WSC gewinnt hoch, SVH zeigt zwei souveräne Siege

Fußball: Testspiele

Landesligist SV Herbern gewinnt Samstag und Sonntag gegen Roxel und Overberge und darf nach beiden Partien „müde sein“. Der Trainer sieht sein Team im Soll und kündigt den Feinschliff an.

Werne/Herbern

, 11.02.2018, 21:22 Uhr / Lesedauer: 3 min
Kurz vor der Pause setzte Luis Krampe von Rechtsaußen zu einem Solo ins Zentrum an und schlenzte den Ball schließlich zum zwischenzeitlichen 3:0 mit dem linken Fuß unhaltbar in den Winkel.

Kurz vor der Pause setzte Luis Krampe von Rechtsaußen zu einem Solo ins Zentrum an und schlenzte den Ball schließlich zum zwischenzeitlichen 3:0 mit dem linken Fuß unhaltbar in den Winkel. © Christian Greis

SV Herbern – BSV Roxel 3:1 (1:1)
SV Herbern – FC Overberger 3:1 (3:0)

Nach dem Abpfiff der Partie am Sonntag gegen Bezirksligist FC Overberge musste sich Stürmer Julian Trapp von Kapitän Dennis Hölscher noch ein paar „ernste“ Worte anhören: „So arrogant. Fünf Gegner stehen lassen und dann das Ding nicht machen...“ Trapp grinste, er hatte sein Pulver am Vortag gegen Westfalenligist BSV Roxel anscheinend verschossen, erzielte beim 3:1-Sieg alle drei Herberner Treffer und spielte 90 Minuten durch.

Kurz vor Abpfiff war gegen Overberge dann FCO-Keeper Lukas Knuth zur Stelle und das nicht zum ersten Mal in Halbzeit zwei: Dominick Lünemann mit einem Schuss aufs kurze Eck kurz nach der Pause und vor allem Marcel Scholtysik, der in der 73., 76. und 77. Minute dreimal vergab, hätten den Sieg höher ausfallen lassen können. Zweimal parierte Knuth stark gegen den Herberner, bei der dritten Chance war Scholtysik nach einer scharfen Lünemann-Flanke wohl überrascht und setzte einen Flugkopfball aus Nahdistanz über die Latte.

Zuvor war der SV Herbern früh mit 2:0 in Führung gegangen. Overberge verlor in den ersten Minuten gleich zweimal den Ball in der Vorwärtsbewegung an Scholtysik. Wenn schon nicht als Schütze so zeigte sich der Außenbahnspieler effektiv als Vorbereiter: Hölscher nickte in der 4. Minute eine Scholtysik-Flanke ein, eine Minute später war Sebastian Schütte der Nutznießer und traf zum 2:0. Danach kontrollierte Herbern das Spiel, Lünemann und Schütte hatten noch ihre Chancen, ehe die letzte Aktion vor der Pause Luis Krampe gehörte: Auf Rechtsaußen angespielt zog Krampe an drei Gegenspielern vorbei ins Zentrum und schlenzte den Ball auf Höhe des Sechzehners dann unhaltbar in Manier von Arjen Robben mit dem linken Fuß in den Winkel. „Luis hat das Selbstvertrauen und hält mit. Der Junge kann das“, sagte SVH-Trainer Holger Möllers.

Herbern spielte sogar in Unterzahl zu Ende, weil die Bank dünn besetzt war. Trotzdem war das Team spielbestimmend, ging in Halbzeit zwei lediglich zu fahrlässig mit den eigenen Chancen um. Weil Overberges Elyesa Dumanli einen hohen und weiten Ball vor dem Herberner Strafraum festmachen konnte und trocken per Volleyschuss ins untere Toreck traf (63.), endete die Partie 3:1.

So ging am Vortag auch das Spiel bei Westfalenligist Roxel aus. Den drei Toren von Trapp stand lediglich der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich und -Pausenstand entgegen. „Wir haben das Samstag gut gemacht, der Sechser war immer anspielbar, Julian vorne war anspielbar. Da haben wir gut durch die Reihen gespielt“, sagte Möllers.

