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Bernhard Bußmann plant seinen Rückzug als Vorsitzender des SuS Olfen für 2021

SuS Olfen

Seit 2001 ist Bernhard Bußmann Chef des SuS Olfen. 2021 wird diese Ära enden. Den Vorstandskollegen kündigte er Mittwoch seinen Rücktritt an. Jetzt beginnt die Suche nach einem Nachfolger.

Olfen

, 06.12.2018

Olfens größter Sportverein bekommt 2021 nach 20 Jahren einen neuen Chef. In einer E-Mail hat Bernhard Bußmann, Vorsitzender des SuS Olfen mit über 1.800 Mitgliedern, seine Vorstandskollegen am Mittwoch über seinen geplanten Rückzug informiert.

„Nach längeren Wochen und Monaten der reiflichen Überlegung bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass ich mich bei der nächsten Jahreshauptversammlung des Gesamt-SuS noch einmal zur Wahl zum Vorsitzenden aufstellen lasse. Nach Ablauf der zweijährigen Amtsperiode im Jahre 2021 werde ich dann aber definitiv dieses Amt im SuS nicht mehr ausüben wollen“, schrieb der 63-Jährige.

„20 Jahre sind auch genug“

Zu den Gründen äußerte sich Bußmann am Donnerstag im Gespräch. „Ich habe aus Spaß immer gesagt, dass ich bis zum 100-jährigen Bestehen des SuS Olfen weitermache“, sagte Bußmann. Das steht 2027 an. „Aber das ist zu viel Aufwand. Das traue ich mir nicht mehr zu. 2027 ist keine Option. 20 Jahre sind auch genug“, sagte Bußmann, der den Weg schon jetzt frühzeitig frei machen möchte für die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger.

Bis er seinen Posten räumt, werde Bußmann „noch mit vollem Elan dabei sein.“ Inwieweit er in die Nachfolgersuche eingebunden ist, konnte er nicht sagen. „Es ist auf keinen Fall ein Full-Time-Job. Aber man kann einen draus machen“, sagte Bußmann. Viele Verwaltungstätigkeiten hat der Vorstand auch an die Geschäftsstelle bereits abgegeben. Am 22. März 2019 wird er sich also voraussichtlich letztmalig für das Amt wählen lassen.

Zweieinhalb Jahre Zeit für die Nachfolgesuche

Bußmann hoffe, dass die frühe Bekanntmachung des Rücktritts mit rund zweieinhalb Jahren Vorlauf es einfacher macht, einen Nachfolger zu finden. „Ich muss mir vorwerfen lassen, dass ich es nicht geschafft habe, einen Nachfolger aufzubauen. Ich hatte immer mal wieder jemanden im Blick, was sich dann aber wieder zerschlagen hat“, sagte Bußmann selbstkritisch. Das gelte auch für die Ämter bei den Leichtathleten, denen er vorsteht.

Bernhard Bußmann plant seinen Rückzug als Vorsitzender des SuS Olfen für 2021

Bernhard Bußmann (l.) ist als Funktionär in der westfälischen Leichtathletik aktiv. © Reith

Vorstandskollege Werner Sander aus der Fußballabteilung bedauerte Bußmanns Ankündigung. „Wenn man es über zwei Jahre vorher ankündigt, überrascht es schon etwas. Er hat seine Aufgaben sehr gut gemacht. Ich kann verstehen, dass sich jemand nach 20 Jahren Gedanken macht. Das ist nicht nur legitim, sondern auch nachvollziehbar“, sagte Sander.

