Holger Möllers zu seinem Abschied: „In Herbern sind Freundschaften entstanden“

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Der Saisonabbruch bedeutet auch: Holger Möllers verlässt den SV Herbern ohne seine letzte Spielzeit abzuschließen. Die Wehmut wird wohl noch kommen, weiß er genau.

Herbern

, 04.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass er mit dem Derby als letztes Spiel abtreten würde, hätte Holger Möllers, Trainer des SV Herbern, wohl nicht erwartet. Nun ist die Saison vorzeitig beendet und die Zeit von Holger Möllers Herbern damit auch. Ein verfrühter Abschied für den Trainer, der den SVH vier Jahre lang erfolgreich geführt hat. Sportredakteurin Johanna Wiening sprach mit ihm über seine Zeit in Herbern, das unerwartete Ende und seine persönliche Zukunft.

Herr Möllers, die wichtigste Frage vorweg: Wie geht es Ihnen?

Mir geht es gut, danke. Ich bin vollkommen gesund.

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Jetzt ist die Saison nach langem Hin und Her abgebrochen worden. Wie ist das Gefühl, dass damit ja auch Ihre Zeit in Herbern ziemlich abrupt vorbei ist?

So richtig beschäftigt habe ich mich damit bisher nicht. Ich denke, jeder von uns hatte ja genug persönliche Themen, die er klären musste. Aber natürlich ist es ein komisches Gefühl, weil wir ja auch wirklich eine Menge investiert haben, um so dazustehen.

Ärgert es Sie, dass Sie nicht die Möglichkeit für einen richtigen Abschied hatten?

Natürlich ist das für mich persönlich schade. Wir haben uns ja auch als Trainerteam (mit Co-Trainer Jens Kalpein und Athletiktrainer Martin Eickmeyer, Anm. d. Red.) in der Winterpause Ziele gesetzt, die wir gerne gemeinsam erreicht hätten. Ich hätte die Saison gerne vernünftig beendet, aber das ist mein persönliches Befinden. Und ich glaube, das muss man aktuell einfach hinten anstellen in dieser Zeit.

Und wenn es irgendwann wieder geht, werden wir sicherlich nochmal ein Bier gemeinsam trinken. Es geht ja auch nicht nur um meinen Abschied (auch Dennis Idczak verlässt den Verein, Anm. d. Red.).

Gemeinsam mit Co-Trainer Jens Kalpein (m.) und Athletiktrainer Martin Eickmeyer (r.) kam Holger Möllers aus Ascheberg nach Herbern.

Gemeinsam mit Co-Trainer Jens Kalpein (m.) und Athletiktrainer Martin Eickmeyer (r.) kam Holger Möllers aus Ascheberg nach Herbern. © Archiv

Insgesamt vier Jahre lang waren Sie Trainer beim SV Herbern. Gibt es ein Highlight, an das Sie besonders gerne zurückdenken?

Sicherlich war der Kreispokalsieg schon ein besonderes sportliches Highlight, das man nicht so schnell vergisst. Aber ich wollte vor allem erstmal die gute Arbeit von meinem Vorgänger Christian Bentrup fortführen und auch einen Umbruch mitgestalten. Wir haben irgendwann alte Zöpfe abgeschnitten und daraus eine Mannschaft geformt.

Der Kreispokalsieg war sportlich das größte Highlight in Holger Möllers Zeit beim SV Herbern.

Der Kreispokalsieg war sportlich das größte Highlight in Holger Möllers Zeit beim SV Herbern. © Patrick Schröer

Sie sprechen die Mannschaft schon an. Von außen bekommt man den Eindruck, dass es beim SV Herbern sehr familiär und geschlossen zugeht. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit der Mannschaft erlebt?

Ich glaube, ich kann wirklich sagen, dass ich eine gute Verbindung zu jedem Einzelnen in der Mannschaft hatte. Wir haben auch außersportliche Themen besprochen. Es sind in der Zeit echte Freundschaften entstanden, auch außerhalb des Platzes.

Holger Möllers hatte eine gute Beziehung zu seiner Mannschaft.

Holger Möllers hatte eine gute Beziehung zu seiner Mannschaft. © Patrick Schröer

Jetzt werden Sie vorläufig nicht mehr als Trainer arbeiten. Freuen Sie sich auch auf die Zeit ohne Fußball?

Im Endeffekt wurde mir das ja durch das Coronavirus vorweggenommen. Natürlich wird mir das eine oder andere fehlen in der nächsten Zeit. Aber letztendlich ist es so doch besser, als wenn ich aus sportlichen Gründen rausgeschmissen worden wäre. Es ist schon in Ordnung so.

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Werden Sie den SV Herbern vermissen?

Ja, das Schöne ist ja, dass ich ein gut aufgestelltes Feld hinterlasse. Ich denke, damit wird Benni (Möllers Nachfolger Benjamin Siegert, Anm. d. Red.) durchaus arbeiten können. Außerdem gibt es ja einige Spieler, die mich schon lange begleiten. Fabian Vogt zum Beispiel war mit mir in Ascheberg und jetzt auch in Herbern. Da ist es vielleicht ganz gut, wenn die Jungs mal eine neue Motivation und eine neue Chance bekommen.

Benni soll die Möglichkeit haben, das zu ernten, was wir gesät haben. Dann werde ich für mich auch wissen, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Und zwischendurch wird man mich mit Sicherheit auch noch das eine oder andere Mal am Platz in Herbern sehen.

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