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Nach geplatztem Görlich-Wechsel: Union Lüdinghausen ärgert sich über Westfalia Vinnum

Fußball

Sven Görlich ist gesperrt. Nachdem Westfalia Vinnum dem Ex-Spieler die Freigabe verweigert hat, darf Görlich erst im Mai wieder auf Torejagd gehen. Union Lüdinghausen erhebt Vorwürfe.

Vinnum

, 07.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Nach geplatztem Görlich-Wechsel: Union Lüdinghausen ärgert sich über Westfalia Vinnum

Sven Görlich darf nicht zu Lüdinghausen wechseln. © Reith

Der Fall Sven Görlich geht in die nächste Runde. Nachdem Fußball-Kreisligist Westfalia Vinnum dem Stürmer die Freigabe in der Winterpause für seinen Wechsel zu Bezirksligist Union Lüdinghausen verweigert hat, erhebt Daniel Schürmann, Sportlicher Leiter, schwere Vorwürfe gegen die Vinnumer.

Speziell Michael Asemann, Geschäftsführer der Vinnumer, steht im Fadenkreuz. Im November habe es Schürmann zufolge ein Telefonat zwischen ihm und Michael Asemann gegeben. Darin habe Asemann ihm bestätigt, dass die Möglichkeit eines Wechsels besteht. Von einem Grundsatzbeschluss, dass Vinnum im Winter keine Spieler freigebe, sei nie die Rede gewesen.

„Ich habe Michael Asemann sogar gefragt, ob ich damit an die Presse gehen kann“, sagt Schürmann, der daraufhin den Transfer des Torjägers zum abstiegsbedrohten Bezirksligisten vermeldete. „Er hat kein Wort erzählt, dass es einen Vorstandsbeschluss gab. Es war ein gutes Gespräch mit Michael“, so Schürmann über das Telefonat. Sein Fazit: Der Transfer wird klappen. Ganz gewiss.

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Am 31. Januar schloss dann das Transferfenster für die Amateurfußballer - ohne dass Görlich die Freigabe erhalten hat. Der Spieler ist ein halbes Jahr gesperrt bis zum 5. Mai. Und Daniel Schürmann zeigt sich im Gespräch enttäuscht darüber, dass der Verein Michael Asemanns angeblich gemachte Zusage nicht eingehalten habe. „Wir haben uns auf Funktionäre verlassen und sind verlassen worden. Wenn das Wort nicht zählt...“, sagt Schürmann, der auf die Ehrlichkeit gepocht habe. Und weiter: „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Vinnum. So bröckeln Freundschaften.“

Nach geplatztem Görlich-Wechsel: Union Lüdinghausen ärgert sich über Westfalia Vinnum

Daniel Schürmann ist enttäuscht darüber, dass Sven Görlich nicht wechseln darf. © Archiv

Er geht davon aus, dass Asemanns Bereitschaft, dem Wechselwunsch des Spielers zu entsprechen, von Vorstandschef Gerij einkassiert worden ist. „In Vinnum hat Kunibert Gerij nunmal die Hosen an“, sagt Schürmann. Da passt auch, was Union-Co-Trainer Ingo Witschenbach den „Westfälischen Nachrichten“ gegenüber sagte: „Wie muss sich Michael Asemann fühlen, wenn sich Herr Gerij einfach über Abmachungen hinwegsetzt. Wäre ich dort Geschäftsführer, ich hätte längst den Hut genommen.“

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Kunibert Gerij widerspricht Union Lüdinghausen. © Gerij

Eben diese Abmachung habe es Gerij zufolge aber nie gegeben. Er weist die Aussagen nicht weniger scharf zurück. Michael Asemann habe keine Zusagen gemacht, „definitiv nicht.“ Und was da in Lüdinghausen erzählt wird, „hat mit der Realität doch nichts mehr zu tun.“ Es gebe bei Wechseln im Winter klare Rahmenbedingungen. Über eine Ablösesumme sei nie gesprochen worden. Daher war man von einer Zusage auch weit entfernt. Vinnum wolle Anfang kommender Woche eine Stellungnahme auf die Lüdinghauser Darstellung veröffentlichen.

Vinnum erlaubt grundsätzlich keine Wechsel in der Winterpause

Gerij hatte bei Bekanntgabe des Wechsels erklärt, dass der Verein grundsätzlich keine Spieler im Winter freigibt. Man wolle so einen Ausverkauf im Winter umgehen, wie es erst kürzlich dem SV Stockum in der Kreisliga A Unna-Hamm ergangen ist. Das, so Gerij, werde seit Jahren bei der Westfalia praktiziert. Sven Görlich sei nicht der erste Spieler, dem man den Wechsel im Winter untersagt habe. Umgekehrt hatte Vinnum in der Vergangenheit aber auch immer mal wieder Spieler in der Winterpause geholt. „Was andere Vereine tun, ist nicht mein Problem“, kommentiert Gerij.

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Sven Görlich war in der vergangenen Saison einer der Top-Torschützen in Vinnum. © Weitzel

Doch genau hier hakt Schürmann ein. Es habe eine Absprache bei Görlichs Wechsel nach Vinnum gegeben, dass der Spieler den Verein jederzeit verlassen könne. An diese Zusage halte sich Vinnum nicht. „Sven ist einfach ein anderer Sachverhalt“, so Schürmann. Trotzdem hätte er Verständnis dafür gehabt, wenn Vinnum den Spieler in der Winterpause noch nicht ziehen lassen möchte. Allerdings hätte Asemann das im Gespräch auch klar machen müssen. „Wie sollen wir anderen Vereinen das erklären, wenn wir für Lüdinghausen eine Ausnahme machen? Sven Görlich war das klar“, sagt Gerij.

Der Gang vor das Sportgericht ist nicht mehr möglich. Erstens weil die Frist für den Einspruch des abgelehnten Freigabe-Antrags von 14 Tagen verstrichen ist. Zweitens, weil mit dem Februar das Transferfenster geschlossen hat.

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