Der Stockumer Alois Kreienbaum feiert seinen 90. Geburtstag

Jubiläum

Alois Kreienbaum ist ein Urgestein des Stockumer Fußballs. Er gehörte 1947 zu den Gründungsvätern des DJK Grün-Weiß Stockum, der heute als SV Stockum im Ligabetrieb der Kreisliga A auf den Platz. Am Donnerstag, 10. September 2015, wird Alois Kreienbaum 90 Jahre alt. Sein Herz für den Fußball hat nie aufgehört zu schlagen.

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, 10.09.2015, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleines Feld überstreut mit feinem Sand lag inmitten des Hammer Westens. Auf beiden Seiten ragten hohe Holzpfeiler aus dem Boden. Ein dünner Strick am oberen Ende stellte die einzige Verbindung zwischen ihnen dar. Zwei provisorische Tore. Die ersten Tore, auf die Alois Kreienbaum als Vereinsspieler schoss.

Kreienbaum war schon immer ein Fußballfan. Mit seinen Freunden vom katholischen Sportverband fasste er 1947 einen Entschluss. Ein Verein sollte her. Im September des selben Jahres war es dann soweit. „Für uns war das natürlich ganz neu. Wir waren ein Club von Männern, die einfach gerne gepöhlt haben,“ sagt Kreienbaum.

Bauen und Pöhlen

Gepöhlt haben sie dann erst mal drei Jahre auf fremden Plätzen. Denn den Stockumer Platz gab es zu dieser Zeit noch nicht. Deshalb stand in der Anfangszeit auch mehr Bauarbeit als Ballarbeit auf dem Trainingsplan. „Es war das Gelände des ehemaligen Hofes Stockum. Da waren teilweise sogar noch Burggräben, die wir zuschütten mussten. Das war jede Menge Arbeit“, erklärt der 90-Jährige.

Drei Jahre bauten die Fußballer mit Hilfe der Gemeinde an der Heimanlage. 1950 war sie dann endlich fertig. Gegen Herringen fand das erste Spiel auf der eigenen Anlage statt. Am Ende stand es 5:3 für die Auswärtsmannschaft. Danach folgte eine wahnsinnige Siegesserie. „Zwei Jahre haben wir dann kein Heimspiel mehr verloren. Wir waren eine Festung“, sagte Kreienbaum.

Die Festung brachte den Aufstieg. Von der zweiten Kreisklasse kletterte Stockum in die erste. Das entscheidenden Spiel gewannen die Fußballer 1953 gegen Ascheberg. Endergebnis: 3:1. „Das ist eines der schönsten Spiele, an das ich mich erinnere“, schwärmt der Fußballfan.

Doch es gab auch negative Erlebnisse in seiner Laufbahn. In den 60er Jahren, Kreienbaum hatte seine aktive Laufbahn zu dieser Zeit schon beendet und fungierte von da an im Vorstand, stand der Verein kurz vor seiner Auflösung. Denn nach einer endlosen Folge von Niederlagen verloren die Fußballer kurzzeitig den Mut. „Ich habe damals mit allen gesprochen. Irgendwann habe ich gesagt, wenn wir die nächsten drei Spiele verlieren, lösen wir uns auf“, sagt Kreienbaum.

Es folgten drei Siege. Stockum war wieder in der Spur. 1974 ging es dann sogar noch einmal eine Liga hoch. In den Aufstiegsspielen gegen Davensberg sicherten sich die Stockumer mit einem 3:1 und einem 5:2 den Sprung in die Bezirksklasse. Damals hieß der Verein schon SC 47 Stockum.

Langjähriger Zuschauer

1974 legte Alois Kreienbaum sein Amt als Vorsitzender nieder. Als Zuschauer blieb er dem Verein aber noch lange treu. „Bis 2008 hab ich mir Spiele angeguckt. Danach wurden meine Augen leider zu schlecht. Aber ich erinnere mich gern an die Zeit in Stockum. Wir hatten immer sehr viel Spaß“, sagt Kreienbaum.

Heute feiert er seinen 90. Geburtstag. Er und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Friedrich sind die letzten noch lebenden Mitglieder des Gründungsteams von 1947. Doch der ganze SVS wird heute an sein Ehrenmitglied denken.

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