Überraschender Rückzug: Damen des SV Herbern gehen jetzt doch in die Bezirksliga

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Der SV Herbern geht mit seinem Frauenteam in die Bezirksliga. Fast hätte die Mannschaft in der Landesliga bleiben müssen. Die Mannschaft befürwortete den Rückzug.

Herbern

, 20.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst war von Rückzugsgedanken die Rede, dann meldete der SV Herbern aber doch: Trotz Abgängen wird die SVH-Frauenmannschaft weiter in der Fußball-Landesliga melden. Darüber berichtete auch die Redaktion in der vergangenen Woche. Die Entscheidung klang endgültig. Wer am Montagmittag, nur wenige Tage später, aber den Blick in die Landesliga-Staffeln warf, um die neue Gruppe des SV Herbern zu suchen, musste weitaus tiefer blättern. Der SV Herbern ist nun doch nur noch Bezirksligist.

Der neue Trainer Detlef Mack wollte eigentlich auch weiter in der Landesliga bleiben und macht daraus auch kein Geheimnis. „Ich hätte es gerne versucht“, sagte Mack am Mittag auf Nachfrage. Die Entscheidung, sich nach Platz zwölf in der Landesliga aus der Spielklasse zurückzuziehen, sei nun sehr kurzfristig gefallen.

Auch der Trainer war bis Mitte der vergangenen Woche davon ausgegangen, dass der SVH Landesligist bleibt. „Entscheidender Punkt für die Bezirksliga war, dass wir nicht sicher sind, ob wir in der Landesliga bestehen können“, so der Trainer. Man habe immer diskutiert, was sinnvoller für den Verein und die junge Mannschaft ist, die nach dem Umbruch übrig bleibt.

Kaderplanung des SV Herbern gestaltete sich schwierig

„Wir haben festgestellt, dass die Kaderplanung schwer war, weil erfahrene Stammspielerinnen kürzertreten, und haben gemerkt, dass der Kader sehr schmal ist“, sagte Laura Brockmeier, ehemalige Kapitänin des Teams, die mittlerweile ihr Karriereende eingeläutet hat. Sie begründet das, was nach außen wie ein Hin und Her wirkt, damit, dass lange unklar war, ob der SVH freiwillig eine Liga tiefer antreten dürfe. Brockmeier sagte, dass es zunächst hieß: Der SV Herbern müsse für die Landesliga melden.

Dahinter steckt, wie Malte Gärtner, Leiter der Fußballabteilung, gesteht, ein Fehler bei der Mannschaftsmeldung. „Wir haben die Frist eingehalten, aber bei einem Rückzug muss eine weitere Meldung vorgenommen werden. Die haben wir verpasst“, so Gärtner, „wenn man es genau nimmt, haben wir es verpennt.“ Nur weil der Verband entgegenkam, bekam der SV Herbern doch noch den Bezirksliga-Startplatz.

Mehrheit der Mannschaft wollte in die Bezirksliga

Die Mannschaft habe den Gang in die Bezirksliga befürwortet - und zwar schon länger. Der Entscheidungsprozess habe laut Brockmeier schon in der Corona-Pause begonnen. „Die Mehrheit hat für die Bezirksliga gestimmt, aber es war kein haushohes Ergebnis“, erklärte Brockmeier.

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Trainer Mack geht den Weg in die Bezirksliga mit. Er war erst im April vorgestellt worden, nachdem Frank Große-Budde seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt hatte. Den zog er dann im März vor. Ein Spiel - das ist rückblickend bekannt - hätte er wegen der Corona-Krise sowieso nicht mehr gecoacht. Der Spielbetrieb ruhte fortan.

SV Herbern spielt in der Bezirksliga 7

Ein Blick in die neue Liga: Die Bezirksliga der Frauen ist von sechs auf sieben Staffeln erweitert worden, da es zahlreiche Aufsteiger gab. Der SV Herbern kickt künftig in der Bezirksliga 7, in der aus vier alten Staffeln Mannschaften reingerückt sind: der SC Peckeloh und die SpVg Oelde aus der ehemaligen Bezirksliga 2, RW Ahlen und die Hammer SpVg aus der Bezirksliga 4, der VfL Senden aus der Bezirksliga 5, der 1. FC Gievenbeck, SC Gremmendorf II, BW Aasee und Alverskirchen aus der Bezirksliga 6.

Ein echter Kracher spielt auch mit: Ex-Westfalenligist Warendorfer SU ließ sich sogar zwei Ligen herabstufen. Und dann sind da die Aufsteiger TSV Ostenfelde und Borussia Münster (beide Münster) sowie Sünninghausen (Gütersloh/Beckum). Nicht mehr kümmern muss der SVH sich um den TSV Sabbenhausen, der zum 15. Juli bereits zurückgezogen hat und damit erster Absteiger ist.

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