Der lange Weg des Aschebergers Markus Holtmann (27) in die Fußball-Westfalenliga

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Wie Fußballspieler können auch Schiedsrichter pro Saison aufsteigen. Dafür müssen sie entsprechende Noten erreichen. Für Markus Holtmann (27) hat es gereicht - wenn auch nur knapp.

Herbern

, 20.09.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende reichte die Note 8,4: Seit dieser Saison darf der Ascheberger Markus Holtmann in der Westfalenliga pfeifen. Der 27-Jährige ist Schiedsrichter für den SV Herbern. Die Note war eine Punktlandung für Holtmann - denn genau diese 8,4 brauchte er, um überhaupt aufsteigen zu dürfen.

„Zum Vergleich ist eine 8,4 ein fehlerlos geleitetes Spiel“, erklärt der Ascheberger. Fünf Jahre lang hat er den Aufstieg in die Westfalenliga versucht, immer wieder ist er kurz gescheitert. Denn als Schiedsrichter muss man neben der Note noch andere Kriterien erfüllen, um überhaupt aufsteigen zu können. So kann man nur aufsteigen, wenn man in seinem Kreis als Team-Schiedsrichter beim Verband gemeldet ist. Früher hieß diese exklusive Gruppe Förderkader oder Perspektivteam.

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Verantwortlich für die Meldung dort ist der Schiedsrichterausschuss des jeweiligen Kreises, in diesem Fall der Kreis 24 Münster-Warendorf. Vier Plätze hat der Kreisschiedsrichterausschuss jedes Jahr zu vergeben. Im vergangenen Jahr war Markus Holtmann einer der glücklichen. „Wir wollen damit jedem die Chance geben, in den Kader berufen zu werden“, erklärt der Vorsitzende Philipp Hagemann. Markus habe sich für das Team durch gute Leistungen empfohlen, „und weil wir ihm das Glück und Können zugetraut haben, aufzusteigen“, so Hagemann.

In diesem Jahr habe man den 27-Jährigen bewusst nicht in das Team berufen. Zum einen, um auch anderen Schiedsrichtern im Kreis mit rund 280 Referees zu geben. Zum anderen, damit der Ascheberger sich erst mal in der Liga zurechtfindet. „Es soll sich erst mal in die neue Saison und Spielklasse einfinden“, meint der Vorsitzende des Kreises Münster, der selber Landesliga pfeift. Das solle nicht bedeuten, dass Markus Holtmann nicht später noch mal in das Team für den möglichen Oberliga-Aufstieg berufen werden kann.

Langer Weg in die Westfalenliga

25 Schiedsrichter aus dem gesamten Verband waren mit dem Herberner Schiedsrichter im Team C für den Westfalenliga-Aufstieg. Nur sieben haben letztlich den Aufstieg geschafft. Achtmal wurde Holtmann beobachtet in der vergangenen Saison, das letzte Mal am 7. April beim Spiel SuS Kaiserau gegen den SV Wacker Obercastrop in der Landesliga 3. Dort erreichte er eine 8,6. Von seinem Aufstieg erfahren hat er aber erst am 19. Juni nach der Verbandsausschusssitzung. „Mir war aber schon vorher bewusst, dass das klappen könnte“, sagt er.

Der Weg in die Westfalenliga war ein langer. „Ich habe zu pfeifen angefangen, weil es mit den fußballerischen Fähigkeiten bei mir eher begrenzt ist“, erklärt er mit einem Lachen. Seit 2006 ist Holtmann Schiedsrichter, drei Jahre hat der Aufstieg in die Kreisliga A gedauert. Die Bezirksliga folgte 2011, die Landesliga 2014. Nun also die sechsthöchste Spielklasse Deutschlands. Damit ist er von den sieben Herberner Schiedsrichtern, der mit der höchsten Spielklasse. Das erste Spiel dort hat er am 3. Spieltag gepfiffen: SV Spexard gegen VfL Thesen in Ostwestfalen.

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„Das Spieltempo ist schon höher“, sagt der Schiedsrichter, der auch in der Oberliga als Assistent an der Linie steht. „Die Spieler gehen noch ehrgeiziger vor und sind abgezockter im Umgang mit dem Schiri“, meint Holtmann. Sie würden mehr austesten, wie weit sie gehen können. Die erste Aufregung im Spiel sei normal gewesen und habe sich schnell gelegt.

Anderen Schiedsrichtern empfiehlt der 27-jährige Ascheberger, gute Leistungen auf dem Platz zu zeigen und möglichst viele Spiele zu pfeifen. Auch ein guter Kontakt zum Verband sowie eine intensive Vorbereitung auf die Beobachtungsspiele sei gut: „Also samstags abends zu Hause bleiben oder nichts trinken.“

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