Kreisauswahl bietet die Chance auf den Aufstieg

Sichtungstraining des DFB

Die Kreisauswahl kann den Weg zu einer teils großen Fußballkarriere ebnen – der Traum vieler junger Spieler. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Denn von den 50 bis 60 Spielern, die zu den ersten Sichtungstrainings eingeladen werden, kommen am Ende nur 15 Spieler in den Kreisauswahlkader.

SEPPENRADE

, 08.11.2016, 11:11 Uhr / Lesedauer: 4 min
Kreisauswahl bietet die Chance auf den Aufstieg

Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.

Auf ihren Rücken prangen die großen Namen: Aubameyang, Neymar, Götze. Mancher ist im Trikot, mancher in der Kluft des Heimatvereins. Doch sie alle verbindet eins: die Lust auf das Fußballspielen. Und das schon in jungen Jahren. Denn die Spieler beim Sichtungstraining des DFB-Stützpunktes in Seppenrade sind gerade mal zehn Jahre alt, manche erst neun. Es ist das erste Jahr, in dem sie die Möglichkeit haben, sich für die Kreisauswahl im DFB-Stützpunkt zu präsentieren. Und die Möglichkeit, es vielleicht zu einem größeren Verein zu schaffen.

50 bis 60 Spieler kommen aus dem gesamten Kreisgebiet zu den ersten Einheiten. Als Einzugsgebiet gilt der Altkreis Lüdinghausen: Senden bis Werne, Dülmen bis Ascheberg. Für welche Mannschaft die Neun- und Zehnjährigen spielen, ist dabei egal. Der Wohnort ist wichtig. Und so waren beim zweiten Sichtungstraining am vergangenen Sonntag auch Spieler aus Werne und Herbern dabei.

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So war das Sichtungstraining des DFB in Seppenrade

50 bis 60 Kinder wohlen ihn. Einen Platz im Kader der Kreisauswahl Unna/Hamm. Doch nur 15 bis 18 dürfen dort ab August mitspielen. Aus diesem Grund bietet der DFB-Stützpunkt in Seppenrade bereits für die Neun- und Zehnjährigen Sichtungstrainings an. Wir waren mit der Kamera dabei.
07.11.2016
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Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Im Oktober beginnt der DFB-Stützpunkt in Seppenrade mit der Sichtung der Spieler für die Kreisauswahl im August. Von den anfangs 60 Spielern bleiben am Ende nur 15 über, die den Kader erreichen.© Foto: Verena Schafflick
Schlagworte Werne

Keine richtige Motivation

Jürgen Hohenhövel trainiert beim SV Herbern die E1. Sechs Spieler haben sich aus seiner Mannschaft für das Sichtungstraining angemeldet, darunter auch ein Torwart – und sein Sohn. „Ich bin heute als Vater hier“, sagt er. Nils ist zehn Jahre alt und spielt in der E1 fast alle Positionen. „Feste Positionen haben wir da noch nicht“, erklärt er. Für ihn ist es das erste Training beim Stützpunkt Seppenrade. Tochter Carina (12) war auch schon beim Training der Kreisauswahl, aber für die Mädchen in Kaiserau. Muss man seine Kinder für so ein Training motivieren? „Man sagt ihnen schon, dass die Besten aus dem ganzen Kreis hier sind“, sagt Hohenhövel. Aber richtige Motivation gibt es nicht.

Auch Marcus Neuhaus ist in Seppenrade, Trainer der E1 des Werner SC. Neun Spieler aus seiner Mannschaft sind dabei. So auch sein Sohn Mika (10). Seine teilnehmenden Spieler seien nur eine Vorauswahl, denn in der Mannschaft seien viele auf unterschiedlichem Niveau. Das merkt man im Ligabetrieb kaum: Seit eineinhalb Jahren ist die E1 des Werner SC in der Liga ungeschlagen.

Während der verschiedenen Übungen guckt Wolfgang Gräser genau hin, gibt immer wieder zwischendurch Anweisungen. Er ist Kreisauswahltrainer für Unna/Hamm. Er beobachtet die Spieler bei den einzelnen Übungen: Wie ist die Ballführung? Wie sind die Pässe? Wie bewegt der Spieler sich? Wie gewandt ist er? Wie ist die Schusstechnik? Das alles sind Kriterien, auf die die vier Trainer am Stützpunkt achten.

