Das Kreissportgericht äußert sich zu Serkan Adas: „Spucken ist das absolute No Go!“

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Für lange Zeit hat das Kreissportgericht Serkan Adas von Eintracht Werne gesperrt. Beim Verein und dem Spieler selbst stößt das auf Unverständnis. Nun äußert sich der Vorsitzende des KSG.

Werne

, 03.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich zwei Fälle hatte das Kreissportgericht des Fußballkreises Unna-Hamm nach dem Kreispokal-Halbfinale zu verhandeln. Auf der einen Seite war da Serkan Adas von Eintracht Werne, der seinen Gegenspieler bespuckt haben soll. Auf der anderen Seite ist da Samet Akyüz von IG Bönen, der nach dem Abpfiff eine Rote Karte für eine Kopfnuss kassierte.

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Die Urteile fielen sehr unterschiedlich aus. Während Akyüz nur für fünf Wochen gesperrt wurde, muss Adas insgesamt ein halbes Jahr zuschauen. Ein großer Unterschied zwischen der Beurteilung zweier grober Unsportlichkeiten. Bei Eintracht Werne sorgte Adas‘ Urteil für Unverständnis. Sechs Monate seien übermäßig viel, so Eintrachts Trainer Mario Martinovic.

„Das ist ja schon nochmal ein Unterschied“

Nun äußert sich der Vorsitzende des Kreissportgerichts, Michael Zahorodnyij. Er erklärt zuerst, warum Akyüz im Vergleich „nur“ fünf Wochen Sperre kassierte. „Die Zeugenaussagen waren so, dass er ihm keine Kopfnuss im wörtlichen Sinn gegeben hat, sondern Kopf an Kopf mit einem Spieler stand. Das ist ja schon nochmal ein Unterschied.“

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Adas Tätlichkeit allerdings sei „ein absolutes No Go“, so Zahorodnyij: „Ich bin ja selbst Funktionär in meinem Verein und war auch lange Fußballer. Aber sowas habe ich in meiner ganzen Laufbahn nie erlebt. Spucken ist schon wirklich unterste Schublade.“

Eine weitere wichtige Unterscheidung: Serkan Adas traf seinen Gegner. „Er hat ihm ins Gesicht gespuckt. Wenn er ihn nicht getroffen hätte, hätte er vielleicht noch ein bisschen weniger Strafe bekommen. Aber so haben wir uns für sechs Monate entschieden.“

Das Urteil sei aber nicht einfach so gesprochen worden. „Wir haben da lange drüber diskutiert, weil wir uns natürlich bewusst sind, was das für den Spieler bedeutet. Aber wir haben am Ende diese Entscheidung einstimmig gefällt“, erklärt Zahorodnyij.

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Dass das Urteil für den Verein hart wirkt, kann der Vorsitzende nachvollziehen. Und er hält die Tür offen für einen Ausweg: „Ich habe das Eintracht Werne auch ganz klar gesagt: Man kann nach drei Monaten durchaus reden. Vielleicht setzen wir das Urteil dann zur Bewährung aus. Das kann man immer noch sehen, wenn es so weit ist.“ Die Evenkämper hatten bereits angekündigt, über einen Einspruch nachdenken zu wollen. Noch ist da aber wohl keine Entscheidung gefallen.

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