Zwei gehaltene Strafstöße im Video - Herberns Timo Zurloh (19) wird zum Elfmeterkiller

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Das ist ihm zuvor noch nie gelungen: Vergangenen Donnerstag hielt Timo Zurloh zwei Elfmeter, wurde zum Matchwinner beim SV Herbern II. Seine Trainer trauen dem Keeper eine große Zukunft zu.

von Marcel Schürmann

Herbern

, 08.10.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zweimal waren am vergangenen Donnerstag im Fußballspiel in der Kreisliga A zwischen der U23 des SV Herbern und der Rerserve des SV BW Aasee (Endstand 4:1) alle Augen auf Timo Zurloh gerichtet. Der Torwart des SVH war gefordert, schließlich hatte seine Hintermannschaft zwei Elfmeter gegen sich verursacht. Einen durch ein Handspiel, den anderen durch ein Foul. Zweimal war Zurloh zur Stelle, tauchte beim ersten Strafstoß unten links ab und parierte den strammen Schuss (38.). Beim zweiten Elfer in die andere Ecke musste er sich nicht ganz so sehr strecken und hielt auch diesen Strafstoß (57.).

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Timo Zurloh pariert Elfmeter Nummer eins

„Zwei Elfer zu halten - das ist mir zuvor noch nie gelungen“, sagte Timo Zurloh auf Nachfrage. In der Jugend habe er schon mal einen Elfmeter gehalten. Aber: „Ein Elfmeterkiller war ich bisher nicht.“ In den beiden Situationen habe Zurloh „einfach den Kopf ausgeschaltet, nicht zum Spieler, sondern nur auf den Ball geschaut“.

Seit vergangener Saison spielt Zurloh, der seit seinem sechsten Lebensjahr für den SV Herbern aufläuft, bei den Senioren. In der U23-Mannschaft ist er seit dieser Spielzeit gesetzt, für die Landesliga-Mannschaft stand der 1,89 Meter große Torwart bislang nur in Testspielen zwischen den Pfosten.

Adamek als Nummer eins verdrängt

In seiner Premierensaison musste sich Zurloh in der Herberner Reserve meist mit einem Bankplatz begnügen. Seit dieser Saison ist das anders. Die langjährige Nummer eins, Sebastian Adamek, hat er in der Sommerpause verdrängt. „Wenn Timo bei uns ist, dann ist er auch unsere Nummer eins“, sagte Herbern U23-Trainer Daniel Heitmann.

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Timo Zurloh pariert Elfmeter Nummer zwei

Bei ihm soll Zurloh „so viel Spielpraxis bekommen wie möglich“. Das sei auch mit dem 34-jährigen Adamek abgesprochen. Der sieht die Entscheidung laut dem Trainer gelassen. Heitmann: „Basti (Adamek, Anm. d. Red.) ist ein absoluter Sportsmann. Er sieht das auch so, dass der Jüngere spielen sollte.“

Adamek ist für den 15 Jahre jüngeren Zurloh dabei „eine große Unterstützung“, wie der junge Torhüter sagte. „Wir verstehen uns gut“, sagte Zurloh. „Er macht mich häufig warm und motiviert mich sehr gut.“

Zurloh trainiert mit der Ersten - Wie schwer fällt die Umstellung?

Trainieren tut Zurloh übrigens mit der ersten Mannschaft. Wie schwer fällt ihm da die Umstellung, sonntags mit der U23 auf dem Platz zu stehen? „Überhaupt nicht schwer“, meinte Zurloh, „ich kenne die Kollegen in der zweiten Mannschaft schon lange und viele bereits aus der Jugend. Dort habe ich viele Freunde, das erleichtert mir die Situation.“

Am Sonntag stand Zurloh nicht im Tor. Da fuhr er mit der ersten Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Heiden, wo er für den sich im Urlaub befindlichen Sven Freitag auf der Bank Platz nahm.

Langfristig könnte er bei der Ersten aber ein Kandidat für einen Stammplatz werden. „Timo hat letztes Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht“, attestierte ihm Holger Möllers, Trainer der ersten Herberner Mannschaft, eine gute Entwicklung. „Ich hoffe, dass er diese Saison den nächsten Schritt macht. Wenn er am Ball bleibt, kann er zu einer echten Alternative werden.“

Spielpraxis ist wichtiger

Zurloh selbst gefällt die aktuelle Situation sehr gut: „Es ist immer eine tolle Erfahrung, bei der Ersten mit dabei sein zu dürfen. Aber ich spiele natürlich lieber selbst für die U23, als auf der Bank zu sitzen. Die Spielpraxis ist mir wichtiger.“

Nicht nur ihm. Auch sein U23-Trainer ist glücklich darüber, Zurloh zwischen den Pfosten zu haben: „Ich bin absolut zufrieden mit seinen Leistungen. Er hat uns in dieser Saison schon so manchen Punkt gerettet.“

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