so richtig drüber nachgedacht. Ziel war es, frühzeitig zu foulen, aber nicht beim Wurf. Jordan mache ich aber keinen Vorwurf.

Die LippeBaskets haben das Spiel gewonnen, aber Wulfen trotzdem die Meisterschaft. Was sind das für Gefühle, wenn man den Gegner in eigener Halle die Meisterschaft feiern sieht?
Ich fands gar nicht so schlimm. Unser Ziel war es ja nur, unter die ersten Fünf zu kommen, und nicht, um den Aufstieg mitzuspielen. Das sieht ja auch gut aus. Nach dem Spiel hat man es ihnen auch gegönnt.

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