Das muss beim Vereinswechsel beachtet werden

Fußball: Transfers im Winter

Die Wunschzettel sind geschrieben - auch von Trainern, Funktionären und Sportlern. Bei dem einen steht ein neuer Stürmer ganz oben, bei dem anderen ein ganz neuer Verein, weil er sich irgendwie nicht mehr wohlfühlt. Vom 1. bis 31. Januar ist das Transferfenster offen. Wer wann wechseln kann und was dafür getan werden muss: Fragen und Antworten zum Thema Wechselfristen.

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, 02.12.2015, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu welchem Zeitpunkt können Amateurfußballer den Verein wechseln?

Die Fußballer haben feste Fristen, an die sie sich halten müssen. Das erste Transferfenster ist vom 1. Juli bis zum 31. August geöffnet (Wechselperiode I). Aber auch vom 1. bis zum 31. Januar (Wechselperiode II) können Vereine nachrüsten. Ein Amateurfußballer, der im Winter seinen Verein verlassen will, muss sich dort bis zum 31. Dezember abmelden.

Reicht es, wenn sich der Spieler mündlich oder per E-Mail bei seinem alten Verein abmeldet?

Nein! Die Abmeldung muss per Einschreiben erfolgen, damit im Zweifel nachgewiesen werden kann, dass die Abmeldung rechtzeitig erfolgt ist. Entscheidend für die Abmeldung ist das Datum des Poststempels.

Ist der Spieler sofort spielberechtigt, wenn er sich im neuen Verein angemeldet hat?

Nicht unbedingt. Stimmt der abgebende Verein dem Wechsel zu und erhält er die Entschädigungszahlung, kann der Spieler theoretisch sofort spielberechtigt sein. Ein kleiner Haken der Zahlung: Im Sommer ist die Ablösesumme festgeschrieben. Die Summen hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) festgeschrieben. Im Winter sind die Ablösesummen verhandelbar.

Wie genau sind die sogenannten Ausbildungsentschädigungen gestaffelt?

Bei Wechseln innerhalb der Kreisliga sind laut FLVW 250 Euro als Ablösesumme fällig. Je höher es in den Ligen geht, desto höher wird auch die Entschädigungszahlung. Innerhalb der Landesliga werden 750 Euro fällig. In der Bezirksliga werden 500 Euro aufgerufen.

Wie ist das genaue Wechselprozedere im Winter?

Der Spieler muss sich bis zum 31. Dezember bei seinem alten Verein abgemeldet haben. Anschließend beginnt eine 14-tägige Frist, in der der abgebende Verein den Pass des Spielers an den neuen Verein übergeben muss. Innerhalb dieses Zeitraums muss der Spieler auch Mitglied seines neuen Vereines werden. Sobald der Pass des Spielers beim zuständigen Landesverband vorliegt, erteilt dieser automatisch die Spielberechtigung für Freundschaftsspiele.

Also ist Spielberechtigung nicht gleich Spielberechtigung?

Richtig! Die Freigabe für Pflichtspiele erfolgt im Normalfall erst nach Entrichtung der Ausbildungsentschädigung. Ist diese Freigabe nicht erteilt, ist der Spieler erst nach sechs Monaten für Pflichtspiele seines neuen Vereins spielberechtigt. Anders stellt sich die Situation dar, wenn das letzte Spiel - egal, ob Pflicht- oder Freundschaftsspiel - des Spielers sechs Monate oder länger zurückliegt.

Was passiert, wenn der alte Verein den Pass zu spät herausgibt?

Dann verliert der Klub nach den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes sein Recht auf Ausbildungsentschädigung. Außerdem erhält der Spieler automatisch die sofortige Freigabe für Pflichtspiele in seinem neuen Verein.

Rechtzeitig abmelden

Wenn der Spieler sich nicht rechtzeitig abmeldet, kann er dann trotzdem noch den Verein wechseln?

Die einzige Möglichkeit, die ein Spieler dann noch hat, ist bis spätestens zum 31. Januar einen Vertrag zu unterschreiben, der ihn zu einem Berufsspieler macht. Früher wurden Berufsspieler als Vertragsamateure bezeichnet. Der Spieler ist trotz des Vertrages auf die Zustimmung seines alten Vereines angewiesen.

Gibt es keine Möglichkeit, diese Wartefrist zu umgehen?

Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband (WFLV) benennt zwei Ausnahmen, bei denen die Wartefrist entfallen kann. Wenn der Spieler zu Studienzwecken den Wohnort wechselt, oder wenn er den "Aufenthaltsort aufgrund behördlicher Bestimmungen wechseln muss". Dann setzt die sechsmonatige Zwangspause aus. "In beiden Ausnahmefällen ist die Rückkehr nur zum alten Verein möglich", schreibt der WFLV. Diese müsse "innerhalb eines Monats nach Aufgabe des Wohnsitzes oder Beendigung der behördlichen Maßnahmen erfolgen".

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