Sander sieht es aber auch positiv, dass Bußmann schon jetzt seine Entscheidung mitgeteilt hat. „Ich sehe nicht schwarz. Wer will es schon machen, solange ein Bernhard Bußmann noch da ist?“, so Sander, der darin eine Chance für Veränderungen sieht. Bußmann: „Sportvereine unterliegen auch immer mehr dem gesellschaftlichen Wandel. Es ist kaum noch möglich, einen Verein wie vor 20, 30 Jahren zu führen. Da muss man mit der Zeit gehen. Der Verein der Zukunft musst moderner werden, andere Strukturen schaffen, um Menschen in einen Sportverein zu locken. Ein neuer Vorsitzender ab 2021 hat die Chance, den Verein noch weiter nach vorne zu bringen und zu modernisieren.“ Der Verein brauche junge Leute, die innovativ sind. Welche neue Wege der SuS da gehen könnte, ließ Bußmann offen.

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Bürgermeister Wilhelm Sendermann, der Bußmann 2016 die Ehrennadel der Stadt verliehen hat, bedauerte Bußmanns Rückzug ebenfalls. „Bernhard Bußmann ist für mich Mister Leichtathletik in Olfen. Man muss seine Entscheidung respektieren. Er wird die Sportplätze danach aber sicherlich nicht meiden“, sagte Sendermann.

Bußmann ist seit 2001 Vorsitzender

2001 wurde der Polizist zum Vorsitzenden des SuS Olfen gewählt. Zuvor war er seit 1989 stellvertretender Vorsitzender der Abteilung Turnen-Leichtathletik-Volleyball (TLV) und zehn Jahre lang von 1993 bis 2002 Vizepräsident der LG Olympia Dortmund. Seit 1981 ist der selbst jahrelang aktive Leichtathlet aus Olfen als Trainer beim SuS im Geschäft und übernahm ein Jahr später die Fachschaftsleitung Leichtathletik. Ob er nach 2021 auch das Amt des Abteilungsleiters TLV ruhen lässt, habe er noch nicht entschieden. Trainer möchte er aber darüber hinaus gerne bleiben - maximal aber, bis er 70 wird. „Mit 70 muss Schluss sein, egal in welchem Ehrenamt“, sagte Bußmann.

Viel hat sich gewandelt beim SuS

In seine Amtszeit fallen millionenschwere Infrastruktur-Investitionen, von denen der SuS heute profitiert. Als Bußmann Vorsitzender wurde, existierte noch das alte Kanalstadion, das inzwischen bebaut ist. „Wo ich früher Weitsprung gemacht habe, ist heute ein Wohnzimmer“, scherzte Bußmann. An der Sportanlage Steversportpark gab es damals nur einen Aschenplatz. Heute befinden sich hier zwei Kunstrasenplätze, von denen einer eine Tartanlaufbahn umgibt. Auch der Hammerwurfring (2004), das Regiehäuschen (2007) und die Tribüne (2013) sind in dieser Zeit entstanden. 2019 soll ein Soccerfeld kommen.

Bernhard Bußmann plant seinen Rückzug als Vorsitzender des SuS Olfen für 2021

SuS-Vorsitzender Bernhard Bußmann feierte viele Aufstiege mit seinem Verein. © Theo Wolters

In Bußmanns Amtszeit fallen auch die zwei Saisons der Volleyballerinnen in der 2. Liga. Das Projekt scheiterte damals an fehlenden Sponsoren. „Finanziell hätte man das dem SuS Olfen nie zumuten können“, sagte Bußmann. 2008 löste sich die Tischtennisabteilung auf, 2009 kam dafür die Basketball-Abteilung hinzu. Mit Bußmann kamen auch die Leichtathleten als eigenständiger Name zurück nach Olfen. Vorher war der SuS Stammverein der LG Olympia Dortmund. Sportlich hat die Hammerwurfgruppe in dieser Zeit einen enormen Aufschwung erlebt.

Als sportliche Höhepunkte nennt Bußmann den Kreispokalsieg 2010 und die drei Meistertitel im Jahr 2015 sowie Aufstiege der Handballer. Den SuS sieht er aber nach wie vor als breitensportorientierten Verein: „In der einen oder anderen Sportart kann man mal Leistungssport machen. Aber wir können Talente nur entwickeln und zu einem späteren Zeitpunkt abgeben.“

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