Und sie müssen streng sein. Denn von den annäherend 60 Spielern, die zu den ersten vier Sichtungsterminen von Oktober bis Dezember kommen, bleiben letztendlich nur 15 bis 18 über, die es endgültig in den Kader schaffen. Schon an diesen vier Terminen wird ordentlich ausgedünnt. Denn danach dürfen 25 Spieler noch mal wiederkommen zu den Hallentrainingseinheiten in Dülmen. Erst vor den Sommerferien 2017 steht dann fest, wer ab August in der Kreisauswahl spielt.

Auch Jüngere dabei

Im Kader sind dann auch zwei bis drei aus dem Jungjahrgang, um dort Erfahrungen zu sammeln. Die vielen Sichtungstermine sollen die Auswahl für die Spieler gerecht machen. „Jeder kann mal einen schlechten Tag haben und seine Leistung nicht komplett abrufen“, erklärt Gräser. Hinzu kommt, dass nicht alle Spieler an allen Terminen können. So haben alle die gleiche Chance.

Diese Auswahl zu treffen ist nicht immer einfach. Gerade, wenn es um die letzten vier bis fünf Plätze im Kader geht, das weiß der Trainer der Kreisauswahl. Er hat schon die ersten Spieler ins Auge gefasst, die seiner Meinung nach auf jeden Fall im kommenden Jahr in die Mannschaft gehören. „Zu 80 Prozent sind sich da alle Trainer einig“, erklärt er. Nur eben bei den letzten vier bis fünf Plätzen müsste man sich zusammensetzen und das Für und Wider besprechen.

Vor den Sommerferien steht dann der Kader. Dann geht es auch mit dem älteren Jahrgang ins Trainingslager nach Lienen im Tecklenburger Land. Teambuilding steht auf dem Programm. Wer dann dachte, dass er sich auf den Lorbeeren ausruhen könnte, der liegt falsch, versichert Wolfgang Gräser und betont: „Der Spaß steht im Vordergrund.“ Dennoch kann es auch passieren, dass man seinen Kaderplatz verliert – oder ihn freiwillig abgibt.

So wie Carina Hohenhövel in der Mädchenkreisauswahl. „Sie sollte erst mal mit der Schule klarkommen“, so Jürgen Hohenhövel vom SV Herbern. Schließlich kommen zu den zwei Einheiten im Verein sowie das Spiel am Samstag dann noch eine Trainingseinheit mit der Kreisauswahl sowie sonntags Turniere hinzu. Dass das Zeit kostet, weiß auch Gräser. „Die Schule hat Vorrang“, sagt er. Hinzu käme die Belastung für die Eltern, die ihre Kinder fahren müssten.

Zu frühe Wechsel

Wer den Kader verlässt, wird ersetzt. Denn auch außerhalb der Sichtungstrainings kann man es in den Kader schaffen. So können Vereine ihre Spieler dem Stützpunkt empfehlen. Die Trainer treffen dann die abschließende Entscheidung. Der Kaderplatz kann Türen öffnen. Denn bei den Turnieren sind oftmals Scouts, also Spielerbeobachter, von Vereinen wie Preußen Münster oder auch Borussia Dortmund dabei. Dennoch rät Wolfgang Gräser von einem Wechsel während der Zeit des Fördertrainings, das mit dem Ende der C-Jugend abgeschlossen ist, ab. „Der Wechsel kommt zu schnell“, sagt Gräser, der am Sonntag von Dirk Klawitter und Jonas Lindner während des Trainings unterstützt wurde.

Dennoch sei es klar, dass die Spieler in der Kreisauswahl auf höherem Niveau spielen – und dies dann auch im Verein machen wollen. So wie Holger Möllers‘ Sohn Phil, der in der Kreisauswahl spielt und vor der Saison vom TuS Ascheberg zum FC Gievenbeck wechselte. Am Sonntag begleitete der Trainer der Herrenmannschaft des SV Herbern seinen zweiten Sohn Gerrit zum Kreisauswahltraining.

Von einem Vereinswechsel ist Jan Pettentrup (9) erstmal noch entfernt. Er ist Torwart beim SV Herbern. Das Training sei schon intensiver gewesen als im Verein, gibt er zu. So ist es nun mal, wenn man mit den Besten des Kreises spielt.

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