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Thomas Overmann: „Mit Rudi ist ein Stück Fußball gegangen“

FC Schalke 04

Rudi Assauer ist tot. Der langjährige Schalker Manager ist am Mittwochabend mit 74 Jahren nach langer Alzheimer-Krankheit gestorben. Sein Tod bewegt auch Schalker Fans aus dem Umkreis.

von Patrick Schröer, Nico Ebmeier, Nina Bargel

Werne, Lünen, Selm

, 07.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Thomas Overmann: „Mit Rudi ist ein Stück Fußball gegangen“

Rudi Assauer mit Thomas Overmanns Sohn Björn. © Thomas Overmann

Euphorisierte und glückliche Schalker Fans am Mittwoch im Bus auf dem Weg zum Pokalspiel gegen Düsseldorf. Die Aussichten auf den Viertelfinal-Einzug sind gut, Erzrivale Dortmund ist einen Tag vorher gegen Bremen ausgeschieden - die blau-weiße Schalker Welt ist rosig am Mittwoch-Nachmittag.

„Und dann wurde es auf einmal ganz still im Bus.“ So beschreibt Thomas „Stan“ Overmann, Vorsitzender der Fußball-Abteilung des Werner SC, den Moment, in dem der erste Schalker Fan im Bus die Nachricht weitergegeben hat, dass Rudi Assauer gestorben ist.

Rudi Assauer war ganz nah an den Fans dran

„Mit Rudi ist ein Stück Fußball gegangen“, sagt Overmann, der auch am Tag nach der Nachricht noch hörbar betroffen ist. Seit über 50 Jahren ist Overmann glühender Schalke-Fan. Und auch großer Assauer-Fan. „Rudi hat sich um uns Fans gekümmert, er hat immer geagt, dass die Fans das Wichtigste sind, wie eine Familie“, erzählt Overmann, der die Schalker-Ikone schon des Öfteren getroffen hat. Overmann war oft am Trainingsgelände der Blau-Weißen. Erst als Schüler, dann als Vater mit seinen Söhnen und später dann auch mit seinen Enkelkindern.

„Das war nicht irgendeiner“, sagt der Werner Thomas Overmann. Es gebe nur ganz wenige Fußball-Größen wie Assauer, ist er sich sicher. „Auf Schalke wird es so einen nicht mehr geben. Trotzdem wird er immer irgendwie im Stadion sein.“

Die Zigarre immer dabei

Auch ein paar Kilometer weiter in Lünen trauern die Schalker Fans um ihr Idol. Olaf Bispinghoff aus Südkirchen hatte es aus dem Radio erfahren: Rudi Assauer ist tot – die Ikone des FC Schalke 04. Sofort gingen dem Trainer des Wasserball-Zweitligisten SV Lünen, der auch glühender Schalke-Fan ist, Bilder durch den Kopf. „Ich habe an seine Glanzzeiten mit Zigarre im Mund gedacht, an die Zeiten, als Schalke den Uefa-Cup geholt hat“, sagt Bispinghoff, der zunächst geschockt war.

Thomas Overmann: „Mit Rudi ist ein Stück Fußball gegangen“

Schalke gewann 1997 den Uefa-Pokal. © dpa

Bispinghoff mochte den Schalker Querdenker, bezeichnet ihn „als richtigen Kerl mit Ecken und Kanten“, der wusste, wie man mit den Medien umzugehen habe. Daher empfand es der Wasserball-Coach auch als schwierig, sich über den 4:1-Sieg der Schalker im Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf zu freuen.

„Mir kommen noch immer die Tränen“

Auch bei den Stever-Knappen Olfen war die Trauer über den Tod der Ikone groß. „Wir sind gestern mit vier Männern zum Pokalspiel gefahren. Als uns die Nachricht erreicht hat, war große Stille im Auto und da musste jeder von uns erst einmal schlucken“, sagte der Vorsitzende Markus Marott. Während des Telefonates am Folgetag zeigte sich Marott noch immer äußerst geschockt. „Ich bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich nur seinen Namen hörte. Es ist für jeden, der ihn persönlich kennt, ein Schock.“

Eine Geschichte wird ihm dabei immer in den Gedanken bleiben. „Wir hatten gerade unsere Weihnachtsfeier von der Firma und zufällig auch am gleichen Ort die Schalker. Wir hatten all unseren Frauen Rosen mitgebracht und Rudi nahm die Blumen und verteilte sie an das Hotelpersonal. Es war seine unnachahmliche Art, die ihn so besonders machte.“ Außerdem hat Marott auch einen unterschriebenen Schal der Ikone, den er vermutlich nie wieder hergeben wird.

„Rudi Assauer war eine Legende, die es so nie wieder geben wird. Die Arena, der Verein, die Fans. All dies ist ihm zuzuschreiben“, erklärte der Knappe.

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