So verfolgen Wernes Basketballer die frisch gestartete NBA-Saison

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In den USA ist in der Nacht zu Mittwoch die neue NBA-Saison gestartet. Auch in Werne beobachten die Basketballer die stärkste Liga der Welt, in der sieben Deutsche an den Start gehen.

Werne

, 16.10.2018 / Lesedauer: 4 min

Die Basketballer der LippeBaskets Werne haben im Moment Pause. Das nächste Spiel steht erst wieder am Samstag, 3. November gegen den TSV Hagen an. Die Spieler von Trainer Christoph Henke haben also selbst keine Spiele vor der Brust – tausende Kilometer entfernt geht es dafür erst so richtig los mit dem Basketball.


Die besten Basketballer der Welt dürfen nämlich endlich wieder zeigen, was sie draufhaben: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist in den USA die NBA (National Basketball Association) in die neue Spielzeit gestartet. Superstars wie LeBron James oder Dirk Nowitzki sind also wieder im Kampf um Rebounds und Dunkings unterwegs. Das bleibt bei den Basketballern in Werne natürlich nicht unbemerkt.

Zeitprobleme

In der Wohngemeinschaft von LippeBaskets-Forward Lukas Mersch wurde am vergangenen Montag in der eigenen Fantasy-League schonmal live gedraftet – also neue Spieler in die Teams gewählt. „Natürlich verfolge ich die NBA“, sagt Mersch. „Allerdings kann ich mir aus Zeitgründen meist nur die Ergebnisse nach dem Spiel anschauen.“ Die Partien in der besten Basketball-Liga der Welt laufen aufgrund der Zeitverschiebung meist zwischen 0.00 Uhr und 6.00 Uhr deutscher Zeit. Wenn es dann doch mal passt und am nächsten Tag nicht ein Training der LippeBaskets ansteht, schlägt sich Lukas Mersch auch gerne mal die Nacht um die Ohren, um die NBA zu verfolgen.

Die besten Spieler der Welt

„Den besten Spielern der Welt zuzuschauen, macht natürlich Spaß“, sagt Mersch. Auch die vielen Show-Einlagen, wie zum Beispiel übertriebene Dunkings, stören den Forward der LippeBaskets nicht – im Gegenteil: „Ich finde das richtig cool, man kann den Basketball in der NBA nunmal nicht mit dem europäischen vergleichen.“ In Europa stehe das Teamspiel viel mehr im Vordergrund als in den USA, so Mersch.

Eine Meinung, die auch ein alter Werner Bekannter teilt: Ivan Rosic, einst Trainer der Basketballer des TV Werne, seit 2017 Coach der TuS 59 HammStars, sieht einige Unterschiede zwischen der NBA und dem europäischen Basketball.

Unheimliche Athleten

„In der NBA wird viel weniger über die Taktik gemacht als in Europa. Das ist aber ganz logisch – die Teams in der NBA haben an die 90 Spiele in der regulären Saison, da musst du einfach viel über die Physis machen“, sagt Rosic und spricht den NBA-Spielern ein riesiges Lob aus: „Das sind alles unheimliche Athleten, das ist Wahnsinn, was die über die ganze Saison leisten.“

Auch LippeBaskets-Trainer Christoph Henke ist ein Fan der besten Basketball-Liga der Welt: „Ich finde nicht nur die Showeinlagen in den Spielen cool, sondern auch das aufwendige Rahmenprogramm in den Pausen.“ Das gebe es in dieser Form in Deutschland nicht, so Henke.

Der Traum von der NBA

Trotz aller Unterschiede – wünscht sich nicht jeder Basketballer insgeheim, in der stärksten Liga der Welt zu spielen und mit Ballkünstlern wie LeBron James oder Kevin Durant auf Korbjagd zu gehen? „Natürlich wäre das klasse, aber man weiß, wie unrealistisch das ist“, sagt der Werner Lukas Mersch. „Pro Jahr schaffen es nur etwa 60 neue Spieler weltweit in die NBA, die Chance ist also mehr als gering.“ Einen Lieblingsspieler oder -verein hat Mersch nicht und verweist bei dem Thema auf seine jüngeren Mannschaftskollegen bei den Lippebaskets: „Die sind da mehr im Thema drin, glaube ich.“

Und Ivan Rosic? Der ist da noch resoluter als Mersch. „Darüber mache ich mir gar keine Gedanken, ich interessiere mich viel mehr für die europäischen Ligen und Wettbewerbe“, sagt Rosic entschieden. LippeBaskets Trainer Christoph Henke rettet mit seiner Meinung aber die Traumvorstellung eines jeden Basketballspielers: „Natürlich wollte ich als kleiner Junge in der NBA spielen“, so Henke, der in jungen Jahren im Trikot des LA Lakers-Stars Nick Van Exel trainiert hat.

Sieben Deutsche sind dabei

Seit Mittwochnacht zeigen sieben deutsche Basketballer, die es in eines der amerikanischen Teams geschafft haben, dass nichts unmöglich ist: Zwei der deutschen NBA-Neulinge, Isaac Bonga (18) und Isaiah Hartenstein (20), sind Henke sogar schonmal über den Weg gelaufen. „Mit einer Jugendmannschaft, die ich früher trainiert habe, haben wir schonmal gegen beide gespielt – und gewonnen“, stellt Henke klar. Mit dabei vor ein paar Jahren war damals auch LippeBaskets-Spieler Lukas Wiedey. So schnell kann es also gehen.

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