Fußball: Sichtungsturnier in Herbern als große Talent-Börse

HERBERN Der Ball trudelte hoffnungslos in Richtung Toraus-Linie, da machte der Jugendspieler noch einen Extra-Schritt - und sicherte das Leder. Schließlich schaute beim C-Junioren Sichtungsturnier der DFB zu. Da wollte jeder gefallen.

von Von Felix Guth

, 14.10.2008, 11:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
DFB-Scout Holger Stemmann (r.) sah in Herbern zu.

DFB-Scout Holger Stemmann (r.) sah in Herbern zu.

Die Leistungsstützpunkte aus sechs Fußballkreisen (Dortmund, Steinfurt, Hagen/Iserlohn, Unna/Hamm, Recklinghausen, Lüdinghausen) kamen auf dem Kunstrasenplatz am Siepen zusammen. Ohne großen Wettbewerbsdruck, aber doch mit viel Ernsthaftigkeit. Denn schließlich werden bei solchen Vergleichen die Kandidaten für die Auswahlmannschaften gescoutet. DFB-Stützpunkt-Koordinator Holger Stemmann stand am Spielfeldrand, plauderte mit den Trainern, machte sich Notizen. "Die Kader für die Westfalenauswahl stehen im Moment. Aber wir beobachten natürlich immer wie sich die Spieler entwickeln, die schon länger in den Stützpunktteams sind", sagte Stemmann.

Lüdinghauser Kreisauswahl mit starker Leistung Besonders beweisen wollte sich bei ihrem "Heimspiel" offenbar die Auswahl aus dem Kreis Lüdinghausen. Im Finale musste sie Hagen/Iserlohn den Vortritt lassen - im Elfmeterschießen siegten die Südwestfalen mit 6:5. Dennoch hinterließ die Mannschaft mit den beiden Wernern Matti Bartsch (Preußen Münster) und Janik Schäper (VfL Senden) einen prima Eindruck. Den Kreis Dortmund besiegten sie mit 2:1, gegen Steinfurt gab es ein 0:0. Im Finale stand es nach der regulären Spielzeit 1:1.

Talentförderung in der Region Der DFB-Stützpunkt, der seinen Sitz in Dülmen hat, wurde 2002 geschaffen, um die talentiertesten Spieler aus der Region zu fördern. Bei dem Sichtungsturnier standen jeweils fünf U14- und fünf U15-Jugendliche auf dem Platz. "Diese Vergleiche werden von Zeit zu Zeit angesetzt, um zu sehen, wer den Sprung schaffen kann", sagte Alfons Baumeister, Leiter des Stützpunktes. "Es sind immer einige interessante Jungs dabei", ließ sich DFB-Scout Stemmann entlocken. Namen nannte er aber natürlich nicht. Doch auch das Laien-Auge sah in einigen der Partien so manches Talent, das schneller, trickreicher, intelligenter als normal agierte. Und wer weiß: Vielleicht war am Siepen ja ein kommender Nationalspieler am Ball.

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