„Warum das Risiko eingehen?“: Absage des SC Capelle sorgt beim Werner SC II für Verwirrung

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Spielabsagen sind gerade in der momentanen Corona-Pandemie keine Seltenheit. Und auch die kurzfristige Absage zwischen dem SC Capelle und Werner SC II hat mit Corona zu tun.

Capelle, Werne

, 11.10.2020, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollten der SC Capelle und der Werner SC II am Sonntag in der Kreisliga B gegeneinander antreten. Doch am Sonntagmorgen wurde das Spiel kurzfristig abgesetzt. Eine Entscheidung, die zeitweise für Verwirrung sorgte.

„Also wir wären angetreten“, sagt WSC-II-Trainer Marc Schwerbrock. Noch eine halbe Stunde vor Absage habe er seinem Team mitgeteilt, wann am Sonntag treffen sei. „Ich hab gestern noch mit dem Sportlichen Leiter von Capelle gesprochen und mit dem Staffelleiter und da wurde uns gesagt, dass das Spiel stattfindet“, so Schwerbrock weiter.

Der Sportliche Leiter habe ihn gefragt, ob er Bedenken habe zu spielen wegen der momentanen Corona-Situation im Kreis Unna, dies habe Schwerbrock verneint. „Und dann ging es hauptsächlich darum, dass wir heute wahrscheinlich auf Asche spielen müssten“, erklärt der Spielertrainer am Sonntag.

Doch nicht nur die Kurzfristigkeit, sondern auch, dass es nur das Spiel betrifft, verwirrte in Werne: „Warum darf dann in Südkirchen gespielt werden?“ Die Antwort darauf gibt der Trainer des SC Capelle, Reinhard Behlert: „Einige Spieler haben Bedenken geäußert, gegen den WSC anzutreten, weil das ja Risikogebiet ist.“

Behlert findet die Entscheidung des Kreises Unna mehr als unglücklich: „Ich frage mich, was die Jungs damit erreichen wollen. Die Kinder haben jetzt Ferien. Ich kenne keine Infektionszahlen für Sport draußen, es ist ja eher bekannt, dass man sich eher in geschlossenen Räumen ansteckt. Und da sitzen die Kinder nun in den Ferien mit ihren Freunden und zocken.“

Dennoch könne er auch nachvollziehen, dass man im Kreis Unna diesen Schritt geht: „Wir müssen verantwortungsbewusst damit umgehen. Und wenn das nun mal die Bestimmung im Kreis Unna und damit in Werne ist, warum sollen wir das Risiko dann eingehen?“

Nachholtermin steht noch nicht fest

Er habe zu den Bedenken seiner Mannschaft auch den WSC II angeschrieben, die hätten aber spielen wollen. Schwerbrock verneint, dass es direkten Kontakt zwischen den beiden Trainern gegeben habe. Er lässt sich die unterschwellige Kritik, verantwortungslos zu handeln, auch nicht anzetteln: „Wir haben ja alle Familien und alle mit Corona zu tun. Es ist klar, dass dann der Sport hinten ansteht, die Gesundheit aller geht vor.“

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Dennoch findet Schwerbrock die Absage fragwürdig, gerade weil beim SC Capelle Spieler aus Werne kommen: „Einige meiner Spieler waren letzte Woche noch auf der Hochzeit von einem Spieler von Capelle. Gestern hatten die noch einen 30. Geburtstag, wo auch Spieler von uns eingeladen waren.“ Behlert entgegnet daraufhin, dass er die Spieler aus Werne am Sonntag gegen den WSC II nicht eingesetzt hätte, wäre es zum Spiel gekommen.

Wann es nun zum Aufeinandertreffen der beiden Teams kommt, steht noch nicht fest. Im Kreis Unna ist bis zum 25. Oktober Kontaktsport verboten. „Wenn der 25. dann abgelaufen ist und die Infektionszahlen wieder sinken, werden wir das Spiel auch schnellstmöglich wieder ansetzen“, kündigt Behlert an. Vielleicht findet das Spiel dann allerdings in Werne statt: „Der Sportliche Leiter hat mir bei der Absage mitgeteilt, dass wir dann das Heimrecht tauschen könnten, damit keiner auf Asche spielen muss“, kündigte Schwerbrock an.

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