Werner SC und SV Herbern fast im Gleichschritt

rnFußball Landesliga 4

In der Landesliga ist die Hinserie beendet. Am Wochenende fanden keine Spiele statt. Wir haben die Pause genutzt und die Hinrunde des Werner SC und SV Herbern analysiert.

Werne, Herbern

, 26.11.2018, 16:59 Uhr / Lesedauer: 4 min

Halbzeit in der Fußball-Landesliga 4: Die Hinserie ist vorbei und bevor die Rückrunde am 2. Dezember beginnt, wollen wir einen kleinen Blick zurückwerfen und schauen, wie sich unsere beiden Landesligisten SV Herbern und Werner SC in den vergangenen 15 Spielen geschlagen haben.

Das Trainerfazit

SV Herbern: Holger Möllers ist mit der Hinrunde zufrieden. Dabei spielt für den Trainer des SV Herbern weniger der Tabellenplatz (8.) eine Rolle, sondern die Tatsache, dass der Umbruch geklappt hat und die neuen Spieler gut integriert wurden. „Da sind wir sehr weit gekommen. Wir spielen einen sehr ansehnlichen Fußball. Das bestätigen mir auch regelmäßig die gegnerischen Trainer – selbst wenn wir mal verloren haben“, sagt Möllers. Sieben Niederlagen kassierte der SVH in der Hinrunde. Bitter waren die drei Pleiten in Serie zwischen dem 7. und 21. Oktober. Gegen Stadtlohn (0:4), Heiden (0:2) und Nottuln (1:3) war der SVH nicht auf der Höhe. „Da hatten wir eine kleine Delle. Da habe auch ich mich hinterfragt. Doch wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mir persönlich hat auch die Rückendeckung der Sportlichen Leitung gutgetan“, sagt Möllers.

Werner SC: In Werne ist man mit dem Verlauf der Hinrunde ebenfalls sehr zufrieden (7.). „Im Vergleich zur vergangenen Saison stehen wir nicht nur in der Tabelle deutlich besser da, sondern wir haben uns in allen spielerischen Bereichen verbessert“, sagt WSC-Trainer Lars Müller. Doch auch wenn eine gewisse Zufriedenheit eingekehrt sei, hieße das nicht, dass es „nicht noch etwas zu verbessern“ gäbe, so Müller.

Das Schlüsselerlebnis

SV Herbern: Ein echtes Schlüsselerlebnis kann SVH-Coach Holger Möllers nicht ausmachen. Für ihn sei es toll zu sehen gewesen, wie seine Mannschaft mit Niederlagen umgegangen sei. „Wir haben uns aus Tiefs selbst herausgezogen. An einem Spiel möchte ich das gar nicht festmachen“, so Möllers.

Werner SC: In der vergangenen Spielzeit galt die Partie am siebten Spieltag gegen den VfL Senden als Schlüsselspiel. Mit dem 1:1 sei der Aufsteiger in der Liga endlich angekommen. In der laufenden Saison hat Müller noch kein Schlüsselerlebnis ausgemacht. Wobei er die direkt aufeinanderfolgenden Partien Mitte Oktober gegen Senden (4:3) und Borken (3:1) hervorhebt: „Da haben wir spielerisch überzeugt.“ Ein Sieg für die Moral und ein Zeichen für den Kampfgeist sei der 1:0-Sieg gegen Stadtlohn gewesen. „Da muss man erstmal gewinnen und dann so wie wir mit nur elf Mann. Da sind wir ans Limit gegangen“, so Müller.

Werner SC und SV Herbern fast im Gleichschritt

WSC-Trainer Lars Müller sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg. © Helga Felgenträger

Der Spieler der Hinrunde

SV Herbern: Einer der großen Leistungsträger in der Hinrunde war der Brasilianer Whitson – nicht nur aufgrund seiner fünf Saisontore. Der spielstarke Stürmer kann mit seiner robusten Spielweise gut die Bälle halten und dann auch verteilen. Für eine positive Überraschung sorgte Julius Höring. Der junge Abwehrspieler kickte in der vergangenen Saison noch in der Kreisliga und davor bei den A-Junioren der Herberner. „Er macht seine Sache wirklich gut“, sagt sein Coach Holger Möllers.

Werner SC: Einen einzelnen Spieler herauszupicken, fällt WSC-Trainer Lars Müller schwer. „Die etablierten Spieler haben sich im Vergleich zur vergangenen Saison weiterentwickelt und die neuen Spieler haben auch gleich eingeschlagen“, erklärt Müller. Geschlossen habe sich die Mannschaft weiterentwickelt. Zu den herausragenden Spielern gehören aber sicherlich Daniel Durkalic aufgrund seines Einsatzes und seiner acht Tore, Colin Lachowicz, Marvin Stöver und Joo Seung Oh. Letzterer verlässt Anfang Dezember den Sport-Club in Richtung seiner Heimat Südkorea. Dort muss er den Wehrdienst absolvieren (wir berichteten). „Oh wird uns sportlich wie menschlich sehr fehlen. Das tut wirklich weh, dass der Junge uns verlassen muss. Er ist super beliebt in der Mannschaft“, sagt Müller.

