Nur in Stockum fliegen noch die Korfbälle

Letzer Verein in Werne

Rhythmisches Donnern ist schon von der Straße vor der Bürgermeister-Abels-Turnhalle in Stockum zu hören. Es wird lauter und lauter je näher man sich der Halle nähert. Ein Blick hinter die Hallentür verrät, was sich hinter dem Geräusch verbirgt. Die C-Jugend des SV Stockum trainiert für ihr letztes Spiel der Saison. Sie spielen: Korfball.

STOCKUM

, 17.03.2015 / Lesedauer: 3 min
Nur in Stockum fliegen noch die Korfbälle

Julia Benning und Jonathan Mieskalla trainieren regelmäßig

Acht Kinder, alle etwa im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren, wuseln durch die Halle an der Boymersytraße. Zwei Stangen ragen in Richtung Hallendecke, das Ende bilden zwei gelbe, runde Kunststoffringe - die Korfball-Körbe. Sie sind das Objekt der Begierde der Kinder. Wie beim Basketball muss beim Korfball der Ball in diesen Körben versenkt werden. Anders als beim Basketball: Korfball-Teams bestehen aus Mädchen wie Jungen.

Drei junge Leute beobachten das Treiben der C-Jugendlichen von einer Bank. Diana Brümmer (22), Laura Kampert (18) und Nico Dieckmann (19) betreuen das einzige Korfball-Team der Stadt Werne. Diana und Laura haben früher selber Korfball in Stockum gespielt, Nico auch und ist immer noch in Selm aktiv. Über die Jahre musste der Verein immer mehr Korfball-Teams abmelden.

"Es wurde immer schwerer, Trainer zu finden", sagt Diana Brümmer. Die Studentin engagiert sich seit etwa sieben Jahren als Trainerin beim SV Stockum. Seit 2011 ist Laura mit dabei. Vor vier Jahren fiel auch der Startschuss für die jetzige C-Jugend. Nico stieß vor etwa sechs Monaten dazu.

"Wir haben damals ein Kinderferienprogramm auf dem Weltkindertag in Werne angeboten", erklärt Laura, die aktuell ihr Abitur macht. Da hätten sie die Kinder für den Sport begeistern können. Nicht nur die Trainer fehlen, auch der Nachwuchs an jungen Sportlern ist kaum da. "Man muss die Kinder schon in jungen Jahren abholen, sonst ist es nicht so einfach", sind sich alle drei einig.

Das Team, das sich 2011 gebildet hat, ist immer noch zusammen. Montagsabends treffen sich die Kinder zum Training, samstags wird in der Regel gespielt. Die Trainingsbereitschaft sei hoch, sagt Berufsschüler Nico. Zur Vorbereitung auf das Training informieren sich die drei jungen Leute im Internet über Übungen. "Kondition und Koordination ist für Korfball wichtig", sagt Laura.

Aufwand lohnt

Neben der Trainingsvorbereitung wird weiteres Organisationstalent den Dreien abverlangt. "Wir müssen schauen, wie viele Autos wir an Spieltagen benötigen, da helfen uns aber die Eltern der Kinder super mit", sagt Laura. Dass sich der Aufwand aber lohnt, merken Betrachter sofort. Mit Freude sind die Kinder bei der Sache. Korfball ist ein weitestgehend körperloser Sport. Acht Kinder bilden eine Mannschaft, in der jeder im Wettkampf seinen festen Gegenspieler hat. Nach zwei erzielten Körben wechselt das angreifende Team in die Verteidung und umgekehrt.

Auch Julia Benning und Jonathan Mieskalla bestätigen den Eindruck. "Mir macht es riesig Spaß, weil es fast ohne Körperkontakt auskommt", sagt die 14-Jährige. Jonathan mache der Sport "richtig Bock", der 13-Jährige komme jede Woche gerne zum Training.

Sportlich läuft es noch nicht ganz so gut beim Team. Nach elf Spieltagen warten die Kinder immer noch auf ihren ersten Sieg. Vielleicht gelingt dieser am kommenden Samstag, 21. März, beim letzten Heimspiel der Saison in der Ballspielhalle (14.30 Uhr, Bahnhofstr. 1. 59368 Werne). An Spielfreude und Einsatzbereitschaft wird es da mit Sicherheit nicht mangeln.

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