Marco Kutscher siegt erstmals beim Großen Preis der Lenklarer Reitertage

Lenklarer Reitertage

Marco Kutscher ist Sieger des Großen Preises bei den Lenklarer Reitertagen. Der 44-jährige Springreiter gewann am Montag das Stechen mit 58 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Felix Haßmann.

Werne

, 22.04.2019, 21:46 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nach 47,1 Sekunden kamen Marco Kutscher und Casallvano fehlerfrei im Ziel an und holten somit den Sieg im Stechen um den Großen Preis.

Nach 47,1 Sekunden kamen Marco Kutscher und Casallvano fehlerfrei im Ziel an und holten somit den Sieg im Stechen um den Großen Preis. © Sebastian Reith

Den Wallach Casallvano habe er noch gar nicht so lange, sagte der dreifache Europameister Marco Kutscher vom ZRFV Riesenbeck nach der finalen Prüfung bei den Lenklarer Reitertagen am Montagnachmittag. Und dennoch habe er schon am Vortag „ein gutes Gefühl“ gehabt. „Casallvano ist am Sonntag schon gesprungen, hatte leider einen Fehler. Ich bin dennoch guter Dinge angereist und jetzt einfach nur stolz, endlich in der Siegerliste des Großen Preises von Werne zu stehen“, sagte ein sichtlich erfreuter Kutscher bei der Siegerehrung, bei der er nebenbei ein Preisgeld von 12.500 Euro kassierte. Der Große Preis wurde in diesem Jahr erstmals als ein Vier-Sterne-S-Springen ausgetragen - eine Prüfung, die es so nur dreimal in Deutschland gibt.

Anspruchsvoller Parcours

13 Hindernisse galt es für die 42 genannten Reiter zu überwinden, eine Dreier- und eine Zweierkombination verkomplizierten das Ganze noch. Insgesamt gab es 16 Sprünge auf 470 Metern mit einer maximalen Hindernishöhe von 1,55 Metern. Im ersten Durchgang mussten sich Kutscher und Casallvano nur Leonie Jonigkeit und ihrem Wallach Candino vom Verein Pferdesport Thüdinghausen geschlagen geben: Die Springreiterin legte mit 79,3 Sekunden im Parcours eine überragende Zeit vor - und das mit dem ältesten Pferd im ganzen Feld. Candino ist schon 18.

Kutscher gelang nach 80,14 Sekunden ins Ziel.

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Wichtig war es in dieser Runde, fehlerfrei unter der vorgegebenen Zeit von 83 Sekunden zu bleiben. Von 42 Reitern gelang dies neben Kutscher und Jonigkeit noch Felix Haßmann (82,2; ZRFV Lienen), Gerrit Nieberg (81,74; RV St. Hubertus Wolbeck), der Schwedin Nicole Persson (81,71; ZRFV Borken) und überraschend auch Ilena Kilian (80,36; RV Haiger-Rodenbach), die sich somit allesamt für das anschließende Stechen qualifizierten. Zwei weitere Reiter waren fehlerfrei geblieben, hatten aber die Zeitvorgabe minimal verfehlt.

Leonie Jonigkeit feierte mit Candino den Einzug ins Stechen. Mit 79,3 Sekunden stellten die beiden im ersten Durchgang die beste aller fehlerfreien Zeiten auf.

Leonie Jonigkeit feierte mit Candino den Einzug ins Stechen. Mit 79,3 Sekunden stellten die beiden im ersten Durchgang die beste aller fehlerfreien Zeiten auf. © Marcel Schürmann

Sechs Springer im Stechen

Im Stechen hatte dann Marco Kutscher die Nase vorn. Er und Casallvano blieben in einem kleineren Parcours in 47,1 Sekunden erneut fehlerfrei und hatten damit am Ende genau 58 Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten, Felix Haßmann und Cayenne. „Es ist etwas besonderes, Felix Haßmann mal zu schlagen“, meinte Kutscher. Normalerweise stünde Haßmann immer vor ihm. „Ich bin meistens weit dahinter. Aber heute hat alles gepasst und ich war mal knapp davor“, so Kutscher. Nicole Persson erreichte ebenfalls eine 47er-Zeit, leistete sich mit Sagolda allerdings einen Fehler im Stechen - wie auch Leonie Jonigkeit mit Candino (50,62 Sekunden) und Ilena Kilian mit Acuero (50,99). Die drei Amazonen belegten letztlich die Plätze vier, fünf und sechs.

Für die 19-jährige Ilena Kilian war die Platzierung bei ihrem ersten Vier-Sterne-S-Springen eine Überraschung: „Ich habe Acuero schon, seit er jung ist. Am Sonntag hat es mit ihm auch schon super geklappt. Deshalb habe ich ihn spontan nachgenannt für den Großen Preis - einfach um zu lernen.“ Gelernt haben dann aber doch viele andere Reiter von Acuero und Ilena Kilian, die am Morgen noch auf dem Hof von Markus Merschformann gearbeitet hat und am Nachmittag vor Riesenpublikum in den Parcours um den prestigeträchtigen Großen Preis ging. „Er ist ein spezielles Pferd. Aber das sind ja bekanntlich die besten.“

Drittplatzierter wurde übrigens der dritte Herr im Bunde: Gerrit Nieberg und Contagio kamen zwar erst nach 55,93 Sekunden ins Ziel, blieben jedoch fehlerfrei.

Großer Preis ohne Ludger Beermann, Lutz Gripshöver und Marie Ligges

Beim Blick auf die Starterliste vermissten viele Zuschauer die kurz zuvor mit dem Goldenden Reitabzeichen ausgezeichnete Marie Ligges sowie Gastgeber Lutz Gripshöver. Für Gripshöver war der Große Preis kein Thema: „Es gibt heute so viel auf der Anlage zu tun. Da schaue ich mir den Großen Preis lieber in aller Ruhe an, als selbst noch mitzumischen“, sagte Gripshöver vor der Prüfung. Somit ging der Große Preis gänzlich ohne heimischen Starter über die Bühne. Auch Starreiter Ludger Beerbaum, der sich in der vergangenen Woche zunächst für den Großen Preis gemeldet hatte, blieb der Prüfung fern.

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