Lautsprecher Julius Höring (21): „Ich bin einfach keiner, der den Mund zu lässt“

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Es war erst der fünfte Ligaeinsatz für Julius Höring vom SV Herbern. Zu Beginn der Saison hatte er keine Chance auf die Startelf. Nun zeigt er, dass er Verantwortung übernehmen kann.

Herbern

, 21.10.2019, 11:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der 67. Minute war Julius Höring bei der 1:3-Niederlage des SV Herbern gegen den VfL Senden ausgewechselt worden. Doch der Innenverteidiger setzte sich dann nicht einfach kommentarlos auf die Bank. Stattdessen rief er seinen Kollegen immer wieder zu und gab Hinweise und Anweisungen. „Scholty, hinter dir!“ oder „Whitson, pass auf!“ waren da nur einige Beispiele.

Auch auf dem Platz ist der 21-Jährige immer laut mit dabei. „Ich bin einfach keiner, der den Mund zu lässt“, erklärt er sein Verhalten. „Ich rede viel auf dem Platz und finde das auch wichtig. Auch wenn nicht immer etwas Sinnvolles dabei rauskommt.“ Trotzdem könne man mit einer lauten Art auch den Gegenspieler ein wenig einschüchtern.

„Davor schrecke ich auf keinen Fall zurück“

Aber ist er mit einer so offenen Art nicht auch prädestiniert dafür, im Verein Verantwortung zu übernehmen? „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich in dieser Mannschaft zwingend Verantwortung übernehmen muss“, sagt Julius Höring. „Außerdem ist es erst mein zweites Jahr hier.“ Aber trotzdem: Ein Problem wäre es für den Innenverteidiger nicht. „Davor schrecke ich auf keinen Fall zurück, das ist definitiv klar.“ Trainer Holger Möllers ist der Einsatz Hörings natürlich ebenfalls bereits aufgefallen. „Er bringt sich unheimlich ein. Er ist einer der wenigen, der die Mannschaft untereinander coacht“, so Möllers.

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Die Niederlage gegen den VfL Senden am Sonntag hatte der Innenverteidiger der Herberner auch einige Stunden nach dem Spiel noch nicht so ganz verdaut. „Es ist einfach ärgerlich. Wir sind erst so gut im Spiel gewesen“, so der 21-Jährige. „Aber nach dem Ausgleich war es dann irgendwie vorbei und wir haben es einfach nicht mehr richtig auf den Platz gekriegt.“

Entwarnung nach einer Behandlung

Für Julius Höring war es schon einige Wochen her, dass er in der Liga während eines Spiels ausgewechselt wurde. Nach einer Behandlung in der ersten Halbzeit traten den ersten Herberner Anhängern schon Sorgenfalten in die Stirn. Aber der Innenverteidiger konnte Entwarnung geben: „Ich wurde in der ersten Hälfte bei einer Grätsche blöd vom Gegenspieler am Knie getroffen. Aber das wird höchstens ein blauer Fleck.“

Lautsprecher Julius Höring (21): „Ich bin einfach keiner, der den Mund zu lässt“

In der ersten Halbzeit musste Julius Höring behandelt werden. © Johanna Wiening

Stattdessen war es wohl die Gelbe Karte gegen ihn, die für die Auswechslung sorgte. Trainer Holger Möllers wollte wohl nicht riskieren, Julius Höring in den nächsten Spielen nicht einzusetzen. Zu gut hatte sich der 21-Jährige entwickelt, der nach der Vorbereitung erstmal keine Chance auf seiner Position hatte.

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„Ich musste erstmal zuschauen“

„Ich war in der Vorbereitung komplett dabei und habe alles mitgemacht“, sagt der Innenverteidiger. „Aber da war meine Leistung nicht gut und ich musste erstmal zuschauen.“ Erst im Spiel gegen Mesum rückte er zum ersten Mal in die Startelf - und überzeugte auf Anhieb. Jetzt ist er aus der Herberner Abwehr nicht mehr wegzudenken.

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„Die Vorbereitung war gar nicht so schlecht“, entgegnet Trainer Möllers. Dort hätte er allerdings auf die spielerische Komponente gesetzt - das ist nicht Hörings Stärke. Der sei jemand mit einem „überragendem Kopfballspiel, wo ich genau weiß, der bringt Mentalität rein“, so Möllers. Und genau das steht dem SV Herbern aktuell besser zu Gesicht.

Für das Spiel gegen Ahaus am Sonntag hat Julius Höring schon jetzt einen klaren Plan: „Wir müssen nach vorne schauen und an die erste Halbzeit anknüpfen. Ahaus ist eine Mannschaft, die man in dieser Saison schlagen kann. Da müssen wir unsere Chance einfach nutzen.“

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