Geburtstagskind Philip Just: „Will meinem Ex-Klub nicht noch eine Kiste ausgeben“

rnSV Herbern

Philip Just (21) steht der Siegert-Elf auch in der anstehenden Saison ohne Einschränkungen zur Verfügung. Womöglich kommt es auch wieder zu einer Bier-Wette mit den ehemaligen Kollegen. Geht sie diesmal gut aus?

Herbern

, 24.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es kam alles ganz anders, als Philip Just sich das vorgestellt hatte. Sein Praxissemester, das der Abwehrhüne des Fußball-Landesligisten SV Herbern im März bei einem Unternehmen in Augsburg begonnen hatte, musste er coronabedingt nach nur drei Wochen wieder abbrechen. Er hätte dem SVH also in der Rückrunde doch zur Verfügung stehen können. Doch auch daraus wurde nichts nach dem Abbruch der Saison.

„Das war für mich schon ärgerlich“, räumt Just ein, der am Freitag (24. Juli) 21 Jahre alt wird. In Bayern hatte er bereits einen Verein gefunden, bei dem er sich hätte fit halten können. „In dem Betrieb gab es dann aber Kurzarbeit und für mich als Praktikant war das rechtlich nicht möglich. So wurde ich im März kalt erwischt - aber da war ich nicht der einzige“, sagt er.

Praxissemester verschoben - zeitlich wie örtlich

Also ging es für Just zurück in die Heimat nach Ascheberg. Sein Praxissemester wird der BWL-Student nun ab September für ein halbes Jahr bei einem Unternehmen in Münster angehen. Diese Nachricht wird man beim SVH mit Erleichterung aufgenommen haben. Denn: Just bleibt dem Vorjahres-Vierten der Landesliga 4 somit erhalten. „Ich stehe Herbern in der neuen Saison ohne Einschränkungen zur Verfügung“, sagt Just.

Jetzt lesen

Sein erstes Jahr beim SVH verlief hervorragend. Just war als Neuzugang ein Senkrechtstarter, bestritt von allen Herberner Akteuren die meisten Spiele (18). Dabei gelang dem Verteidiger ein Tor.

Dass er zum absoluten Stammspieler unter Trainer Holger Möllers avancieren würde, das hatte Just, der im vergangenen Sommer vom Ligakonkurrenten VfL Senden nach Herbern gewechselt war, so nicht erwartet: „Gehofft hatte ich das schon, aber damit gerechnet habe ich ehrlich gesagt nicht.“

Den verpassten Aufstieg abgehakt, Fokus liegt auf neuer Saison

Am Ende verpasste der SVH die Aufstiegsränge haarscharf. „Es war zwar nicht unser Ziel, aber für uns war es am Ende schon enttäuschend. Wir hatten zuletzt die Hoffnung, aufzusteigen, und wussten, dass das möglich war. Zumal unsere Ergebnisse im Laufe der Saison immer besser wurden. Leider sind wir hauchzart am Aufstieg vorbeigeschrammt. Aber so haben wir nun die Chance, wieder voll anzugreifen.“

Jetzt lesen

Einen Stammplatz will sich Just auch bei seinem neuen Trainer, dem Ex-Profi Benjamin Siegert, erarbeiten. Seit Montag (21. Juli) läuft die Vorbereitung. „Der Auftakt war hart“, gibt Just mit einem Lächeln in der Stimme zu, „alles andere hätte mich auch gewundert.“

Neu-Trainer Siegert? „Erster Eindruck war durchweg positiv“

Welche Unterschiede der neue Trainer zum alten habe, konnte Just aber nach so kurzer Zeit noch nicht sagen. Nur so viel: „Der erste Eindruck war durchweg positiv. Für den Trainer ist es sicherlich auch gut, dass bei Herbern kein großer Umbruch stattfindet. Der Co-Trainer und die Sportliche Leitung bleiben uns ja erhalten.“

In der vergangenen Saison brachte es Just (r.) auf 1602 Einsatzminuten - so viele wie kein anderer Herberner Akteur.

In der vergangenen Saison brachte es Just (r.) auf 1602 Einsatzminuten - so viele wie kein anderer Herberner Akteur. © Jürgen Weitzel

Aufgrund der Tatsache, dass Torgarant Whitson den SVH in diesem Sommer gen Münster verlassen und sich Aufsteiger Westfalia Kinderhaus angeschlossen hat, kann man in Herbern sicherlich von einem kleinen Umbruch sprechen. Just: „Whitson ist ein Super-Spieler, das weiß jeder und das ist unbestritten. Ich glaube aber trotzdem, dass wir seinen Weggang gut ausgleichen können. Wir kommen über das Kollektiv, haben immer noch einen großen Kader. Ich glaube, viele Spieler können auf der Position des Stürmers spielen.“

Noch eine Rechnung mit Senden offen

Just allerdings nicht: Der sieht sich - trotz seiner Rückennummer 11, die er zur neuen Saison wohl abgeben wird - besser in der Defensive aufgehoben.

Jetzt lesen

Worauf sich Just am meisten freut - das sind neben den Derbys gegen den Werner SC in erster Linie die Duelle gegen seinen Ex-Klub aus Senden. „Da freue ich mich natürlich besonders drauf. Bei meinem ersten Wiedersehen mit meinen alten Kollegen lief es für uns nicht so gut (1:3-Auswärtsniederlage, Anm. d. Red.). Damals musste ich den ehemaligen Mitspielern eine Kiste Bier ausgeben. Wir hatten gewettet, wer das Spiel gewinnen würde.“

Eine solche Wette würde Just in der neuen Saison definitiv noch einmal eingehen. „Man sollte immer selbstbewusst sein und auf sich selber setzen“, sagt er und macht eine Ansage: „Ich will den alten Kollegen nicht noch eine Kiste ausgeben.“

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Eigentlich sollte im Januar 2021 der SV Herbern den beliebten Davertpokal ausrichten. Doch ob es aufgrund der Corona-Krise dazu kommt, ist weiterhin unklar. Zu viele Fragezeichen sind offen. Von Verena Schafflick

Lesen Sie jetzt