Ein Defensivspieler verlässt den SV Herbern - und würde am liebsten bleiben

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Obwohl die Kaderplanungen des SV Herbern bereits so gut wie abgeschlossen waren, muss der Landesligist nun doch einen Abgang verschmerzen. Und der tut nicht nur dem Verein, sondern auch dem Spieler weh.

Herbern

, 29.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich waren die Kaderplanungen des SV Herbern bereits weitestgehend abgeschlossen. Mit Ausnahme von Whitson, Airton und Oscar Cabrera hatten dem Verein alle Spieler bereits eine Zusage für die kommende Saison gegeben. Ein Spieler verlässt den Verein jetzt trotzdem - wenn auch sehr wehmütig.

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Die Rede ist von Dennis Idczak. Der 26-Jährige war 2018 vom Landesligisten SV Hilbeck nach Herbern gekommen. Nach zwei Jahren wechselt er nun wieder dorthin zurück. Das hat in erster Linie pragmatische Gründe.

Dennis Idczak wird den SV Herbern verlassen.

Dennis Idczak wird den SV Herbern verlassen. © Jürgen Weitzel

„Es ist für mich jobtechnisch einfach leider nur schwer stemmbar, in Herbern zu spielen“, erklärt Dennis Idczak. Als Schichtleiter eines großen Logistikunternehmens arbeitet er teilweise auch in der Nachtschicht. Dazu kamen weite Auswärtsfahrten nach Borken oder Heiden, die nur schwer mit der alltäglichen Arbeit kombinierbar waren.

Leicht ist dem 26-Jährigen die Entscheidung nicht gefallen. „Ich gehe definitiv mehr mit einem weinenden, als mit einem lachenden Auge“, erklärt er. „Die Jungs sind einfach eine super Truppe, sowohl menschlich, als auch sportlich gesehen. Man soll ja immer gehen, wenn es am schönsten ist und das mache ich jetzt auch.“

In seinen zwei Jahren in Herbern hat Dennis Idczak einige Highlights mit erlebt. „Natürlich war der Gewinn vom Kreispokal etwas ganz besonderes. Aber auch die letzte Saison in der Landesliga war erfolgreich und wir durften im Westfalenpokal gegen starke Gegner spielen“, erinnert er sich.

Der Pokalsieg war eins der großen Highlights von Dennis Idczak beim SV Herbern.

Der Pokalsieg war eins der großen Highlights von Dennis Idczak beim SV Herbern. © Patrick Schröer

Doch der 26-Jährige musste in Herbern auch harte Zeiten überstehen. Ein Riss des Syndesmosebandes sorgte dafür, dass er fünf Monate zusehen musste. „Ich hab da immer noch Probleme mit“, erklärt er. „Aber ich hatte da mit Patrick Meistrell (Physio des SV Herbern, Anm. d. Red.) und Martin Eickmeyer überragende Unterstützung. Die Beiden haben mich aufgebaut.“

Eine weitere Erinnerung hätte der 26-Jährige gerne noch zusätzlich an Herbern gehabt. „Ich wäre in dieser Saison gerne aufgestiegen. Wir hätten, denke ich, auch die Möglichkeiten gehabt“, erklärt er.

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Nach dem Unentschieden im Derby gegen den Werner SC standen die Herberner auf dem vierten Platz - in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Eigentlich sollten unmittelbar danach die Spiele gegen die beiden Spitzenteams Westfalia Kinderhaus und SV Mesum folgen. „Aber da hat uns Corona leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, ärgert sich der 26-Jährige.

Doch so nervig die Coronapause auch ist für den Amateurfußballer - eine gute Sache kann er dem Ganzen abgewinnen. „Dadurch, dass wir jetzt nicht spielen, kann ich schon mal ein wenig Abstand gewinnen. Dann fällt einem am Ende der Abschied leichter“, erklärt er.

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So ganz weg sein wird Dennis Idczak aus Herbern aber nicht. „Ich hab noch guten Kontakt zu einigen Spielern. Das ist menschlich eine so gute Mannschaft, wie ich es vorher noch nie erlebt habe“, erzählt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Außerdem hat Hilbeck einen tiefen Rasenplatz. Da fallen so oft Spiele aus, dass ich sicherlich immer wieder in Herbern am Platz sein werde.“

Und auch eine Rückkehr zum SVH kann sich der 26-Jährige durchaus vorstellen. „Wer weiß, was in einem Jahr ist. Wer weiß, wie sich alles entwickelt“, so Dennis Idczak. „Ich habe die ganze Zeit gesagt: Sag niemals nie.“

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