Zweite Liga - eine verlockende Perspektive?

Volleyball

WERNE Tabellenführer der Regionalliga, obwohl die Zweit- bis Fünftplatzierten ein Spiel mehr auf dem Konto haben. Die Erfolge der Volleyball-Frauen vom TV Werne verleiten zum Träumen. Was wäre, wenn wirklich der Aufstieg in die zweite Bundesliga gelänge?

von Von Daniel Otto

, 04.11.2009, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nina Rieger (rechts) spielte bereits in Schwerte in der zweiten Bundesliga, kehrte dann aber zurück nach Werne.

Nina Rieger (rechts) spielte bereits in Schwerte in der zweiten Bundesliga, kehrte dann aber zurück nach Werne.

Allein, um in der zweithöchsten deutschen Volleyballliga antreten zu dürfen, müsste der TV 6000 Euro zahlen „und da sind weder Anfahrts-, noch Übernachtungskosten mit drin“, sagt der sportliche Leiter des TV Werne, Bernd Purzner. Auch ein neuer Trainerschein für Coach Marco Bendig wäre fällig. Die B-Lizenz reicht in Liga Zwei nicht mehr, Bendig bräuchte die A-Lizenz. Kostenpunkt: Nochmal ungefähr 800 Euro. Das ist nicht wenig für eine Klub-Abteilung, die zum größten Teil aus heimischen Spielerinnen besteht, die für die Ausübung ihres Hobbies auf einem sehr hohen Niveau keinen Cent erhalten. Sponsoren gibt es zwar, aber mehr als eine Einladung zum Essen oder ein Fahrtkostenzuschuss für die wenigen auswärtig wohnenden Spielerinnen können diese auch nicht zuschießen. Der TV müsste finanziell deutlich zulegen, denn trotz der hohen sportlichen Qualität müsste man für dauerhafte Konkurrenzfähigkeit wohl Spielerinnen aus anderen Regionen in die Stadt locken. Was wieder Geld kosten würde.

Dabei ist es nicht so, dass Purzner der Mannschaft die zweite Liga nicht zutraut, er hält sogar sehr viel von ihr: „Die Regionalliga-Meisterschaft ist in diesem Jahr auf jeden Fall drin.“ Aber es gibt ein aktuelles Beispiel, das zeigt, dass selbst eine dominante Saison in der dritten Liga keine Garantie für Konkurrenzfähigkeit darüber bedeutet. Der TV Gladbeck, vergangene Saison überragender Regionalliga-Meister, steht aktuell ohne einen einzigen Punkt auf dem letzten Tabellenplatz der zweiten Liga. Deshalb sagt Purzner: „Der Sprung ist riesengroß. Aber noch ist nicht mal die Hinrunde vorbei. Wir gucken mal, was passiert.“

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