Marvin Schuster: „In der Landesliga hat niemand einen Freifahrtschein - außer in Werne“

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WSC-Stürmer Marvin Schuster (22) wechselt in diesem Winter vom Werner SC zum SuS Kaiserau. Jetzt äußert sich der Spieler selbst zu seinem Abschied aus Werne, wo es ihn nur ein Jahr hielt.

von Marcel Schürmann

Werne

, 17.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montag ließ der Fußball-Abteilungsleiter des Werner SC, Thomas Overmann, die Katze aus dem Sack. Neben der Verkündung des Neuzugangs Hasan Bastürk, teilte Overmann ebenfalls mit, dass Marvin Schuster den Klub in der Winterpause verlassen werde.

Schuster selbst bestätigte den Wechsel zum SuS Kaiserau auf Nachfrage und stand im Interview mit Marcel Schürmann Rede und Antwort. Das ist der Grund für den Winterwechsel.

Herr Schuster, im August sagten Sie noch, Sie hätten den Wechsel nach Werne nicht bereut. Wie sieht es nun im Dezember aus?

Nein, bereut habe ich den Wechsel auch heute nicht. Aber ich möchte halt Fußball spielen. Die Chancen sehe ich in Werne nicht so gut gegeben.

Die geringen Einsatzzeiten sind also der Grund für Ihren Wechsel?

Ja. Es liegt letztlich an den geringen Einsatzzeiten. In der Vorbereitung bin ich mit einem doppelten Bänderriss ausgefallen. Seitdem habe ich immer versucht, zurückzukommen. Ich bin immer beim Training, aber bekomme einfach nicht die Einsätze, die ich mir gewünscht habe.

Wann genau haben Sie für sich die Entscheidung getroffen?

Der Gedanke ist nach und nach gereift. Wenn immer auf dieselben Spieler gebaut wird und ich fast nur auf der Bank sitze, ist es natürlich frustrierend.

Wieso haben Sie sich für den SuS Kaiserau entschieden?

Simon Erling (Sportlicher Leiter beim SuS Kaiserau, Anm. d. Red.) hat mich schon im Sommer vor meiner Verletzung kontaktiert. Und jetzt vor der Winterpause nochmal. Ich hatte ein gutes Gefühl in den Gesprächen mit ihm und dem Trainer Jörg Lange. Nach dem letzten Ligaspiel mit dem WSC habe ich in der Folgewoche auch schon in Kaiserau mittrainiert. Und: Der Fahrtweg beträgt für mich nur 20 Minuten.

Marvin Schuster: „In der Landesliga hat niemand einen Freifahrtschein - außer in Werne“

Wenn Schuster (l.) zuletzt spielen durfte, dann meistens nur als Einwechselspieler. Hier kommt er für Jannik Prinz (M.) ins Spiel. © Schürmann

Wie war Ihr erster Eindruck beim SuS?

Gut. Ich kenne in Nino Herrmann und Timo Milcarek sogar zwei Spieler dort. Das erleichtert den Einstieg enorm. Mit Nino habe ich früher mal bei Eintracht Dortmund zusammengespielt. Und mit Timo habe ich mir damals zu Bezirksliga-Zeiten ein Kopf-an-Kopf-Duell um die Torjägerkanone geliefert.

Sie sprechen Timo Milcarek an. Auch in Kaiserau wird es Konkurrenz für Sie geben.

Ja, Konkurrenz ist ja auch nichts Schlechtes. Der Weg ist nicht automatisch für mich frei. Ich denke, in der Landesliga hat kein Spieler einen Freifahrtschein - außer in Werne.

Gab es auch Angebote von anderen Vereinen?

Ich hatte noch zu zwei weiteren Vereinen einen losen Kontakt. Zu Gesprächen ist es aber nicht gekommen.

Kaiserau steckt tief im Abstiegskampf. Das Ziel ist sicherlich der Klassenerhalt.

Ja, definitiv. Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Am Sonntag haben wir noch eine unglückliche Niederlage dazubekommen. Aber ich denke, wenn wir alle miteinander harmonieren, sollten wir am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

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