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Plötzlicher Tod von Raimund Wessling überschattet das letzte Heimspiel des SV Herbern

Fußball: Landesliga

Der SV Herbern trauert um Raimund Wessling. Der plötzliche Tod des langjährigen Betreuers überschattet das letzte Heimspiel gegen den SV Dorsten-Hardt und lässt Sport unwichtig werden.

Herbern

, 19.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Plötzlicher Tod von Raimund Wessling überschattet das letzte Heimspiel des SV Herbern

Ein emotionaler Moment vor dem Spiel: Die Mannschaft des SV Herbern gedenkt in einer Schweigeminute Raimund Wessling. © David Döring

Es war eine Nachricht, die viele in Herbern geschockt hat: Raimund Wessling ist am Samstagabend (18. Mai) im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Betreuer der Fußballer des SV Herbern hatte Donnerstagabend einen Herzinfarkt und wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert. Samstagabend verstarb er. Ein Schock für alle im Verein.

Die erste Mannschaft, die beim letzten Heimspiel der Saison die Abgänge verabschieden wollte, unter anderem Oscar Cabrera und Simon Mors, hatte sich entschlossen, darauf zu verzichten.

Emotionaler Abschied

Statt Cabrera und Mors zu verabschieden, gedachten die Spieler mit einer Schweigeminute Wessling, der seit mehr als 50 Jahren beim SV Herbern als Betreuer aktiv war. „Wir hatten ein privat-freundschaftliches Verhältnis. Mit Schalke-Fahrten, Besuchen bei mir zu Hause. Dass es so passiert, ist ganz bitter“, sagte ein sichtlich mitgenommener Holger Möllers.

Auch Frank Heidemann, Sportlicher Leiter der Herberner, äußerte sich: „Das ist ein sehr, sehr großer Verlust für uns. Raimund war bei jedem Training mit dabei, war bis zuletzt Betreuer, gehörte zur Mannschaft.“

Wie nah Wessling zur Mannschaft gehörte, wurde schon vor Spielbeginn gegen den SV Dorsten-Hardt deutlich. Der SV Herbern lief mit Trauerflor auf. Schon vor dem Spiel versammelte sich das komplette Team des SVH in einem reis. Ein paar mutmachende Worte. Dann ging es zum Mittelkreis. Eine Schweigeminute für Wessling. Es war emotional.

Vor dem Spiel erfahren

Die Herberner Spieler schauten geschlossen auf den Boden, einige griffen sich zwischen die Augen, wischten sich womöglich Tränen weg. Torjäger Whitson ging sich mit seinem Trikot durch das Gesicht. Es waren gefühlt sehr lange Sekunden, die vergingen, bis die Schweigeminute vorbei war. Auch Marcel Scholtysik zog sich das Trikot über das Gesicht, wischte sich so die Tränen weg.

Nach dem Spiel erklärte er, wie die Mannschaft von der Nachricht erfahren hat: „Wir haben am Samstag eine WhatsApp-Nachricht bekommen mit der Info über den Herzinfarkt und beim Frühstück dann die Nachricht bekommen, dass er verstorben ist.“

Scholtysik fiel das Spiel daher auch schwer. „Beim Fußball kann man vieles vergessen, aber wenn man so eine Person, die 50 Jahre auch für den Verein gelebt hat und das mit die Familie ist, verliert, dann ist es nicht einfach.“

„Mit den Köpfen woanders“

Es machte sich auf dem Platz bemerkbar. Herbern fehlte die Leichtigkeit der vergangenen Wochen, das Spiel wirkte gehemmt. Trotzdem reichte es am Ende zu einem 1:1 gegen Dorsten. Dorsten ging in der 65. Minute durch ein Freistoß-Tor von Benedikt Jansen in Führung. Luis Krampe erzielte zwölf Minuten später den Ausgleich.

„Wir waren mit dem Köpfen woanders. Wenn man vor dem Spiel die Schweigeminute hatte, mehr als die Hälfte der Spieler weint, kommt man vielleicht nicht richtig rein“, versuchte Scholtysik eine Erklärung zu finden. Sein Trainer fand ähnliche Worte: „Du kriegst halt keine Emotionen in das Spiel. Wie willst du das machen?“, fragte Möllers nach dem Spiel und sagte resümierend: „Komischer Sonntag.“

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