Joe Breloh wird vom Feldspieler zum Torwart: „Die Jungs haben meinen Kasten sauber gehalten“

rnSV Herbern

Aus der Not heraus musste Joe Breloh das Tor des SV Herbern hüten. Doch der 21-jährige Feldspieler machte seine Sache gut. Für ihn muss es nicht der letzte Auftritt im Tor gewesen sein.

Herbern

, 09.12.2019, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur 15 Minuten dauerte der Einsatz von Herberns Torwart Sven Freitag beim Landesliga-Spiel bei RW Deuten. Dann verletzte er sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers so schwer am Knie, dass er ausgewechselt werden musste. Was eigentlich mal passieren kann, stellte die Herberner am Sonntag aber vor große Probleme.

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Ersatztorwart Jens Haarseim war nämlich aus privaten Gründen nicht mit nach Deuten gefahren. Der SVH hatte also keinen Ersatzkeeper auf der Bank sitzen - zum ersten Mal, wie Holger Möllers nach dem Spiel betont. Also musste eine Alternative her. Und die war schnell gefunden: Herberns Offensivmann Joe Breloh stellte sich für den Rest der Partie in den Kasten. Nur zweimal musste er beim umjubelten 5:2-Sieg am Ende hinter sich greifen.

Joe Breloh war zuvor noch nie während eines Spiels im Kasten

„Wir hatten da im Training am Dienstag schon mal aus Spaß drüber geredet“, verriet der glückliche Ersatzkeeper nach der Partie. „Aber dass es dann wirklich so kommt, damit rechnet man dann natürlich nicht.“ Schon ein paar Mal hatte Breloh in der Halbzeit oder aus Spaß im Training mal das Tor gehütet - während eines Spiels aber war er zuvor noch nie in den Kasten beordert worden.

Joe Breloh wird vom Feldspieler zum Torwart: „Die Jungs haben meinen Kasten sauber gehalten“

Nach dem Spiel war die Freude groß - Philipp Dubicki und Marcel Scholtysik herzten den Torwart nach seiner guten Leistung. © Andreas Leistner

„Letzte Woche habe ich bei der Halbzeitshow ein paar Dinger da rausgefischt, das hat der Trainer wohl gesehen“, sagte Breloh zu seinem Einsatz als Keeper. Für ihn war es aber eine schöne Erfahrung: „Das war schon ein besonderes Erlebnis, das Spiel mal aus der Perspektive eines Torwarts zu sehen. Ich hab auch ein paar gute Bälle gehalten.“

„Das ist nicht meine Leistung gewesen, sondern die von meinen Vorderleuten“

Viele Bälle zu halten gab es für ihn allerdings nicht - auch dank der erneut starken Defensivleistung der Herberner, befand der Torhüter: „Die Jungs haben meinen Kasten sauber gehalten. Das ist nicht meine Leistung gewesen, sondern die von meinen Vorderleuten. Aber das war ja auch in den letzten Wochen schon so, dass wir in der Defensive sehr gute Arbeit geleistet haben.“

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Dem konnte sein Trainer Holger Möllers nur beipflichten. „Wie wir den Ball vom Tor weggehalten haben, das war schon allererste Sahne“, lobte er seine Spieler. „Wir haben dafür gesorgt, dass Joe wenn dann meistens Bälle aus der zweiten Reihe parieren musste. Das hat er aber gut gemacht.“

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Die neu entdeckten Torwartqualitäten von Joe Breloh aber werden die Herberner Anhänger in Zukunft wohl dennoch nicht mehr zusehen bekommen. „Ich hoffe“, sagte der 21-Jährige lachend, um danach aber wieder zu relativieren. „Das wird ein einmaliges Erlebnis bleiben. Wenn wir nochmal in der Situation sind, werde ich mich gerne nochmal in den Kasten stellen, aber sonst erstmal nicht.“

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