„Was ich immer schon mal von dir wissen wollte“ haben wir vor dem Derby mit Lars Müller und Holger Möllers gespielt, den Trainern der Landesligisten SV Herbern und Werner SC.

20.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Das Derby zwischen dem Werner SC und dem SC Herbern steigt am Freitag, 21. September, um 20 Uhr im Werner Sportzentrum Lindert, Konrad-Adenauer-Straße. Da stehen natürlich auch die Trainer im Mittelpunkt. SVH-Coach Holger Möllers (47) hat WSC-Coach Lars Müller (42) vier Fragen gestellt und umgekehrt.

Frage Holger Möllers: In der Vorbereitung fallen immer mal wieder Spieler aus, weil zum Beispiel die Oma das dritte Mal schon Geburtstag hatte in diesem Jahr. Ärgert dich so eine Einstellung als Ex-Profi besonders, oder ist dir das egal, beziehungsweise sagst du, das ist eben im Amateursport so?

Antwort Lars Müller: Das ist in der Tat eines meiner größten Probleme, so etwas zu akzeptieren. Als Profi ging so etwas früher natürlich nicht. Da muss ich mir jetzt immer sagen: Es ist nur ein Hobby, es ist nur Amateursport.

Frage Lars Müller: Wie schafft es so ein kleines Dorf wie Herbern, sich jahrelang mindestens in der Landesliga zu halten, trotz regelmäßiger Abgänge?

Antwort Holger Möllers: Ich glaube einfach, das liegt daran, dass Herbern über Jahre gewachsen ist. Der Verein ist sehr breit aufgestellt, über die Sponsoren bis hin zu den Trainern, Betreuern etc. Und die gute Jugendarbeit kennst du ja selber. Herbern ist eben ein fußballverrücktes Dorf.

Frage Holger Möllers: Könntest du dir vorstellen als Trainer genauso weit zu kommen, wie als Spieler? Die WSC-Bank ist ja schließlich ein echtes Sprungbrett in den Profibereich (lacht), siehe Kutte (Kurtulus Öztürk, Ex-Trainer des WSC und nun Co-Trainer beim Drittligist Preußen Münster, Anm. d. Red.).

Antwort Lars Müller: Diese Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Ich habe da keinerlei Ambitionen.

Frage Lars Müller: Warum hat Herbern die besseren Fußballplätze und dürfen wir vielleicht mal dort auf Naturrasen trainieren?

Antwort Holger Möllers: Klar, von meiner Seite könnt ihr gerne mal bei uns auf dem Rasen trainieren. Ihr seid herzlich willkommen. Was die Plätze betrifft, liegt das natürlich auch daran, dass wir in Herbern nur einen Verein haben und nicht wie in Werne drei. Wir haben auch 10 bis 15 Senioren, die sich jeden Donnerstag um die Pflege der Anlagen kümmern.

Frage Holger Möllers: Du hast jahrelang in Dortmund gespielt und sympathisierst doch wahrscheinlich zumindest mit der Borussia. Ist es da nicht schwer, mit Thomas „Stan“ Overmann einen eingefleischten Schalker als Chef zu haben?

Antwort Lars Müller: Ich bin Fan von Borussia Dortmund – und das auch schon weit vor meiner Zeit als Spieler dort. Da bin ich von meinem Vater früh zu erzogen worden. In der Arbeit mit Stan gehört halt viel Toleranz dazu. Hat halt nicht jeder Ahnung vom Fußball.

Frage Lars Müller: Wie wichtig ist es dir, vor uns in der Tabelle zu stehen?

Antwort Holger Möllers: Nicht so wichtig wie dem Werner SC im vergangenen Jahr. Unser Ziel ist es einfach, eine Mannschaft zu entwickeln. Wo Werne da steht, ist mir ehrlich gesagt egal.

Frage Holger Möllers: Du hast mit unserem ehemaligen Spieler und auch Trainer der Reserve, Bernd „Beppo“ Löcke, in der Herberner Jugend gespielt. Es heißt immer, ihr hättet beide gleich viel Talent gehabt. Hättest du ihm eine ähnliche Karriere wie deine zugetraut?

Antwort Lars Müller: Da gab es einige talentierte Spieler, so wie eben auch Beppo, die höher hätten spielen können. Ob es letztendlich für die Bundesliga gereicht hätte, ist nur schwer zu sagen. Talent alleine reicht eben nicht.

Frage Lars Müller: Welche Taktik und welches System lässt du gegen uns spielen?

Antwort Holger Möllers: Die Taktik, und wir haben ein gut eingespieltes System, was im Derby hoffentlich auch greift, wird keine große Rolle spielen. Im Derby sind andere Tugenden gefragt. Ich bin auch nicht so der große Taktikfuchs.

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