Philipp Zurwieden und Bronek Bakiewicz: „Im Endeffekt mangelte es an Alternativen“

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Philipp Zurwieden und Bronek Bakiewicz werden in der kommenden Saison die Oberliga-Volleyballerinnen des TV Werne trainieren. Wie die gemeinsame Vergangenheit ihnen dabei hilft, erzählen sie im Interview.

von Juri Kollhoff

Werne

, 05.07.2020, 11:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Philipp Zurwieden (27) und Bronek Bakiewicz (60) bilden das neue Trainerteam der Oberliga-Volleyballerinnen des TV Werne. Die beiden kennen sich schon seit mehr als zwanzig Jahren und haben den Werner Volleyball gemeinsam geprägt. Im Interview sprechen sie über die bisherigen gemeinsamen Jahre, die Ziele mit den Damen und wie sie Annika Böhle ersetzen wollen.

Sie haben bereits viele Erfolge im Werner Herrenvolleyball gefeiert. Wie kommt es jetzt zu dem gemeinsamen Engagement für den TV Werne?

Zurwieden: Im Endeffekt mangelte es einfach an Alternativen. Es gibt nicht so viele Trainer, die hier im Umkreis in Frage kommen. Deswegen sind wir zu dieser internen Lösung gekommen.

Bakiewicz: Genau, in den letzten Jahren hat es mit den Trainern, die von außerhalb nach Werne kamen, selten gepasst - weder beim TV Werne, noch beim Werner SC. Konkreter Auslöser war dann eigentlich, dass wir das Team schon zum Ende der vergangenen Saison im Abstiegskampf unterstützt haben. Die Mannschaft hat nicht so richtig mit ihrem damaligen Trainer harmonisiert. Dass wir das jetzt als Gespann machen, kommt daher, dass wir uns gegenseitig etwas entlasten können und ich auch weiterhin die Herren trainieren kann.

Damals haben Sie das Volleyballspielen bei ihrem heutigen Trainerkollegen gelernt, Herr Zurwieden. Wie sind dann heute die Kompetenzen verteilt?

Zurwieden: Bronek gibt zwei Mal pro Woche Training, ich einmal.

Bakiewicz: Darüber hinaus sehen wir das aber als gleichberechtigt an. Das war schon immer so, wenn ich in einem Trainergespann gearbeitet habe. Wir sprechen alles gemeinsam ab und da ist jede Stimme gleich viel wert.

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Herr Zuwieden ist gleichzeitig auch Trainer der zweiten Damen. Wie schätzen Sie das ein, Herr Bakiewicz?

Bakiewicz: Das ist mit Sicherheit ein großer Vorteil. Philipp sieht als erster, wer langfristig gesehen auch für die Damen I auflaufen kann. Er hat die Entwicklung der jungen Spielerinnen im Blick. Der zweite Vorteil ist, dass wir in unserem Spielsystem synchron laufen können.

Was hat momentan Priorität?

Zurwieden: Wir haben ja drei Monate gar nicht trainieren können. Momentan geht es darum, dass alle wieder langsam an den Ball kommen, um das Ballgefühl und den Spaß am Volleyball zurückzugewinnen. Die Pause war extrem lang. So gesehen ist es gut, dass wir dieses Mal auch in den Ferien trainieren dürfen und die Vorbereitung etwas länger ist.

Wie wollen Sie das Team nach der schwachen Saison 19/20 wieder auf die Erfolgsspur bringen?

Bakiewicz: Konkret können wir das noch nicht beantworten. Wir wollen erstmal Einzelgespräche mit allen Spielerinnen führen und uns dann auch noch mit dem gesamten Team auf eine Zielsetzung einigen. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir über den Spaß zurück zum Erfolg kommen und nicht andersrum. Beides ist dem Team in der vergangenen Saison abhanden gekommen.

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Welche Zielsetzung stellen Sie sich denn selbst, unabhängig von den Gesprächen mit der Mannschaft?

Zurwieden: Mit dem Abstieg wollen wir nichts zu tun haben. Wenn die Mannschaft das spielt, was sie kann, dann muss uns vor keinem Gegner Angst und Bange sein. Letzte Saison hat das Team einfach weit unter seinen Möglichkeiten gespielt.

Bakiewicz: Vor allem wenn man bedenkt, wer in der Staffel geblieben ist und dass drei Aufsteiger dabei sind, können wir eine gute Rolle spielen. Aber dafür muss auch noch etwas an der Disziplin gearbeitet werden.

Annika Böhle, Identifikationsfigur der Mannschaft, ist in dieser Spielzeit das erste Mal nicht mehr dabei. Wie können Sie die alte Mannschaftskapitänin ersetzen?

Bakiewicz: Eigentlich gar nicht. Annika war mehr als eine Spielerin. Sie war Kapitänin, Vorsitzende, Stammspielerin und immer erste Ansprechpartnerin vom Trainer, das Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft quasi. Da müssen wir erstmal jemanden finden, der das so weiterführen kann.

Ansonsten sind alle Spielerinnen weiterhin dabei. Sind noch Neuzugänge geplant?

Bakiewicz: Fairerweise muss man sagen, dass wir schon zwölf Spielerinnen haben. Wir haben einen Kader, der groß genug ist und der absolut oberligareif ist. Es gibt Spielerinnen, die als Neuzugänge in Frage kommen, aber hier gibt es noch nichts konkretes zu vermelden.


Sehen Sie Potential in der Reserve, um schon die ein oder andere Spielerin hochzuziehen?

Zurwieden: Leia Budde spielt ja schon fest in beiden Mannschaften gleichzeitig. Mal gucken, was sonst noch möglich ist. Es sind einige Perspektivspielerinnen dabei und auch einige neue Talente aus der Dritten dazugekommen.

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