7 Torhüter für zwei Teams: Der WSC hat ein Luxusproblem. Aber sorgt das auch für Zoff?

rnWerner SC

Wo andere Vereine dünn besetzt sind, kann der WSC aus dem Vollen schöpfen. An Torhütern mangelt es nicht. Viel zu tun für den Torwarttrainer, der eine klare Meinung zum Konkurrenzkampf hat.

Werne

, 28.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Dem Werner SC stehen für seine erste Mannschaft in der Landesliga und für die Reserve in der Kreisliga B sieben Torhüter zur Verfügung. Zumindest stehen so viele Keeper auf dem Zettel von Torwarttrainer Axel Scheunemann (54). Beruflich- oder verletzungsbedingt sind aber natürlich nicht immer alle einsatzbereit.

Da muss doch ein großer Konkurrenzkampf herrschen, oder? „Ja, aber das Training macht einfach nur Mörder viel Spaß mit den Jungs. Alle ziehen mit, alle haben richtig Bock“, sagt Scheunemann, der unter dem ehemaligen Chefcoach Kurtulus Öztürk den Posten als Torwarttrainer übernahm.

Scheunemann zehrt von seiner Erfahrung

Scheunemann stand selbst früher im Tor, eine richtige Ausbildung als Torwarttrainer hat er nicht. „Aber es gibt da viel Lektüre“, sagt er. Noch wichtiger ist natürlich seine Erfahrung: „Einen Torwarttrainer zu haben ist wichtig. Ich weiß, wie blöd es ist, wenn man während des Trainings als Torwart nur rumsteht, weil der Coach sich um die Feldspieler kümmern muss.“

Circa eine Stunde nimmt er die Torhüter während einer Trainingseinheit unter seine Fittiche. „Ich versuche, ein spielgerechtes Training zu machen und dass sich die Inhalte nicht ständig wiederholen. Es geht um Sprungkraft, Koordination, Ballsicherheit, Eins-gegen-Eins-Situationen“, erklärt „Akki“ Scheunemann.

Der Chefcoach entscheidet am Ende

Wer dann letzendlich aufläuft, dass entscheidet Chefcoach Lars Müller. „Ich stimme mich da aber natürlich schon mit Akki ab. Alles andere wäre ja fahrlässig“, sagt Müller, der die komfortable Situation mit so vielen guten Torhütern als sehr „angenehm“ empfindet.

7 Torhüter für zwei Teams: Der WSC hat ein Luxusproblem. Aber sorgt das auch für Zoff?

Torwarttrainer Axel Scheunemann versucht, immer ein abwechslungsreiches Training zu gestalten. © Greis

Gemeinsam mit Axel Scheunemann stellen wir die fünf Torhüter vor, die entweder schon in der ersten Mannschaft spielen, oder die perspektivisch eine Chance auf Einsätze haben (Oliver Holm und Matthias Kozlik aus der Reserve haben wir dabei einmal ausgeklammert, die aber auch bei Scheunemann trainieren).

Jorma Hoppe (20): „Stand jetzt ist Jorma die unangefochtene Nummer eins“, sagt Axel Scheunemann. Aus Sicht des Torwarttrainers bringe Hoppe alles mit – Auge, Sprungkraft und Reflexe. „An der Beherrschung des Strafraums muss er vielleicht noch etwas arbeiten“, meint Scheunemann.

Hoppe spielt seine erste Saison beim Werner SC. Zuvor spielte er von der D-Jugend an beim SV Herbern, war dort bei den Senioren später auch die Nummer zwei hinter Sven Freitag. Es folgte ein nicht mal einmonatiges Intermezzo bei der Reserve der Hammer SpVg, bis er kurz vor Ende der Transferperiode im August zum Werner SC wechselte.

