Sport treibt man in Trikots. Schiedsrichter und Zuschauer sollen die Teams auseinanderhalten können. Was passieren kann, wenn man die Trikots vergisst, haben die Damen der LippeBaskets erlebt.

Werne

, 28.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Basketballerinnen der LippeBaskets Werne haben am ersten Spieltag der Landesliga keine Punkte eingefahren – haben aber auch keine einzige Minute gespielt. Um 12 Uhr sollte die Partie am Sonntag beim Aufsteiger TSVE Dortmund II eigentlich beginnen. Doch die Wernerinnen hatten ihre Trikots vergessen. Kann passieren. Darf natürlich nicht. „Das war ganz klar mein Fehler“, sagt Tim Mantei, Coach der LippeBaskets-Damen. Aber was tun?

Fahrt gegen die Uhr

Schnell wurde ein Elternteil in Werne angerufen, das sich dann auch bereit erklärt hat, die Trikots, die noch in der Werner Ballspielhalle lagen, nach Dortmund zu bringen. Es wurde eine Fahrt gegen die Uhr. Binnen einer halben Stunde hätten die Trikots in Dortmund sein müssen, um die Karenzzeit für den Anpfiff einzuhalten, die eben 30 Minuten beträgt. Dass das schwierig werden würde, zeigt allein schon der Blick auf das Navigationsgerät, das als kürzeste Fahrtzeit zwischen den Hallen in Werne und Dortmund 38 Minuten angibt – nicht zu schaffen also. Der Vater hat es trotzdem probiert. „Vielen Dank für den tollen Einsatz“, sagt Mantei.

Der Werner Trainer hatte sich in der Zwischenzeit natürlich schon etwas anderes einfallen lassen. Er wollte seine Mannschaft mit den Warmmach-Shirts auflaufen lassen. Vergebens. „Der Schiedsrichter war dagegen“, so Mantei. „Eine Dortmunder Spielerin wollte uns dann Leibchen geben. Das hat der Trainer aber verhindert. Die wollten wohl als Aufsteiger die ersten Punkte kampflos einstreichen. Fair-Play sieht anders aus“, sagte Mantei, der sich über diese Aktion sehr geärgert hat.

„Sportlich revanchieren“

„In der vergangenen Saison haben drei Gästeteams vergessen, ihre Trikots mit zu uns zu bringen. Wir haben immer mit Shirts oder Leibchen ausgeholfen“, so Mantei. „Dafür müssen wir uns halt sportlich im Rückspiel revanchieren.“ Die verlorenen Punkte an Dortmund sind das eine, das andere ist das aus Manteis Sicht unsportliche Verhalten. Viel schlimmer sei es jedoch gewesen, nicht auf dem Feld stehen zu dürfen. „Wir waren richtig motiviert, waren richtig heiß auf das erste Duell der Saison“, erzählt Wernes Coach.

Als die Zeit schließlich abgelaufen war, die Schiedsrichter ihren Bericht ausgefüllt hatten und damit die möglichen Punkte für Werne futsch waren, hätten die Gastgeber den LippeBaskets an Ort und Stelle ein Testspiel angeboten, nach dem Motto „dann war die Fahrt für euch nicht ganz umsonst“. Die Werner Mannschaft lehnte dankend ab.

„Gehe in die Vereinsgeschichte ein“

„Die ganze Geschichte ist echt ärgerlich. So gehe ich eben in die Vereinsgeschichte ein“, sagt Mantei und lacht. Für ihn und sein Team beginne die Saison sowieso immer erst mit dem ersten Heimspiel. Das findet am Samstag, 29. September, um 15 Uhr in der Ballspielhalle, Bahnhofsstraße 1, statt. „Wir freuen uns schon, sind gut drauf. Die Vorbereitung verlief sehr gut. Vor allem, was den Teamgeist angeht, haben wir große Fortschritte gemacht. Es geht nicht mehr darum, dass einer 30 Punkte oder so wirft. Das gefällt mir alles sehr gut“, sagt Tim Mantei.

Die Saisonziele will er trotzdem nicht zu hoch hängen. „Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Und dann peilen wir das obere Mittelfeld an“, sagt Mantei, der hofft, so eine Spielzeit wie die vergangene nicht mehr zu erleben. Damals waren die LippeBaskets zu Weihnachten auf Platz eins. Dann verletzten sich sechs Spielerinnen und am Ende stand nur Rang sieben zu Buche.

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