SV Herbern unterliegt VfL Senden: Ein gebrauchter Sonntag in Herbern

SV Herbern

Der SV Herbern erwischt einen dürftigen Sonntag vor heimischer Kulisse. Nach Wochen des Aufwinds setzt es einen Dämpfer gegen den VfL Senden.

Herbern

, 06.05.2019 / Lesedauer: 3 min
SV Herbern unterliegt VfL Senden: Ein gebrauchter Sonntag in Herbern

Marcel Scholtysik (vorn) wird vom zukünftigen Herberner Philip Just verfolgt. Im Hintergrund liegt Kapitän Sebastian Schütte am Boden. © David Döring

Landesliga 4

SV Herbern - VfL Senden

1:3 (0:3)

Sebastian Schütte ist ein Kapitän, der vorangeht. Immer wieder trieb er seine Mitspieler gegen den VfL Senden an. Selbst als der VfL mit drei Toren Vorsprung führte, beackerte der Kapitän die linke Seite unermüdlich. Schütte schrie seine Mitspieler an: „Kommt Mäner, macht weiter!“ Seine Teamkollegen hörten zwar auf ihn, aber so richtig wirken wollte es nicht. Der SVH fand keine Mittel, um in das Spiel hineinzufinden. Nach der 1:3-Niederlage war Schütte um Erklärungen bemüht: „Wir haben uns die ersten drei Tore irgendwie selber reingehauen, dann steht es 3:0 und dann ist es schwierig.“

Selbst reingehauen hat sich der SV Herbern die Bälle natürlich nicht – wobei der erste Gegentreffer wohl in diese Kategorie reinpassen würde. Einen harmlos wirkenden Abschluss ließ SVH-Keeper Leonhard Fenker aus der Hand rutschen, Florian Kaling (19.) staubte ab. Es hätte danach Unentschieden stehen können, hätte Simon Mors drei Minuten später die nötige Ruhe im Abschluss gehabt.

Rabed tanzt durch Herberns Defensive

Statt eines knappen Halbzeitergebnisses mit nur einem Tor Unterschied, stand es zur Pause plötzlich 0:3 aus Herberner Sicht. VfL-Stürmer Rabah Abed, der mit Gesichtsmaske spielte, wurde zwei Mal in Szene gesetzt und sorgte innerhalb von fünf Minuten für die 3:0-Führung. Erst erzielte er souverän den zweiten Treffer (38.), um dann fünf Minuten später in einem Solo die komplette Herberner Hintermannschaft auseinanderzunehmen.

Von der linken Seite in den Strafraum, hier einen Haken, da eine Schusstäuschung. Herberns Defensive befand sich am Boden, Abed zum Jubeln in Richtung Eckfahne.

Möllers nimmt kein Blatt vor den Mund

Herbern-Coach Holger Möllers nahm deshalb auch kein Blatt vor dem Mund nach Abpfiff: „Gerade in der ersten Halbzeit wurde es gezeigt, wo die Probleme bei uns liegen. Wir haben 48 Gegentore. Das Spiel hat es einfach offenbart, wo wir dran arbeiten müssen.“

Jemand, der da nächste Saison, unterstützend wirken kann: Philip Just. Der Linksverteidiger spielte für die Sendener eine souveräne Partie in Herbern, ließ über seine Seite kaum etwas zu und ließ sich von der hitzigen Atmosphäre auf dem Platz kaum anstecken.

Vor allem in der Anfangsphase gesellte sich da Foul an Foul. Die Zweikämpfe wurden ruppiger, der Ton deutlich harscher. Ein Beispiel: Maskenmann Abed hatte nach nicht ein mal drei Minuten schon Bekanntschaft mit der Bande an der Seitenlinie machen müssen, konnte aber weiterspielen.

Platzverweis für Sendens Torschützen

Ein Platzverweis wirkte daher nicht wie eine Überraschung: Torschütze Kaling (64.) kassierte in der zweiten Halbzeit die Gelb-Rote Karte – erst wegen eines Fouls, dann wegen eines Handspiels. Die Möglichkeit für den SV Herbern, um noch mal ranzukommen? Nicht wirklich. Erst in der 87. Minute schaffte es der Ball ins Sendener Tor. Whitson hat erneut getroffen. Der Brasilianer hatte bis dahin sein Glück oft versucht und wurde erst spät belohnt. Zu spät. Der Anschluss brachte nichts mehr.

„Es fehlte halt die Konzentration und der Wille. Dieser letzte Schritt, das Tor schießen zu wollen“, erklärte Möllers. Und auch Kapitän Sebastian Schütte fand nach einiger Zeit noch eine Antwort auf dieses Spiel: „Es ist eine gute Frage, was heute los war. Wir hatten zu wenig Bewegung, haben Senden nicht ins Laufen bekommen.“ Abschließend kam ihm nur noch ein Satz über die Lippen, bevor er im Kabinentrakt verschwand: „Irgendwie ein gebrauchter Sonntag.“

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