So feiern die heimischen Fußballer ihren Saisonabschluss

rnAbschlussfahrten

Für die einen ging‘s ins Ausland, die anderen ließen es ruhiger angehen oder reisten nicht allzu weit. Wir zeigen, wie die heimischen Mannschaften ihre Spielzeit haben ausklingen lassen.

von Marcel Schürmann, David Döring

Werne, Herbern

, 21.06.2019, 18:38 Uhr / Lesedauer: 4 min

Drei von vier Seniorenmannschaften des Werner SC haben in diesem Sommer eine Abschlussfahrt gebucht – und alle drei Teams sind bereits zurück in der Heimat. Für die Landesliga-Truppe ging es vom 28. Mai bis 1. Juni nach Mallorca. „Wir waren mit zehn Mann am Ballermann, so wie jedes Jahr“, sagt Wernes Kapitän Chris Thannheiser, der zuletzt lange Zeit verletzt war und über anderthalb Jahre kein Spiel mehr für den WSC bestritten hat. „Aber trotzdem nimmt man so eine Mannschaftsfahrt natürlich gerne mit. Wenn ich Punkte vergeben müsste, würde ich zehn von zehn geben für diese Fahrt.“

Nach den morgendlichen Treffen im Mega-Park ging es für die zehn Werner immer an den Strand und abends geschlossen in den Bierkönig. „Es hat mega Spaß gemacht. Leider werden die Preise in El Arenal immer teurer – so ist die Mannschaftskasse schnell leer gewesen“, so Thannheiser weiter.

So feiern die heimischen Fußballer ihren Saisonabschluss

Sie ließen es sich an der Playa gut gehen: Die Jungs vom Werner SC. © Foto: privat

Wernes Frauen „brauchen keinen Mega-Park“

Ein ungewöhnliches Reiseziel hatten die Damen des Werner SC ausgemacht, die vom 30. Mai bis 2. Juni für eine halbe Woche in Dänemark waren. Das Reiseziel war so exotisch, dass sogar der Radiosender 1live einen Beitrag über die „WSC-Damen on Tour“ sendete. Dazu hat der Sender mit Lisa Timmermann und Chiara Borrmann gesprochen. „Wir hatten erst überlegt nach Malle oder wie im Vorjahr nach Holland zu fahren. Wir haben uns letztlich aber für Dänemark entschieden, weil so noch zwei Spielerinnen spontan mitkonnten. Auch vom Kostenfaktor war es ein Pluspunkt“, erzählt Lisa Timmermann. Mit zehn Mädels waren die WSC-Frauen in einem Haus am Strand - bei Superwetter aber kaltem Wasser. „Ein paar von uns sind tatsächlich im kühlen Nass gelandet. Wir haben unter uns richtig Party gemacht - dafür brauchen wir keinen Mega-Park.“

So feiern die heimischen Fußballer ihren Saisonabschluss

Was machen die WSC-Frauen am Strand in Dänemark? Da hat selbst der Radiosender 1Live mal nachgehakt. © privat

Auch Wernes Drittvertretung war schon auf Tour – es ging nach Bulgarien an den Goldstrand. Neben wilden Feten gab es auch eine Kurisosität: Weil das Essen im Hotel wohl verdorben war, litt die ganze Mannschaft unter Magenkrämpfen - mit einer Ausnahme: Maximilian Muck hatte keine Beschwerden und ließ sich das Essen am Büfett weiter schmecken. Ja, Mahlzeit!

SV Herbern haut Mannschaftskasse auf den Kopf

Für die Herren des Landesligisten SV Herbern ging es am vergangenen Wochenende nach Willingen. „Es war anstregend“, gibt SVH-Spieler Sebastian Schütte einen ersten Eindruck von der Fahrt. Und Reiseplaner Marcel Scholtysik ergänzt: „Wir haben zumindest keine Steigerungsläufe gemacht.“ Für den 21-Mann-starken Trupp aus Spielern der ersten Mannschaft und Staff ging es auf Siggy’s Hütte, zum Italiener essen und abends ins Brauhaus. „Da haben wir die Mannschaftskasse auf den Kopf gehauen“, so Schütte. Für manche war es eine Rückkehr, für anderen hingegen die Willingen-Premiere. Schütte: „Mit einer anderen Konstellation war ich im Winter schon häufiger da. Mit der Mannschaft war es aber das erste Mal. Ich persönlich finde es dort im Sommer auch schöner.“

