Corona-Krise: Eintracht Wernes Coach Mario Martinovic geht davon aus, „dass die Saison beendet ist“

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Wie es nach der Zwangspause durch das Coronavirus weitergeht im Fußball, ist nicht absehbar. Mario Martinovic erklärt, wie die Evenkämper die Situation handhaben - auch mit Blick auf die neue Saison.

Werne

, 24.03.2020, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus legt das öffentliche Leben zu weiten Teilen lahm, auch der Amateurfußball pausiert. Offiziell ist die Fortsetzung der Saison bis zum 19. April ausgesetzt, doch ob es dabei bleibt, ist unklar. Eintracht Wernes Trainer Mario Martinovic rechnet nicht mehr damit, dass die Spielzeit weitergespielt werden kann. „Momentan gehe ich davon aus, dass das Jahr beendet ist“, erklärt Martinovic. „Da wurde ja gesagt, dass es Mitte April weitergehen soll, aber die Lage verschlechtert sich ja eher, als dass sie sich verbessert. Sogar in der Bundesliga weiß keiner, wie es weitergeht und es gibt große finanzielle Sorgen. Ich habe das Gefühl, das wird nichts mehr.“

Dass diese Situation sich auf die Bundesligisten mit ihren extravagant hohen laufenden Kosten beschränkt, glaubt er nicht - auch dem Amateurfußball stünden Einschränkungen bevor. „Das ist ein Rattenschwanz, der von oben nach unten geht“, meint Martinovic. „Dann sind meistens die kleineren Vereine größer davon betroffen als die finanzstarken, und daher wird es Schwierigkeiten geben.“

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Seinen Spielern hat er unterdessen auch keine festen Fitness-Vorgaben gestellt, an die sie sich zu halten haben. „Das macht jeder für sich. Man kennt seine Jungs. Der eine oder andere ist immer fleißig, der eine oder andere wird etwas mehr die Beine hochlegen“, sagt Martinovic schmunzelnd. „Aber man kann nichts planen, was soll ich die Jungs dann mit einem Trainingsplan durch die Gegend schicken. Richtig komplett runterfahren ist auch nicht, aber mein Gefühl sagt mir, es wird schwierig, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.“

Ungewisse Situation durch Coronavirus

Die ungewisse Situation wirkt sich auch auf die Planungen der Evenkämper für die neue Spielzeit aus. Denn unabhängig davon, wann es weitergeht - ohne Kicker auf dem Platz wird die Rückkehr zur Normalität im Spielbetrieb schwierig. „Die Zeit kann man gerade gut nutzen, wir sind da fleißig“, berichtet Martinovic, der sich aber vor der Deadline Ende Juni nicht voll in die Karten schauen lassen will. „Wir warten immer den 30. Juni ab. Zusage ist Zusage, aber wer am 1.7. auf der Matte steht, den hat man auch wirklich fest dabei.“

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Die Eintracht möchte das Team, das in der zur Zeit unterbrochenen Saison 2019/2020 aktuell auf Rang vier steht, allerdings auch zwei Spiele weniger absolviert hat als das Top-Trio, grundsätzlich zusammenhalten. „Mit unseren Leuten sind wir sicher“, sagt Martinovic. „Der Kern bleibt.“ Zu diesem Kern gehört auch in der nächsten Saison Kapitän Enes Akyüz, der in dieser Spielzeit gemeinsam mit seinen Teamkollegen Abdullah Sahin und Serkan Adas den torgefährlichsten Dreizack der Liga (zusammen 41 Saisontreffer) stellt.

Kapitän Enes Akyüz bleibt bei der Eintracht an Bord.

Kapitän Enes Akyüz bleibt bei der Eintracht an Bord. © VISIONS2YOU

Wann diese nächste Saison beginnt, ist derzeit ebenso wenig absehbar, wie ein möglicher Fortlauf der aktuellen. Langeweile kommt bei Martinovic aber auch in Zeiten der Corona-Krise nicht auf. „Ich bin Gott sei Dank von der Arbeit her noch nicht betroffen“, berichtet der Eintracht-Coach. „Der Ablauf ist so noch normal, nur die Hobbies sind total eingeschränkt. Ich bin die meiste Zeit zuhause oder auf der Arbeit. Ich bin echt froh, dass ich da raus kann. Ich hoffe, es geht so weiter.“

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Die Einschränkungen der sozialen Kontakte würden schließlich jeden treffen. „Man war das ganze Leben mit dem Sport beschäftigt und das fehlt halt. Aber für mich gilt wie für jeden anderen: Es heißt, sich ein bisschen am Riemen zu reißen, an die Mitmenschen zu denken und die Zeit so gut wie möglich zu überstehen.“

Die Bonus-Freizeit in der Sportpause nutzt Martinovic derweil nicht nur zur Kaderplanung. „Ich habe einen Vierjährigen zuhause, das ist schön, dass ich etwas mehr Zeit mit dem Kleinen verbringen kann“, nennt Martinovic einen weiteren Grund dafür, dass ihm derzeit nicht langweilig wird: „Der lässt einem nicht viel Raum für Pause.“

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