Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

PBC Schwerte fördert Integration am Billardtisch

Billard

In ihrer Heimat zählten sie zu den Besten ihrer Sportart, nun stellen sie ihre sportlichen Qualitäten für den Poolbillardclub Schwerte unter Beweis: Mohamad Asfari (33) und Mohammad Soufi (23) sind in sportlicher Hinsicht eine erhebliche Verstärkung für die beiden Bundesligamannschaften – und ein Musterbeispiel für gelebte Integration im Sportverein.

SCHWERTE

, 23.12.2016
PBC Schwerte fördert Integration am Billardtisch

Die beiden Syrer Mohamad Asfari (li.) und Mohammad Soufi haben beim Billardclub PBC Schwerte eine sportliche Heimat gefunden.

Nach ihrer Flucht aus Syrien haben Asfari und Soufi beim PBC Schwerte eine Anlaufstelle gefunden, die seit etwa einem halben Jahr ihre sportliche Heimat geworden ist, bei der sie sich zudem aber auch über den Sport hinaus wohlfühlen.

„Die Jungs sind total in Ordnung, es hat überhaupt keine Eingewöhnungsprobleme gegeben“, erzählt PBC-Pressesprecher Bernd Aufderhorst. Das sportliche Qualitäts-Plus der beiden Klassespieler nehmen sie gerne mit beim PBC, noch wichtiger ist im Fall der beiden jungen Männer aber wohl die Integration in die Gesellschaft – da hilft das Vereinsleben zweifellos sehr.

Seit drei Jahren ist Mohamad Asfari in Deutschland. Er stammt aus Aleppo, der Stadt, aus der uns Tag für Tag die Schreckensbilder des Krieges via TV-Mattscheibe ins Wohnzimmer flimmern. Natürlich sei es ihm nicht leicht gefallen, seine Heimat zu verlassen, erzählt er. Letztlich habe er aber keine andere Möglichkeit gesehen.

Etwa zwei Monate dauerte seine Flucht über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Kroatien, ehe er in einem großen Flüchlings-Camp in Heiligenstadt eine vorläufige Bleibe fand. Mittlerweile wohnt Asfari in Dortmund. Lebhaft erzählt er seine Geschichte und dass er dankbar ist, in Deutschland zu sein. Er tut das in einer Mischung aus Englisch und Deutsch – in dem Wissen, dass das Erlernen der Sprache ganz wichtig ist.

Hilfreich ist, dass es mit Mohsein Saadawy einen Ägypter im Verein gibt, der etwa beim Ausfüllen von Formularen oder auch sonst im Alltag Hilfestellung leistet. Auf Saadawy als Dolmetscher will Asfari aber schon bald nicht mehr angewiesen sein.

Noch nicht in der Nähe wohnt Mohammad Soufi, der in Rostock lebt – noch. „Für ihn haben wir die Zusage für eine Arbeitsstelle im Frühjahr. Dann kann er auch hierhin ziehen“, erzählt Bernd Aufderhorst. Bis es so weit ist, kommt Soufi, der übers Internet auf den PBC Schwerte aufmerksam geworden war, extra für die Bundesligaspiele mit dem Zug von der Ostsee nach Schwerte und wohnt dann für ein paar Tage bei einem Vereinsmitglied.

In Syrien waren die beiden in Sachen Billard eine richtig große Nummer. Asfari gewann von 2011 bis 15 die Landesmeisterschaft und ließ auch bei den westasiatischen Titelkämpfen in den Jahren 2012 und 2013 die gesamte Konkurrenz hinter sich. Das Rüstzeug für diese sportlichen Erfolge holte er sich in einem kleinen Club, den seine Eltern betrieben haben. „Ich habe manchmal auf dem Billardtisch geschlafen“, erzählt der 33-Jährige.

Viele gemeinsame Turniere

Seit etwa zehn Jahren kennt er Mohammad Soufi, mit dem er viele gemeinsame Turniere gespielt hat. Der 32. Platz bei der Junioren-Snooker-WM 2010 war sein größter sportlicher Erfolg in der Heimat. „Wir sind Freunde geworden“, sagt Asfari – auch das hilft dabei, mit den schrecklichen Zuständen in Syrien, wo Teile der Familien nach wie vor leben, umzugehen.

Irgendwann nach Syrien zurückzugehen, können sich die beiden derzeit nicht vorstellen. „Ich möchte in Deutschland bleiben, die Sprache richtig lernen und hier arbeiten“, sagt Mohamad Asfari – Kopfnicken bei seinem Freund Soufi. Und nebenbei wollen sich die beiden weiterhin als Punktegaranten für den PBC betätigen.

Schlagworte: