Die Fantastischen Vier aus Werne

Jugendspieler der LippeBaskets

Für Nils Brinkmann, Niko Tilkiaridis, Louis Barkowski und Kai Küper spielt der Basketball eine ganz wichtige Rolle im Leben. Sie gehen sowohl für die LippeBaskets Werne als auch für die UBC/SCM Baskets Münsterland in der Jugend-Basketball-Bundesliga auf Korbjagd. In Werne wissen sie, dass die vier Jungs einen außergewöhnlich guten Jahrgang repräsentieren. Alle vier haben das Potenzial, bei den LippeBaskets zu tragenden Säulen im Seniorenbereich zu werden. Vielleicht geht sogar noch mehr, denn man darf nicht vergessen: Brinkmann, Tilkiaridis, Barkowski und Küper sind U16-Junioren und mit ihrer Entwicklung noch nicht am Ende angelangt.

WERNE

von Isabell Michalski

, 31.01.2017, 13:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

Angefangen mit dem Basketball haben die vier Werner Jungs im Alter von neun und zehn Jahren – aus ganz unterschiedlichen Gründen: Nils Brinkmann wurde von Klassenkamerad Lukas Dobijata, der bis heute Mannschaftskollege in der U16 ist, zum Basketballtraining unter Udo Mersch mitgenommen. Niko Tilkiaridis kam über seinen großer Bruder Jorgo zum Sport. Kai Küper und Louis Barkowski probierten sich im Basketball wegen ihrer Größe aus. „Ich habe im Alter von zehn Jahren viel ausprobiert. Meine Mama meinte, dass ich zum Basketball gehen soll, weil ich so groß bin. Da hat es mir auf Anhieb so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin“, sagt Barkowski, der früher auch Golf spielte. Auch Kai Küper war schon damals größer, als die meisten anderen Spieler und stand zunächst als Torwart auf dem Fußballfeld.

Alle vier legten sich früh auf Basketball fest und lernten unter LippeBaskets-Geschäftsführer Jens König die Grundlagen im Dribbeln, Passen und Werfen. In der Saison 2012/2013 wurden sie als U12-Team ungeschlagener Meister in der Kreisliga. Leistungsträger waren damals: Küper, Barkowski, Brinkmann und Tilkiaridis. „Natürlich brachten die Jungs Talent, Größe, Wille und den Spaß an der Korbjagd mit“, sagt König heute.

Angebot aus Münster

Erstmals auf westfälischer Verbandsebene ging das Quartett in der Oberliga an den Start. Trainer war Cajus Cramer, der die damaligen U14-Talente drei Jahre lang betreute. „Talent ist bei allen da. Die starken Leistungen kommen aber durch großen Ehrgeiz und Trainingsfleiß zustande“, sagt Cramer. Er blickt gerne auf die Jahre zurück, in denen er Küper, Barkowski, Brinkmann und Tilkiarids trainierte: „Es war eine super Zeit.“

Nachdem die U16 der LippeBaskets im vergangenen Jahr knapp an der Qualifikation zur NRW-Liga scheiterte, war für die Talente aus Werne klar: Eine neue Herausforderung muss sein. „Wir wollten NRW-Liga spielen, hätten aber nur in der Regionalliga gespielt. Da wir öfter Anfragen aus Münster hatten, wollten wir die Chance nutzen und in der JBBL spielen.“ In der Jugend-Basketball-Bundesliga beim UBC Münster ist Frank Müller ihr Trainer. Unter ihm trainieren die Jungs zweimal die Woche. Besonders großes Potential sieht er bei Kai Küper: „Kai ist einer der besten 20 Spieler in Deutschland seines Alters.“ Aber nicht nur Küper zeigt gute Leistungen im Trikot des UBC.

Starke Werner

Am Sonntag (22. Januar) ging es für die UBC/SCM Baskets Münsterland im letzten Spiel der Hauptrunde gegen die Junior Löwen Braunschweig. Das Spiel gewannen die Baskets souverän mit 96:59. Einen entscheidenden Anteil daran hatten Niko Tilkiaridis und Nils Brinkmann. Tilkiarids durfte wie Küper von Beginn an spielen und erzielte elf Punkte. Nils Brinkmann kam von der Bank und steuerte in knapp 24 Minuten sieben Punkte bei. Kai Küper bekam weniger Einsatzzeit als gewöhnlich, erzielte in 18 Minuten aber 14 Punkte und holte vier Rebounds. Louis Barkowski war nicht im Aufgebot, da er unter der Woche das Training krank verpasste.

Für den UBC startet in drei Wochen die Hauptrunde der JBBL, die sie als Zweitplatzierter der Vorrunde erreichten. In der Hauptrunde warten Teams aus Düsseldorf, Leverkusen oder Recklinghausen. Ziel des UBC: Hauptrunde und Playoffs überstehen und sich für das „Final Four“ qualifizieren, in dem die besten vier deutschen Teams um die Meisterschaft spielen.

Wie geht es nach dem Abi weiter?

Ob das Werner Quartett auch in der kommenden Saison für Münster auf Korbjagd geht, steht noch in den Sternen. Für die vier Jugendlichen hat die Schule oberste Priorität. Während Niko Tilkiaridis die Gesamtschule Nordkirchen nach der zehnten Klasse verlassen will, um eine Ausbildung zum Industriekaufmann zu machen, gehen die anderen drei weiter zur Schule. Nils Brinkmann besucht derzeit die neunte Klasse des Gymnasium St. Christophorus. Louis Barkowski ist in der zehnten Klasse der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm und Kai Küper geht in die zehnte Klasse des Anne-Frank-Gymnasiums.

Alle drei streben das Abitur an. Und danach? Niko Tilkiaridis hofft, nach einer Ausbildung von einem Betrieb übernommen zu werden. Louis Barkowski würde gerne in der Firma seines Vaters arbeiten. Kai Küper träumt davon, eines Tages auf ein College in Amerika zu gehen, während Nils Brinkmann augenzwinkernd sagt: „Wenn die Angebote aus der NBA stimmen, gehe ich diesen nach.“

Schon unter Beobachtung

Sicher ist: Alle vier wollen im kommenden Jahr für die LippeBaskets spielen und mit Wernes U18 um die Qualifikation für die NRW-Liga kämpfen. Wettkampfhärte sollen sie sich im Herrenbereich bei den ersten und zweiten Senioren holen. „Die Jungs haben dieses Jahr schon gesehen, dass bei den Herren ein anderer Wind weht. Aber sie haben bewiesen, dass sie mit den Gegenspielern im Herrenbereich mithalten können“, meint ihr heutiger Mitspieler und ehemaliger Trainer Cajus Cramer. In welcher Liga die Jungs mal spielen könnten? Cramer kann sich nicht festlegen: „Ich kann nur sagen, dass sie noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung stehen und viel erreichen können.“

Nicht nur Cramer schätzt die Qualitäten der früheren Schützlinge. Christoph Henke, Trainer der ersten Mannschaft, verfolgt die Entwicklung des Quartetts genau: „Sie müssen früh an den Herrenbereich geführt werden.“ Tilkiaridis habe beispielsweise eine außergewöhnliche Spielübersicht und Brinkmann habe seit vergangenem Sommer nochmal einen Leistungssprung gemacht. Für Jens König sind Küper, Barkowski, Brinkmannm und Tilkiaridis ein ideales Beispiel für andere Jugendliche: „Die Vier sind ein ganz besonderer Jahrgang. Sie haben gezeigt, dass man mit viel Wille und Disziplin auch in der Provinz zu super Spielern werden kann.“ 

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