Schiedsrichter vergisst Rote Karte – SV Herbern legt Einspruch gegen die Spielwertung ein

rnSV Herbern U23

Beim Spiel der U23 des SV Herbern gegen Warendorf II in der Kreisliga A gibt der Schiedsrichter eine Gelbe Karte statt einer Gelb-Roten. Jetzt wird das Spiel vielleicht wiederholt.

Herbern

, 22.10.2018 / Lesedauer: 4 min

Eine ganz normale Szene im Spiel Warendorfer SU II gegen die U23 des SV Herbern: Ein Warendorfer und ein Herberner Spieler gehen zu Boden, beide sehen die Gelbe Karte. Ein paar Minuten später wird das Spiel abgepfiffen. Erst nach dem Spiel wird klar, dass das ein Fehler des Schiedsrichters war.

Aber von Anfang an: Sonntagnachmittag in der Kreisliga A2. Die U23 des SV Herbern ist zu Gast beim Tabellenletzten Warendorfer SU II. SVH-Trainer Christian Adamek hatte vor dem Spiel drei Punkte von seinem Team gefordert, kurz vor Schluss steht es allerdings 2:2. Dann kommt es zur kritischen Szene des Spiels, die es in einer Saison etliche Male gibt. In der 89. Minute gehen Herberns Jannik Närdemann und Warendorfs Niklas Brändle in den Zweikampf. Beide verhalten sich nicht ganz legal, gehen zu Boden – beide stehen wieder auf.

Es bleibt bei Gelb

Schiedsrichter Candido Castanho belässt es bei Gelben Karten für beide Spieler. Ein paar Minuten später ist Abpfiff, es bleibt beim 2:2. Schlecht natürlich für die Herberner, die mit den drei Punkten in Warendorf gerechnet hatten. Aber so ist das nun mal im Fußball – so weit so gut. Als der Schiedsrichter nach dem Abpfiff den Spielbericht durchgeht, fällt ihm auf, dass Warendorfs Niklas Brändle schon in der 33. Minute eine Gelbe Karte gesehen hatte. In der 89. hätte er also mit Gelb-Rot vom Platz gemusst. „Mir ist das im Spiel auch nicht aufgefallen“, so SVH-Trainer Adamek.

Schiedsrichter Castanho hat seinen Fehler auch sofort zugegeben, änderte den Spielbericht und trug eine Gelb-Rote Karte für Brändle ein, die es auf dem Spielfeld aber nie gegeben hat. „Es war eine hektische Szene kurz vor Schluss, da habe ich tatsächlich die erste Gelbe Karte übersehen“, sagte Castanho einen Tag nach dem Spiel. „Ich ärgere mich natürlich über meinen Fehler, habe aber nach dem Spiel regelkonform im Spielbericht eine Gelb-Rote Karte eingetragen.“ Er wundere sich, dass Herberns Spielführer in der Szene nicht auf ihn zugekommen sei. „Hätte er mich auf den Fehler aufmerksam gemacht, hätte ich meine Entscheidung natürlich noch im Spiel korrigiert“, so Castanho.

Einspruch von Herbern

Eigentlich hätte die Geschichte hier zu Ende sein können. Eigentlich. Vielleicht, wenn die U23 des SV Herbern geführt hätte. Aber es stand bei Abpfiff nun mal 2:2 – und das gegen den Tabellenletzten aus Warendorf.

Deshalb hat sich der SV Herbern am Montagabend dazu entschlossen, Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen. Das bestätigte am Dienstag Dominik Reher, Geschäftsführer der Fußballabteilung des SV Herbern: „Wir haben das gestern Abend per Telefon mit unserem Sportlichen Leiter Frank Heidemann und dem Trainerteam der zweiten Mannschaft besprochen.“ Es habe überhaupt keine Diskussionen gegeben, so Reher. „Christian Adamek und sein Trainerteam haben ganz klar den Wunsch geäußert, Einspruch einzulegen. Da stehen wir als Verein dann natürlich voll hinter. Es war nun mal ein klarer Regelverstoß, deswegen schätze ich unsere Erfolgsaussichten auch sehr gut ein“, so Reher.

Auch Warendorf wäre zufrieden

Aber wie geht es jetzt weiter? Manfred Mönig, Vorsitzender des Kreissportgerichts Münster erklärt, dass innerhalb von 48 Stunden beim Sportgericht Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt werden müsse. Das hat der SV Herbern bereits regelkonform getan. „Innerhalb von zehn Tagen muss der Verein dann eine Einspruchgebühr in Höhe von etwa 50 Euro entrichten“, so Mönig. Drei Richter des Sportgerichts würden dann entscheiden, ob das Spiel aufgrund des Formfehlers wiederholt wird. Und was passiert, wenn dem Antrag der Herberner wirklich statt gegeben wird? „Wird der Einspruch angenommen, dann wird die Spielwertung aufgehoben. In der Tabelle sieht es dann so aus, als ob das Spiel nie stattgefunden hätte“, so Mönig.

Das würde auch dem Gegner aus Warendorf passen. Trainer Metin Ograk hätte kein Problem damit, wenn das Spiel wiederholt wird. „Das Unentschieden bringt beiden Mannschaften nichts. Bei uns haben am Sonntag auch viele Spieler gefehlt. Wenn Herbern Einspruch einlegen sollte, hätte ich bestimmt keine Probleme damit“, so Ograk.

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