Doch damit nicht genug: Für den SVH steht in diesem Sommer noch eine weitere Sause an, feiert der Klub in diesem Jahr doch sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Mit knapp 100 Vereinsmitgliedern wird der SVH vom 27. Juni bis 1. Juli nach Mallorca fliegen. Laut Marcel Scholtysik hat der SVH schon „den halben Flieger voll“ gemacht. Für den scheidenden U23-Trainer Christian Adamek wird es wohl ein perfekter Abschluss: „Wir fliegen mit der Ersten, der Zweiten, der Dritten, den Damen, dem Vorstand und Sponsoren, auch nicht-aktive Mitglieder sind dabei. Es wird ein Querschnitt aus dem Gesamtverein mitreisen.“ Danach legt Adamek erstmal eine Coaching-Pause ein, will aber weiter bei den Alten Herren mittrainieren.

Stockum plant Trainingslager – aber erst im Winter

A-Ligist SV Stockum hingegen wird keine Mannschaftsfahrt machen. Vor zwei Wochen hat der Klub schon einen gemütlichen Saisonabschluss am Stockumer Sportplatz gefeiert, wo auch die Abgänge verabschiedet wurden. „Wir planen statt einer Mannschaftsfahrt im Sommer wieder ein Trainingslager im Winter. Entweder geht‘s wieder nach Marokko, oder aber nach Spanien“, sagt Stockums Trainer Zakaria Slimani. Darüber werde die Mannschaft mit ihren Neuzugängen in der zweiten oder dritten Woche nach Trainingsauftakt abstimmen. Die Reise soll wieder im Januar stattfinden.

Anfang dieses Jahres war der SVS bereits für vier Tage für ein Trainingslager in Nordafrika. Dort stand neben diversen Trainingseinheiten auch ein Spiel gegen eine marokkanische Mannschaft an. „Wir haben 45 Minuten gegen die U19 und die anderen 45 Minuten gegen die U23 eines marokkanischen Teams gespielt.“ Größtenteils sei die Reise aber eine „Teambuilding-Maßnahme“ gewesen, wie Slimani sagt. „Wir waren auch für einen Tagesausflug in Casablanca und haben ein Dampfbad besucht, es hat allen viel Spaß gemacht. Die Jungs haben auch schon den Wunsch geäußert, beim nächsten Mal einen Tag länger zu buchen.“

Hochzeit verhindert Eintracht-Mannschaftsfahrt

Auch beim A-Liga-Vizemeister Eintracht Werne steht in diesem Sommer keine Mannschaftsfahrt an. Stattdessen feierten die Eintracht-Kicker vergangenen Samstag einen gemütlichen Mannschaftsabend. „Wir haben uns schon mittags getroffen, den Grill angeworfen und ein paar Kaltgetränke verköstigt. Der Vorstand war auch da, es war eine schöne Party“, sagt Eintracht-Kapitän Enes Akyüz.

Ursprünglich sei eine Mannschaftsfahrt nach Mallorca oder in die Türkei in der Überlegung gewesen, doch der Eintracht kam ein anderes Event kurzfristig in die Quere. „Ich heirate an Fronleichnam“, sagte Enes Akyüz vor ein paar Tagen mit viel Vorfreude in seiner Stimme. „Dadurch mussten einige meiner Mitspieler ihren Urlaub verschieben, bei anderen hat es leider nicht geklappt mit dem Urlaub. So konnten wir in diesem Jahr leider keine Fahrt organisieren.“

Die Meisterschaft hat die Eintracht bekanntlich verpasst, die Mannschaft sei dadurch aber noch enger zusammengerückt. Akyüz blickt schon jetzt auf die neue Saison: „Wir starten schon Ende Juni mit der Vorbereitung. Ich werde noch ein paar Einheiten fehlen, da ich in den Flitterwochen sein werde. Aber nächste Saison greifen wir von vorne an und wollen wieder um den Titel mitspielen.“ Sollte der am Ende herausspringen, gibt es im kommenden Jahr definitiv eine Mannschaftsfahrt, das hat Akyüz bereits angekündigt.

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