Wieder die Hüfte: Sebastian Voigt muss seine Basketball-Karriere bei den LippeBaskets beenden

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Erst Anfang des Jahres war Sebastian Voigt nach seiner Verletzungspause wieder ins Training bei den LippeBaskets eingestiegen. Nun muss er aber unter seine Karriere einen Schlussstrich ziehen.

Werne

, 18.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Optimismus war Sebastian Voigt kurz vor dem Beginn der Rückrunde anzumerken. Nach elfmonatiger Leidenszeit wegen einer kaputten Hüfte war er endlich zurück. Vorerst sollte es in der zweiten Mannschaft losgehen, bevor er im Sommer wieder zurück ins Regionalliga-Team rücken sollte. Doch jetzt ist alles anders.

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Wenn die neue Saison beginnt, wird Sebastian Voigt nicht aufs Spielfeld in der Ballspielhalle zurückkehren. Mit nur 24 Jahren muss er seine Basketball-Karriere bei den LippeBaskets beenden. Schuld ist - wie schon im vergangenen Jahr - die Hüfte.

„Eigentlich ging alles in die richtige Richtung“

„Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass ich nach meiner Rückkehr viel fitter war“, berichtet der 24-Jährige. „Ich hatte auch viel für mich getan und war deswegen gut drauf. Also eigentlich ging alles in die richtige Richtung. Ich wollte im Sommer dann bei der Ersten einsteigen.“

Zumindest ein paar Einheiten trainierte er dort dann auch mit. Doch die Schmerzen wurden immer schlimmer. „Mittlerweile habe ich auch im Ruhezustand Probleme. Ich werde nachts oft wach, bestimmt so zehn Mal, einfach weil es so weh tut.“

Der Arzt stellte ihm dann eine eindeutige Diagnose. „Er hat von Atrose und Knorpelschaden gesprochen“, berichtet Sebastian Voigt. „Er hat mir dann zwei Optionen gegeben: Auf der einen Seite könnte ich jetzt noch weiterspielen und dann brauche ich in eins, zwei Jahren eine neue Hüfte. Oder ich schone mich jetzt und kann noch länger so leben. Dass ich aber irgendwann auf der linken Seite eine neue Hüfte brauche, ist schon klar.“

Auf dem Spielfeld wird man Sebastian Voigt wohl nur noch bei seinem Abschiedsspiel sehen.

Auf dem Spielfeld wird man Sebastian Voigt wohl nur noch bei seinem Abschiedsspiel sehen. © Joachim Lücke

Da war für Sebastian Voigt schnell klar: Er hört mit dem Basketball auf. „Das war eine eindeutige Entscheidung, die war auch nicht so schwer ehrlicherweise“, so Voigt. „Seit ich 15, 16 Jahre alt bin, habe ich jede Entscheidung immer für den Basketball gefällt. Jetzt steht aber mein Beruf im Mittelpunkt. Den will ich für immer machen und da brauche ich meine Hüfte noch.“

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Ganz weg aus dem Verein ist er außerdem auch in Zukunft nicht. „Ich werde weiterhin Trainer bleiben, das ist klar“, so Voigt. „Außerdem kenne ich die Jungs ja auch alle sehr gut und habe viele Freundschaften in der ersten und der zweiten Mannschaft.“

Außerdem will Sebastian Voigt seine Basketball-Karriere nicht ohne Abschied an den Nagel hängen. „Ich habe schon gesagt, dass ich gerne ein Abschiedsspiel hätte. Ich hoffe, das wird mir auch ermöglicht“, so der 24-Jährige. Bei Christoph Henke, dem Trainer der ersten Mannschaft, trifft das auf Gegenliebe: „Wir wollen einem so verdienten Spieler einen vernünftigen Abschied ermöglichen. Wann und wo wird sich noch klären.“

Und was passiert danach? Auch darauf hat Sebastian Voigt eine klare Antwort: „Dann haben die erste und die zweite Mannschaft ganz klar einen neuen Superfan auf der Tribüne.“

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