Die nächste Schambeinentzündung: Dauerbrenner fehlt Fußball-Landesligist Werner SC länger

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Immer wieder haben Spieler des Werner SC mit Adduktorenproblemen und daraus resultierenden Verletzungen zu kämpfen. Einer der Hauptgründe liegt den Fußballern zu Füßen.

Werne

, 05.02.2020, 21:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Chris Thannheiser hat sie gerade hinter sich gelassen, Robin Przybilla hat wegen ihr in dieser Saison noch kein Liga-Spiel absolviert, und nun raubt sie Fußball-Landesligist Werner SC den dritten Spieler: Eine Schambeinentzündung ist eine ebenso unangenehme wie langwierige Verletzung.

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Leichte Probleme hatte Rechtsverteidiger Marvin Stöver „eigentlich schon seit Anfang der Saison, einem halben Jahr circa“, berichtet der 24-Jährige. „Aber man kann ja nicht wissen, dass man eine Schambeinentzündung hat, das macht sich durch Adduktorenschmerzen bemerkbar, und dann habe ich unter Schmerzen weitergespielt.“

Diese seien zunächst auch gar nicht allzu groß gewesen. „Die Schmerzen waren am Anfang noch total erträglich und wurden dann immer schlimmer“, so Stöver. Beim Arztbesuch schickte ihn der Doktor zum MRT, welches dem WSC-Akteur am Dienstag die Diagnose Schambeinentzündung bescherte.

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Für den 24-Jährigen ist das ein herber Rückschlag. „Ich höre jetzt quasi auf“, unkt Stöver mit Blick auf die ungewisse, aber für gewöhnlich lange Heilungsdauer. „Nicht komplett, aber ich gucke jetzt, dass ich erstmal nicht mehr unter Schmerzen spiele, sondern die Verletzung auskuriere, sodass ich irgendwann wieder ohne Schmerzen spielen kann.“

Der WSC muss bis dahin auf einen seiner Dauerbrenner verzichten. „Seit ich hier Trainer bin, hat er so ziemlich jedes Spiel gemacht. Das zeigt natürlich, dass er ein sehr wichtiger Spieler für uns und dementsprechend schwierig zu ersetzen ist“, erklärt Coach Lars Müller. „Wir haben natürlich trotzdem Jungs, die das hinkriegen können, aber erstmal ist das natürlich alles andere als optimal.“

Die nächste Schambeinentzündung: Dauerbrenner fehlt Fußball-Landesligist Werner SC länger

Zwangspause: Marvin Stöver (l.) fehlt dem WSC auf unbestimmte Zeit. © Schürmann

Die genaue Ausfallzeit lässt sich im Vorfeld nicht klar absehen. „Das weiß man nicht so genau. Ich schätze, dass ich in dieser Saison kein Spiel mehr machen kann“, mutmaßt Stöver. „Vielleicht Ende des Sommers wieder.“

Doch woher kommt diese Verletzung, die beim WSC nun schon den dritten Spieler zu einer Pause zwingt? „Die Vermutung ist ziemlich stark, dass es an dem Platz liegt, weil der so hart ist“, berichtet der 24-Jährige.

Eher wie ein Teppich

Der Kunstrasen im Lindert wird nicht nur von den Fußballern bespielt - auch die Hockeyabteilung des TV Werne nutzt ihn während der Feldsaison. Der Belag gleicht eher einem Teppich, mit Sand statt Gummigranulat. „Das ist dieser Hardfloor, der auch für Hockey ausgelegt ist, und das belastet die Adduktoren sehr stark, deshalb wohl auch die Verletzung“, so Stöver. Eine ähnliche Vermutung hatte auch sein Teamkollege Przybilla geäußert.

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„Es ist hinreichend bekannt, dass das sicherlich kein optimaler Platz für Fußballer ist“, sagt WSC-Coach Lars Müller. „Das haben wir auch oft genug thematisiert. Das ist kein Gejammer, sondern Fakt. Wenn ich mir unsere Jungs angucke, die immer wieder die gleichen Probleme haben, und zwar nicht nur die drei, dann hat das meiner Meinung nach schon sehr viel mit dem Platz zu tun.“

Mit seinen Mannschaftskollegen Chris Thannheiser und Robin Przybilla hat sich Marvin Stöver bereits über die Verletzung ausgetauscht - auch wenn ihm diese Gespräche keinen neuen Mut brachten. „Die haben mir schon ein paar Sachen gesagt, die aber nicht so erfreulich sind - dass man da nicht so viel machen kann und einfach abwarten muss“, erklärt Stöver.

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