Der Dauerbrenner

SV Herbern: Der Spieler mit den meisten Spielminuten beim SV Herbern ist Abwehrchef Michael Schulte. „Michael bringt einfach eine Menge Erfahrung mit. Aber auch er hatte einen kleinen Durchhänger. Aber mit seiner ungeheuren Eigenmotivation hat er sich wieder gefangen“, so Möllers.

Werner SC: Daniel Durkalic hat alle Spiele der Hinserie bestritten, ist nur ein Mal ausgewechselt worden. Der Stürmer gehört zu den Routiniers und großen Stützen des Teams. Er übernimmt bei den Elfmetern die Verantwortung.

Der Toptorschütze

SV Herbern: Whitson Fereira dos Santos Filho, so sein kompletter Name, ist beim SV Herbern der beste Torschütze. Fünf Treffer hat er in der Hinrunde erzielt.

Werner SC: Daniel Durkalic hat beim WSC nicht nur die meisten Spielminuten, sondern auch die meisten Treffer erzielt. Bereits acht Treffer gehen auf sein Konto. Damit ist er nicht nur der beste Torjäger des WSC, sondern führt auch die Liste zur RN-Torjägerkanone an.

Werner SC und SV Herbern fast im Gleichschritt

SVH-Trainer Holger Möllers will nach dem Umbruch die Mannschaft auf ein konstant gutes Level heben. © Foto Helga Felgenträger

Der Ausblick

SV Herbern: „Unser Ziel ist es weiterhin, die Mannschaft auf ein konstant gutes Level zu bringen“, so Holger Möllers. Auf Spielersuche wird der SV Herbern im Winter wohl nicht gehen, außer es würden einige Spieler den Verein verlassen. Der Kader ist jedenfalls groß genug und nach der Winterpause kommt ja quasi ein Neuzugang: „Ich freue mich schon riesig darauf, wenn Eric Sabe zur Mannschaft dazustößt“, erzählt Möllers. Sabe kam im Sommer vom Westfalenligisten FC Gievenbeck, konnte jedoch wegen eines Kreuzbandrisses bislang kein einziges Spiel für den SVH machen. „Eric nimmt zwar noch nicht am Mannschaftstraining teil, trainiert aber bereits individuell. Er soll es in Ruhe angehen, wir machen ihm da keinen Druck“, sagt Möllers.

Das erste Rückrundenspiel bestreitet der SV Herbern auf dem heimischen Kunstrasenplatz am Siepenweg am Sonntag, 2. Dezember, um 15.15 Uhr gegen Eintracht Ahaus.

Werner SC: „Wir haben in allen Mannschaftsteilen noch Potenzial. Das wollen wir weiter ausschöpfen“, sagt Lars Müller. Für Wernes Coach geht es auch in der Rückrunde weiter gegen den Abstieg – allerdings entspannter als 2017/18. „Wenn wir die letzten beiden Spiele in diesem Jahr gewinnen, dann sind wir auf einem guten Weg“, meint Müller. Die Weichen in Richtung Klassenerhalt sollen in dieser Saison früh gestellt werden, damit Planungssicherheit für die folgende Spielzeit herrscht. Das war in der vergangenen Saison überhaupt nicht gegeben. „Dann können wir auch viel früher und in Ruhe die Kaderplanung angehen“, so Müller. „Wir sind auf einem guten Weg, das besser hinzubekommen als zuletzt.“

Jetzt schon im Winter aktiv nach neuem Personal zu schauen, ist laut Müller nicht notwendig. „Von uns wird da nichts passieren, wir sehen da keine Not“, sagt Müller.

Das erste Rückrundenspiel bestreitet der Werner SC am Sonntag, 2. Dezember, um 14.30 Uhr im Lindert gegen Westfalia Gemen.

Ein Kommentar von Dominik Gumprich:

Die Hinserie in der Fußball-Landesliga ist vorbei. Am Wochenende hatten die Teams wegen des Feiertages spielfrei. Schon am kommenden Sonntag beginnt die Rückrunde. Unsere beiden Landesligisten starten mit guten Voraussetzungen in die nächsten Spiele. Der SV Herbern als Tabellenachter und der Werner SC als -siebter haben sich eine Ausgangsposition geschaffen, in der nach oben einiges möglich ist. Platz drei ist nur vier beziehungsweise drei Zähler entfernt. Dafür, dass beide Klubs zahlreiche Neuzugänge integrieren mussten, ist das bisherige Abschneiden als Erfolg zu werten. Schön zu sehen ist, das der Werner SC nach der schwierigen Premierensaison nun deutlich gefestigter auftritt. In der vergangenen Saison holte der WSC nach 30 Spielen 35 Punkte – jetzt sind es nach nur 15 Spielen schon 23 Zähler. Beim SV Herbern kann man die Saisons nicht unbedingt vergleichen. Der Aderlass im Sommer war groß, die neuen Spieler müssen erst integriert werden. Das klappt augenscheinlich gut. Und Coach Holger Möllers hat vollkommen recht, dass man die Entwicklung nicht am Tabellenplatz festmachen kann und will – zumindest noch nicht.
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