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LippeBaskets bauen auf Kanadier

rnVideo-Interview

Die LippeBaskets haben mit der Verpflichtung von Jordan Rose alles richtig gemacht. Sein Deutsch ist allerdings noch ausbaufähig. Für unser Video-Interview brauchten wir einen Übersetzer.

Werne

, 01.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Jordan Rose ist angekommen in Werne. Und das auf vielfältige Weise. Der kanadische Importspieler der LippeBaskets Werne kann mittlerweile die erwartete Führungsrolle beim Zweitregionalligist einnehmen. Der 31-jährige spielt auf der Position des Point Guards, also der des Aufbauspielers, kann in der Verteidigung aber ebenso wichtig wie überragend sein. RN-Sportredakteuer Dominik Gumprich sprach mit Jordan Rose über seine ersten fünf Monate in Werne. Mit dabei Coach Christoph Henke – und das nicht nur als Übersetzer.

Herr Rose, es ist zwar schon etwas länger her, aber haben Sie Sim-Jü gut überstanden?

Rose: Sim-Jü hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte sehr viel Spaß.

Und wie hat der Coach Sim-Jü verbracht? Sie waren doch sicherlich mit der Mannschaft unterwegs?

Henke: Wir haben uns den Sim-Jü-Montag genommen, haben das Training früher beendet und sind über die Kirmes gegangen. Wir haben alle zusammen Pferderennen gespielt und viel Spaß gehabt. Leider hatten wir am Sim-Jü-Samstag kein Spiel. Leider deswegen, weil es doch immer ganz schön ist, wenn man den Sim-Jü-Samstag mit einem Sieg garnieren kann.

Herr Rose, Sie spielen jetzt seit fünf Monaten in Werne, haben hier auch mittlerweile eine Wohnung. Wie haben Sie sich eingelebt?

Rose: Ich lebe jetzt seit drei Monaten in Werne. Ich bin glücklich, alles läuft gut.

Henke: Obwohl, einmal gab es etwas, da mussten wir abends Jordans Batterie am Auto tauschen (lacht).

Der Trainer muss ja gar nicht so viel übersetzten. Sie verstehen also ein bisschen Deutsch, Herr Rose.

Rose: Ein bisschen (auf deutsch).

Wie wichtig ist das für Sie, eine Wohnung in dem Ort zu haben, in dem Sie auch im Verein Basketball spielen?

Rose: Das ist für mich sehr wichtig. So kann ich ein Teil des Teams und der Kultur sein.

Henke: Und natürlich fällt für ihn das Pendeln weg. Das ist ja auch gut.

Herr Rose, in der vergangenen Saison haben Sie in Hagen gewohnt und dort beim TSV gespielt. Was ist der Unterschied zwischen Ihrem Ex-Klub und den LippeBaskets?

Rose: Überall ist irgendetwas anders. Die Kultur, die Leute. Generell bin ich einfach froh, in Deutschland zu sein.

Wie lange möchten Sie in Deutschland bleiben?

Rose: So lange wie ich kann. Ich kann hier Basketball spielen und habe in Werne auch eine Arbeitsstelle gefunden.

Wo arbeiten Sie?

Rose: Bei Getränke Bispinghoff.

Neben dem Basketball, was haben Sie da für Hobbys, Herr Rose?

Rose: (lacht und überlegt länger) Ich gehe ins Fitnessstudio und spiele ab und zu mal Videospiele in meiner Freizeit. Das war es schon.

Henke: Mir hat die Reihenfolge gefallen, dass er das Fitnessstudio vor den Videospielen aufgezählt hat (lacht).

Zum Sportlichen, Herr Rose. Wie sehen Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Rose: Durch die beiden Niederlagen zum Auftakt sind wir etwas langsam reingekommen. Nun haben wir mit vier Siegen Fahrt aufgenommen. Wir sind auf einem guten Weg, das Jahr und die Saison insgesamt gut abschließen zu können.

Das dürfte sich doch auch mit der Meinung des Trainers decken, oder?

Henke: Es ist auf jeden Fall einen Prozess, den wir durchlaufen. Wir tun nicht gut daran, auf die Tabelle zu gucken und uns danach zu beurteilen. Das haben wir nach den beiden Niederlagen auch nicht gemacht. Wir schauen nur, was wir als Team drauf haben. Und ich glaube wir können sagen, dass wir unser Limit noch nicht erreicht haben. Und genau das ist in erster Linie unsere Aufgabe, als Team an dieses Limit heranzukommen.

Herr Rose, Sie trainieren bei den LippeBaskets doch auch Jugendliche, oder?

Rose: Ja, ich gebe individuelle Trainingsstunden für Jugendliche. Wo immer ich helfen kann, mache ich das.

Henke: Jordan ist als Individualtrainer bei uns eingebaut. Er hilft einer Gruppe talentierter Jugendlicher, Fortschritte zu machen. Ich glaube, dass seine Sichtweisen und Erfahrungen den Jungs wirklich helfen können.

Und als Spieler der ersten Mannschaft, wie wichtig ist Jordan Rose da für den Trainer?

Henke: Extrem wichtig. Jordan ist nicht nur eine Führungspersönlichkeit auf dem Feld, sondern auch für mich ein Ansprechpartner. Ich hole mir viel Feedback bei ihm. Es ist mir wichtig, dass wir viel miteinander sprechen. Aber auch unsere Zusammenarbeit hat am Anfang Zeit gebraucht. Das wurde von Woche zu Woche besser. Das hat man an seiner eigenen Leistung gesehen, aber auch daran, was er für einen positiven Einfluss auf die Mannschaft hat. Für mich ist ganz wichtig, dass Jordan kein Spieler ist, der sich über das Scoring definiert, sondern einer, der versucht, das Beste für die Mannschaft rauszuholen.

Wie sehen Sie ihre Leistung in den vergangenen Spielen?

Rose: Ich brauchte am Anfang Zeit, um die Jungs und das System kennenzulernen – offensiv wie defensiv. Aber mittlerweile habe ich meinen Rhythmus gefunden.

Henke: Das kann ich nur bestätigen. Für ihn war glaube ich auch das Spiel gegen seinen Ex-Klub TSV Hagen (87:65, Anm. d. Redaktion) ein Knackpunkt. Da hat er ein hervorragendes Spiel gemacht. Seitdem läuft es auch im Zusammenspiel mit der Mannschaft sehr gut.

Herr Rose, was sind Ihre Ziele für dieses Saison?

Rose: Ich will immer gewinnen. Das gibt es kein anderes Ziel. Gewinnen ist die einzige Sache, die mich motiviert – egal, wie viele Punkte ich mache.

Henke: Genau das ist seine Vorgeschichte, warum er für uns so interessant war. Jordan ist ein Gewinnertyp. In der vergangenen Saison hat er Hagen überraschend zur Meisterschaft geführt. Und jetzt führt er hier bei uns seinen Weg fort, indem er junge Spieler weiterentwickelt und sich in den Dienst der Mannschaft stellt.

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