Zehn Mal stand er in dieser Spielzeit zwischen den Pfosten. „Ich bin momentan in guter Form und hoffe, dass ich noch viel Einsätze bekomme. Das Vertrauen, das Axel Scheunemann und Lars Müller mir entgegenbringen, gibt mir viel Selbstvertrauen“, sagt Hoppe. Die Konkurrenzsituation sieht er für sich als Ansporn, noch besser zu werden. Und: „Unter uns Torhütern verstehen wir uns gut und das Training macht viel Spaß.“

Sebastian Treppe (33): Lange die Nummer eins bei den Wernern, doch eine Verletzung hat ihn diese Position gekostet. Immer wieder hat er Schmerzen im Knie. „Es handelt sich wohl um eine chronische Erkrankung, bei der aktuell noch keine Therapie angeschlagen hat“, erzählt Treppe. Eine Prognose, wann er wieder Fußball spielen kann, könne er nicht geben.

Auch wenn Treppe nicht trainieren kann, unterstützt er die Mannschaft bei Spielen von der Seitenlinie. Treppe ist die langjährige Nummer eins beim Werner SC, spielt dort seit 2016. In der Saison 2018/19 hat es für ihn bisher aber nur zu fünf Einsätzen gereicht.

7 Torhüter für zwei Teams: Der WSC hat ein Luxusproblem. Aber sorgt das auch für Zoff?

Sebastian Treppe war lange die Nummer eins. Wann und ob er überhaupt wegen seiner Knieprobleme wieder auf dem Platz stehen kann, ist offen. © Manuela Schwerte

Henrik Pollak (19): Laut Scheunemann mache Pollak gerade „riesige“ Fortschritte. Pollak, diese Spielzeit aus der A-Jugend zu den Senioren gestoßen, hat in der aktuellen Saison auch schon drei Einsätze in der Landesliga gemeistert. „Ich sehe mich selber als Back-Up. Für mich ist es ja die erste Saison bei den Senioren und ich kann noch viel lernen. Und in den nächsten Jahren ist es mein Ziel, noch den einen oder anderen Eisatz zu bekommen“, sagt Pollak.

Zum Konkurrenzkampf meint er: „Wie in jeder Mannschaft tut der uns allen gut, wir pushen uns gegenseitig. Ich versuche, in jedem Training immer 100 Prozent zu geben.“ Axel Scheunemann sieht Pollak derzeit im Konkurrenzkampf mit Tristan Schlossarek um die Position Nummer zwei hinter Jorma Hoppe.

Tristan Schlossarek (21): „Tristan war zuletzt länger raus, er hatte sich den Fuß verknackst“, erzählt Scheunemann. Passiert ist das gleich am ersten Spieltag in dieser Saison, in seinem ersten Einsatz, der bis dato auch sein letzter war. „Anschließend war ich zwölf Wochen raus, habe erst im Dezember wieder angefangen zu trainieren“, erzählt Schlossarek.

Auch beruflich sei er demnächst womöglich sehr eingespannt. Der 21-Jährige will seinen Bachelor machen, parallel arbeiten gehen. „Es wird sich zeigen, wie und in welchem Umfang der Fußball dann da reinpasst.“

7 Torhüter für zwei Teams: Der WSC hat ein Luxusproblem. Aber sorgt das auch für Zoff?

Manuel Linke hatte Probleme mit dem Rücken, steigt jetzt aber langsam wieder ins Training ein. © Matthias Kerk

Manuel Linke (31): Nach einem Jahr bei seinem Heimatverein SVF Herringen kehrte Manuel Linke Anfang Januar zum Werner SC zurück. „Manuel hatte lange Probleme mit dem Rücken, will aber jetzt wieder ins Training einsteigen“, so Scheunemann.

Für eine Rückkehr zum WSC habe Linke eben genau das individuelle Torwarttraining bewegt, das es bei vielen anderen Vereinen so nicht gibt. Zudem habe es „Differenzen“ mit Herringen gegeben. Genauer wollte Linke da nicht werden. „Mein Ziel ist es, erstmal wieder fit zu werden und gesund zu bleiben. Das ist die Basis. Alles andere wird man dann sehen“, sagt Linke.

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