Frauenfußball beim SV Herbern: "Zu 90 Prozent zickenfrei"

HERBERN Teamgeist steht für die Fußballerinnen des SV Herbern ganz weit vorne. Mit viel Spaß und Ehrgeiz betreiben sie den vermeintlichen Männersport. Trainer Stephan Heitbaum gefällt die Leistung seiner Mannschaft - auch wenn es vor dem Spiegel manchmal noch etwas länger dauert.

von Von Tina Nitsche

, 24.01.2008, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marina Peters zieht die Ärmel ihres Trikots über die Hände und beginnt zu laufen. Gemeinsam mit ihrer Fußballkollegin Ann-Carolin Klingel nutzt sie das Stück von der Bank bis zum hinteren Teil des Sportplatzes am Siepen, um sich ein wenig aufzuwärmen. "Am Anfang ist es bei so einem Wetter immer ungemütlich, aber im Spiel merkt man die Kälte nicht mehr", lächelt sie.

Auf dem dritten Platz - wie sie Fläche hinter dem Hauptplatz nennen - herrscht reges Treiben. Daggi und Sonja legen dort bereits kurze Sprints ein, andere haben schon das runde Leder am Fuß. Noch ist ein wenig Zeit bis zum Anpfiff. Ein Freundschaftsspiel steht auf dem Plan.

Der Gegner BSV Fortuna Münster, der sich am anderen Ende des Platzes auf die Begegnung vorbereitet, wird dabei genau gemustert und einzuschätzen versucht. Derweil schaut Herberns Trainer Stephan Heitbaum auf die Uhr. Noch fehlen einige "seiner Mädels". "Das dauert immer, einige stehen erst noch vor dem Spiegel. Haare stylen und so", lacht der Coach und fügt hinzu: "Auch ein Unterschied zum Männerfußball". Davon gibt es einige, wie er feststellen konnte. Allerdings nicht unbedingt schlechte.

"Spaß und Ehrgeiz dominieren"

Bei den Damen dominiert der Spaß und der Ehrgeiz. "Aggressivität und Ernst sind hier nicht so gegeben", plaudert Heitmann, der die Mädchen gemeinsam mit Malte Gärtner trainiert, aus seinen Erfahrungen. Seit sieben Jahren wird in Herbern nach langer Pause wieder aktiv Damenfußball gespielt.

Montags und Mittwochs steht Training auf dem Programm. Und mindestens 15 Mädels sind dann immer zur Stelle. "Auch wenn man sich mal nicht so aufraffen kann, vor allem bei ungemütlichem Wetter, spornen wir uns immer gegenseitig an", verrät Stürmerin Daggi. Seit 18 Jahren spielt sie Fußball. Auch Ulrike ist mit dem runden Leder groß geworden. "Mein Vater war Trainer und Mama wollte ihre Ruhe haben, was lag da näher, als dass wir Kinder mit zum Platz sind", lacht sie.

Mittlerweile sind auch die letzten Mädels eingetrudelt. Daggi will noch eine rauchen. "Ja, aber schnell, ohne Dampf keine Leistung", erlaubt der Coach es ihr, bevor er noch einiges zu den Zielen verrät. Hier strebt er den Aufstieg und den Pokalsieg an. "Wir haben beides in der Hand." Und sein großer Vorteil, die Mädchen halten zusammen getreu dem Motto: Eine für alle, alle für eine.

Gepaart mit dem sportlichen Ehrgeiz ist das eine gute Mischung findet der Coach. "Hier geht es sehr human zu, zu 90 Prozent sogar zickenfrei", verrät er noch. Dann wird es Zeit, nun werden die Ärmel hochgeschoben und Kälte spielt keine Rolle mehr, der Schiri pfeift das Spiel an.

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