In der Jugend dominierte Basketballer Kai Küper zusammen mit Nils Brinkmann, Louis Barkowski und Niko Tilkiaridis auf dem Feld - erst bei den LippeBaskets Werne, später in der JBBL in Münster. Und nun?

von Isabell Michalski

Werne

, 16.01.2020, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie waren einmal das Dreamteam des Jahrgangs 2001 und dominierten im Jugendbasketball sämtliche Altersklassen: Nils Brinkmann, Kai Küper, Louis Barkowski und Niko Tilkiaridis. Alle vier sind in Werne gestartet und nach einem gemeinsamen Zwischenstopp in der Jugendbundesliga in Münster spielen Brinkmann, Barkowski und Tilkiaridis nun in der ersten Herrenmannschaft der LippeBaskets Werne und trumpfen groß auf. Kai Küper galt schon, seit er mit dem Basketball begann, als besonders großes Talent des Vereins. Vor knapp eineinhalb Jahren verließ Küper das Quartett Richtung Amerika.

Kai Küper, Nils Brinkmann, Niko Tilkiaridis und Louis Barkowski gingen in der Jugendbasketball-Bundesliga gemeinsam für UBC Münster auf Korbjagd.

Kai Küper, Nils Brinkmann, Niko Tilkiaridis und Louis Barkowski gingen in der Jugendbasketball-Bundesliga gemeinsam für UBC Münster auf Korbjagd. © Karo Mersch

Rund eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Kai Küper damals noch als 17-jähriger seiner Heimatstadt den Rücken kehrte und sich nicht etwa in Deutschland einem anderen Basketballverein anschloss. Nein – Küper wagte den Schritt nach Amerika. Dort steht er kurz vor seinem Abschluss an der Highschool und zeigt sich mit den bisherigen rund eineinhalb Jahren zufrieden.

Straffes Trainingsprogramm

Das Schul- und Trainingspensum Küpers ist enorm hoch, sein Trainingsplan straff, sodass Küper auch die Feiertage im fernen Amerika verbrachte. Dazu erklärt er: „Wir spielen normalerweise dienstags und donnerstags.“ Doch nicht alles ist wie in Deutschland: „Spiele sind bei uns 4x8 acht Minuten und die Dreierlinie ist näher, was das Spiel aber nicht wirklich leichter macht, da der Nahbereich gut verteidigt wird.“

An die veränderte Spielweise hat sich der 18-Jährige allerdings bestens gewöhnt. Die Resultate sprechen für sich. Sein Team der „Middleburg Academy Dragons“ hat in der bisherigen Spielzeit erst zwei Spiele verloren. Doch derzeit kann Küper nicht mitwirken. „Ich habe mir die Bänder im Fuß gerissen“, sagt er wehmütig. Dennoch stehen einige Krafteinheiten im Fitnessstudio an. Dort verbrachte Küper sogar einen Teil seines Weihnachtsfestes: „Morgens war ich im Fitnessstudio.“

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Doch passend zur Bescherung mit Präsenten aus Deutschland war das Training abgeschlossen. Auf die Frage, ob es nicht komisch sei, in einem fernen Land weit weg von der Familie Weihnachten zu verbringen, antwortet Küper routiniert: „Es ist schon ein bisschen einsam, aber man kommt sowieso nicht wirklich in Weihnachtsstimmung, daher ist es nicht allzu schlimm.“

Nach dem Highschoolabschluss in den USA bleiben

Wenn Kai Küper im Sommer seinen Highschoolabschluss macht, möchte er am liebsten in den USA bleiben und ein Studium aufnehmen. Dazu flatterten bereits die ersten Angebote von Colleges bei dem 18-jährigen Werner ein. Doch noch zeigt sich Küper geduldig und will nach auskurierter Fußverletzung in den kommenden Wochen wieder angreifen.

Dann wird er einigen Colleges vorspielen, bevor eine finale Entscheidung fällt, welchem College er sich anschließen will. Bei der Wahl seines Studienfaches ist Küper derzeit ebenfalls noch unschlüssig: „Ich habe noch keine Ahnung, was ich machen werde. Entweder etwas in Richtung von Engineering, Computational Engineering oder Business Management“, sagt der Werner.

Schritt zurück nach Deutschland in der Hinterhand

Der Schritt zurück nach Deutschland kommt für Küper auch in Frage, allerdings wäre dies nur seine zweite Option. „Möglich wäre es, ist aber eher unwahrscheinlich. Momentan bin ich sehr fokussiert, hier etwas zu bekommen.“

Doch obwohl Küper rund 6000 Kilometer weit weg wohnt, ist er auch immer bestens informiert, was seine ehemalige Mannschaft der LippeBaskets in der zweiten Regionalliga auf das Parkett bringt. „Ich checke immer nach den Wochenenden, wie es so läuft.“ Als er auf seine alten Teamkollegen um Niko Tilkiaridis, Nils Brinkmann und Louis Barkowski zu sprechen kommt, blickt er auf eine wahnsinnig lehrreiche und schöne Zeit zurück: „Ich vermisse es schon ganz schön, da wir ja seit wir ungefähr zehn Jahre alt waren, immer zusammen gespielt haben.“

Vielleicht gibt es ja in ferner Zukunft ein Wiedersehen der vier Spieler in einer Herrenmannschaft? Zu wünschen wäre es, dass die „Fantastischen Vier“ eines Tages wieder gemeinsam auf Korbjagd gehen.

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