Nach dem Spiel am Sonntag gab es Lob vonseiten des Trainers für seine Spieler: „Das waren harte Tage, aber ihr habt die richtige Einstellung gezeigt. In 14 Tagen geht die Liga weiter, bis dahin arbeiten wir am Feinschliff“, sagte Möllers. Die Winterpause endet für Herbern am Sonntag, 25. Februar, bei Viktoria Heiden.

Teams und Tore
SVH (Roxel): Freitag – Richter, Conde, Schütte (46. Schütte), Bröer, Schulte, Lünemann (46. Krampe), Vogt, Scholtysik, Eroglu, Trapp
Tore: 0:1 Trapp (33.), 1:1 (39.), 1:2, 1:3 Trapp (58., 84.)
SVH (Overberge): Mikulic – Conde, Richter, Cabrera, Krampe (60. Krüger), Schütte, Mors (46. Trapp), Lünemann, Vogt, Scholtysik, Hölscher
Tore: 1:0 Hölscher (4.), 2:0 Schütte (5.), 3:0 Krampe (45.), 3:1 Dumanli (63.)

FC Nordkirchen – Werner SC 2:6 (1:4)

Die Nerven lagen zwischenzeitlich auf Nordkirchener Seite blank, FCN-Spielmacher Bülent Gündüz ging sogar frühzeitig duschen. „Bülent ist ein sehr emotionaler Typ, ich habe ihn daher in die Kabine geschickt. Eine Sperre könnten wir uns nicht erlauben“, sagte Jaber. Wie emotional Gündüz ist, musste Mitspieler Patrick Broszat erfahren. „Halt deine Schnauze!“, schrie Gündüz ihm entgegen.

Vorausgegangen war ein Foulspiel am FCN-Spielmacher, dass der Unparteiische nicht ahndete. Gündüz‘ reklamierte, Broszat ermahnte ihn: „Steh nicht rum, spiel einfach weiter“. Dann der Wutausbruch. „Issam, nimm mich runter. Ich klatsche dem (seinem Gegenspieler, Anm. d. Red.) sonst eine“, sagte Gündüz. Die Reaktion sorgte für Erheiterung auf der WSC-Bank. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt schon entschieden, Nordkirchen spielte in Unterzahl weiter.

Eine weitere Kuriosität ereignete sich kurz nach dem Seitenwechsel. Der Werner SC führte durch die Tore von Jussef Saado (2.), Andre Gretenkort (19.), Mondrian Runde (21.), und Yannick Lachowicz (26.) mit 4:1. Gündüz traf in der elften Minute zum zwischenzeitlichen 1:1. FCN-Verteidiger Nils Venneker musste dann plötzlich raus. „Meine Schuhe sind kaputt, ich haue mir die Stollen in die Hacken“, sagte er. Ersatzschuhe bekam er von FCN-Keeper Philipp Sandhowe, konnte kurz darauf weiterspielen. Jan Rabitsch erzielte in der 51. Minute noch das 2:4, ehe Niklas Link (73.) und erneut Saado (78.) den Sack zumachten.

Teams und Tore
FCN: Sandhowe - Venneker, Tüns, D. Eroglu, Mikuljanac (27. Mrowiec), Gündüz, Lorenz (46. J. Eroglu), Manfredi, Rabitsch, Trawinski, Broszat
WSC: Schlossarek - Link, Stöver, Lachowicz (46. Winter), Saado, Runde, Poggenpohl (82. Gorzalski), Klossek (46. Glinski), Gretenkort, Harder, Seifert
Tore: 0:1 Saado (2.), 1:1 Gündüz (11.), 1:2 Gretenkort (19.), 1:3 Runde (21.), 1:4 Lachowicz (26.), 2:4 Rabitsch (51.), 2:5 Link (73.), 2:6 Saado (78.)

Nach der Roten Karte für Jannik Prinz im letzten Spiel des Jahres 2017 gegen Ahaus, hat jetzt auch der Veband eine achtwöchige Sperre bestätigt (wir berichteten) Die Sperre zählt rückwirkend und Prinz war damit Sonntag letztmals gesperrt und ist wieder spielberechtigt.
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