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Erste Frau mit Schwarzgurt beim TV Werne

Judo

Neun Monate Vorbereitung hat Sylvia Rüschenschmidt investiert, um ihn zu bekommen: den Schwarzen Gürtel. Damit sorgt die Judoka für ein Novum beim TV Werne.

Werne

, 30.01.2018 / Lesedauer: 3 min
Erste Frau mit Schwarzgurt beim TV Werne

Als Schwarzgurtträgerin dürfte Sylvia Rüschenschmidt nicht nur für die Mädchen im Verein ein Vorbild sein. Vom Verein gab es für den schwarzen Gürtel Blumen und ein Präsent.kerk © Kerk

Sylvia Rüschenschmidt ist die erste Frau beim TV Werne, die nun den schwarzen Gürtel im Judo besitzt. Gute neun Monate bereitete sich Rüschenschmidt auf die Prüfung vor. Vor wenigen Tagen war es dann in Lippstadt so weit und die Wernerin legte ihre Prüfung zum ersten Dan erfolgreich in Lippstadt ab.

„In dieser Zeit habe ich viel trainiert und bin auf einigen Lehrgängen gewesen. Zunächst musste ich auch den richtigen Partner für die Prüfung finden, der ungefähr Gewichtsklasse und Leistungsstand wie ich hatte“, sagt Rüschenschmidt. Fündig wurde sie bei einem Judoverein in Bockum-Hövel. „Dabei war es wichtig, die Technik zu üben, um den anderen vernünftig auf den Boden zu werfen, damit es nicht zu schmerzhaft für ihn ist“, so Rüschenschmidt. Knapp sechs Stunden hat es gedauert, bis die Judosportlerin ihren schwarzen Gurt überreicht bekam. „Das dauerte so lange, weil pro Matte nur zehn Personen geprüft werden durften und auch nur in einem Fach“, sagt sie. Neben diversen Wurftechniken musste die 43-Jährige auch ihr theoretisches und historisches Wissen zum Judo nachweisen.

Dieter Zaremba, seit Jahrzehnten Mitglied beim TV Werne weiß, dass Rüschenschmidt etwas Besonderes geschafft hat: „Ich bin seit 1963 beim TV Werne, aber wir hatten in der Zeit noch nie eine Frau mit einem schwarzen Gürtel“, freut sich Zaremba.

Mit 20 Jahren fing Rüschenschmidt mit dem Judo an. „Da habe ich fünf bis sechs Jahre den Sport betrieben. Danach habe ich mich meiner Familie gewidmet und vier Kinder bekommen. Da stand der Judosport hinten an“, sagt sie. Als ihr ältester Sohn sechs Jahre alt war, nahm sie ihn mit zum Judosport und nahm so das Training auch wieder auf. „Dass es noch keine Frau beim TV Werne gab, die die Prüfung zum schwarzen Gürtel schaffte, mag daran liegen, dass sie vielleicht auch Kinder bekommen haben und danach nicht wieder angefangen haben“, vermutet Rüschenschmidt.

Eigentlich unerreichbar

Bei ihrer Prüfung in Lippstadt war das Verhältnis von Frauen und Männern auch nicht ausgeglichen. „Es waren ungefähr zwei Drittel Männer“, erklärte sie. Dass sie irgendwann mal den schwarzen Gürtel bekommt, damit hätte sie am Anfang ihrer sportlichen Karriere nicht gerechnet. „Das war damals überhaupt kein Thema, weil es so unerreichbar schien“, sagt Rüschenschmidt.

Ihre Familie entwickelte ebenfalls eine Leidenschaft für den Judosport. Alle Kinder sind in der Abteilung des TV Werne aktiv. Der älteste Sohn hat vor kurzer Zeit die Prüfung für den braunen Gürtel geschafft. Vielleicht werden Rüschenschmidts Kinder auch irgendwann in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und die Prüfung für den schwarzen Gürtel bestehen.

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