Herbern muss mit anderen Mitteln dagegenhalten

Fußball: Landesliga

Spielen wollen. Der einfache Grund für Herberns Auswärtsmisere? Nur vier Punkte holte die Elf von Holger Möllers auf fremden Plätzen. Vor allem gegen kampfstarke Mannschaften tun sich die spielstarken Herberner schwer. Daraus muss der SVH laut Möllers seine Lehren ziehen.

Herbern

13.11.2017, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbern muss mit anderen Mitteln dagegenhalten

Physiotherapeut Patrick Meistrell kümmert sich um Oscar Cabrera. Der Spanier musste nach einem Tritt auf den Oberschenkel ausgewechselt werden. © Landsiedel

Wahnsinn, wo der SV Herbern in der Tabelle der Fußball-Landesliga stehen könnte, wenn das Team von Holger Möllers auswärts nur annähernd so punkten würde wie auf eigenem Platz. „Dann würden wir unangefochten an der Spitze stehen“, weiß auch Möllers. Und das bei einem Spitzenreiter namens Emsdetten, der bei 35 Punkten bereits neun Zähler Vorsprung auf Mesum und Platz zwei hat.

Auswärtspunkte bei spielstarken Gegnern

Aber es stimmt: Nur mal angenommen, Herbern hätte auswärts die Bilanz wie aus den Heimspielen – der SVH stünde mit 38 Punkten auf Rang eins. Der 1:0-Sieg in Ahaus und das 2:2 gegen Mesum bedeuten vier Punkte auf fremden Plätzen. Dass die ausgerechnet gegen spielstarke Gegner geholt wurden, kommt nicht von ungefähr. Bei der 1:2-Niederlage in Burgsteinfurt am Sonntag war unschwer zu erkennen, wie Herbern zu knacken ist: Wenn der Gegner das Spiel zerstört, kommen Möllers Jungs nicht zur Entfaltung.

„Der Gegner steckt im Abstiegskampf und das haben sie vorgelebt. Da war nichts Schlimmes dabei, aber Burgsteinfurt hat in der ersten Halbzeit mit gefühlt 40 Fouls jeden Spielfluss unterbunden“, sagte Möllers. Dass die Gegner zu solchen Mitteln greifen könne er zwar nachvollziehen, seinem Verständnis von Fußball würde es jedoch nicht entsprechen. „Und dann kommt noch der doofe Elfmeter zum 0:1 dazu. Besser kann man einem Stürmer den Ball nicht vom Fuß nehmen, wie es Sven Freitag da gemacht hat. Aber der Assistent hatte wohl eine glorreiche Idee“, fasste Möllers am Montag die Szene aus der 21. Minute zusammen, die wohl allein der Assistent an der Linie als Foulspiel gesehen hatte.

Nach vorne pöhlen

Aber was kann seine Mannschaft denn nun leisten, um auch auswärts Punkte mitzunehmen? „Die Jungs müssen lernen: Will der Gegner nicht spielen, dann müssen wir das Spielen eben auch einstellen. Und wenn das eben bedeutet, dass wir den Ball 40 Mal in die gegnerische Hälfte pöhlen“, sagte Möllers. So schlicht das klingt: In der zweiten Halbzeit generierte Herbern so Torchancen, die in den ersten 45 Minuten gar nicht vorhanden waren.

Bevor die Herberner es zum Rückrundenauftakt in Coesfeld mit blanker Pöhlerei versuchen können, stehen glücklicherweise noch zwei Heimpartien in Liga und Pokal an. Bis zum nächsten Saisonspiel gegen Senden am Sonntag wackelt der Einsatz von Oscar Cabrera. Der Mittelfeldmann war am Montag nach einem Tritt aus dem Burgsteinfurt-Spiel beim Physiotherapeuten, hatte einen Bluterguss am Oberschenkel. Inwiefern er gegen den VfL auflaufen wird, entscheidet sich Richtung Wochenende.

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