„Mir fehlt am Ende ein Stück weit die Geduld“

Fußball: Kreisliga A

Im Sommer ist Schluss: Wie der TuS Ascheberg am Montag mitteilte, endet nach dem letzten Spieltag die Zusammenarbeit des A-Ligisten mit Trainer Andrea Balderi „im beiderseitigen Einvernehmen“. Im Gespräch mit Marc-André Landsiedel verrät der Coach, dass der Impuls von ihm ausging.

Ascheberg

, 13.12.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der scheidende Trainer Andreas Balderi freut sich noch auf „14 geile Spiele“ mit dem TuS Ascheberg. Ab dem Sommer möchte er dann bei einem neuen Verein noch leistungsorientierter arbeiten.

Der scheidende Trainer Andreas Balderi freut sich noch auf „14 geile Spiele“ mit dem TuS Ascheberg. Ab dem Sommer möchte er dann bei einem neuen Verein noch leistungsorientierter arbeiten. © Foto Helga Felgenträger

Herr Balderi, am Montag gab der TuS Ascheberg das Ende Ihrer Zusammenarbeit im kommenden Sommer bekannt. Was waren die Gründe hierfür?

Ich wollte der Mannschaft für die kommende Rückrunde nochmal einen neuen Impuls mit auf den Weg geben. Und auch für mich selber wollte ich einen neuen Reiz setzen.

Das heißt im Klartext, der Schritt ging von Ihnen aus?

Ja, genau. Ich habe einen guten Draht zu den Spielern und zum Vorstand. Der Vorsitzende Manfred Trahe wollte gerne mit mir verlängern. Ich hatte mir bis Januar Bedenkzeit erbeten. Durch die jetzige Entscheidung können beide Seiten in Ruhe gucken und für die Zukunft planen.

Was hat den Ausschlag für Ihre Entscheidung gegeben?

Mit meinen 48 Jahren bin ich noch immer sehr euphorisch. Ich möchte in Zukunft noch leistungsorientierter arbeiten. Das ist in Ascheberg schwierig, weil wir hier auf die Jugend setzen. Wir haben zwar gute Spieler, aber sie sind noch sehr jung. Da sind mir als Trainer auch ein bisschen die Hände gebunden. Als ich vor anderthalb Jahren die Senioren übernommen habe, haben wir viele Spieler aus der A-Jugend raufgezogen. Wir haben ihnen Vertrauen geschenkt, sie haben es zurückgezahlt. Ich habe damals gesagt, dass der TuS irgendwann eine sehr starke Mannschaft haben wird. Die Jungs sind gute Fußballer – mir fehlt am Ende auch ein Stück weit die Geduld.

Der TuS hat Ihnen in der Pressemitteilung für Ihre gute Arbeit in „zwei schwierigen Jahren“ gedankt. Was war so schwierig?

In der ersten Saison wurden wir mit unseren vielen jungen Spielern, auch von der Presse, von Anfang an für mundtot erklärt. Wir waren aber kein Kanonenfutter, waren nicht etwa schon nach der Hinserie abgestiegen. So weit war es erst am viertletzten Spieltag. Und diese Saison mussten wir lange auf Julian Tüns und Vincent Sabe verzichten, auch unser Torwart war verletzt. Genauso wie Benedikt Vester, den ich nach seiner Hüft-Op zum Co-Trainer gemacht habe – das war die beste Entscheidung überhaupt. Im neuen Jahr kann er hoffentlich wieder spielen und ist dann mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Ich habe mich jederzeit mit dem TuS identifiziert – das hat der Verein auch gemerkt.

Sie stehen mit 19 Punkten auf Rang 10. Welche Ziele bleiben für die Rückrunde?

Wir wollen Erfahrung sammeln, die Mannschaft besser machen und mehr Punkte sammeln als in der Hinrunde – dazu müssen wir aber auch mehr investieren. Die fehlende Fitness, um hintenraus mehr Spiele zu gewinnen, muss ich der Mannschaft ankreiden. Der Tiefpunkt war das 2:10 gegen Rinkerode – allerdings mit einer Mannschaft, die in dieser Konstellation nie wieder zusammen spielen wird. Wir wollen nochmal alles raushauen. Ich will mich vernünftig verabschieden und freue mich auf 14 geile Spiele.

Und im Sommer würden Sie gerne direkt einen anderen Verein übernehmen?

Auf jeden Fall, ich bin noch auf der Suche. Ich habe richtig Lust, meine Frau unterstützt mich auch voll. Bezirksliga oder höher wäre schön – aber ich höre mir natürlich grundsätzlich alles an.

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