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Wernes Handball-Damen verwerfen alle Siebenmeter - daran lag‘s

Handball-Landesliga

Bei der 18:38-Pleite der Handball-Damen gegen Mengede passte nichts zusammen. Kein Wunder also, dass auch alle vier Werner Siebenmeter vergeben wurden - die sind nämlich eine Kunst für sich.

Werne

, 11.02.2019 / Lesedauer: 4 min
Wernes Handball-Damen verwerfen alle Siebenmeter - daran lag‘s

Handballerin Sarah Stengl hat beim Siebenmeter keine Lieblingsecke. Sie achtet lieber darauf, wie die gegnerische Torhüterin bisher reagiert hat. © Helga Felgenträger

Nach zwei Minuten erwischte es Miriam Siebels, nur vier Minuten später Daniela Theisen, nach 17 Minuten Stefanie Goletz und kurz vor Schluss in der 51. Minute traf es dann Sarah Stengl: Alle vier TVW-Spielerinnen vergaben ihre Siebenmeter gegen den TV Mengede.

Das passte natürlich zum Rest des Landesliga-Spiels. Beispiel gefällig? Das erste Werner Tor fiel erst nach sechs Minuten, Linda Hillebrand traf zum 1:6. Zu dem Zeitpunkt waren bereits Sarah Stengl und Daniela Theisen vom Siebenmeter-Punkt gescheitert. Aber wer wirft bei den Werner Handballerinnen eigentlich die Strafwürfe?

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Trainer Fabian Schwenk, der in Mengede vor allem mit der Einstellung seiner Spielerinnen haperte, erklärt das System des TVW: „Wir haben keine, die feste Werferin ist. Normalerweise haben wir einen Pulk von Spielerinnen, die werfen können.“ Die, die sich dann am sichersten fühlt, werfe auch den Siebenmeter.

Es geht um Selbstvertrauen

Und das sollte die jeweilige Spielerin auch zügig tun, denn: „Das sieht schon anders aus, wenn du sofort selbstbewusst hingehst, als wenn du erst 15 Sekunden brauchst, bis sich überhaupt eine aufrafft und hingeht“, erklärt Schwenk. Das war in Mengede zunächst auch kein Problem.

Nachdem die Schiedsrichter nach zwei Minuten das erste Mal für den TV Werne auf den Strafpunkt gezeigt hatten, ging Miriam Siebels selbstbewusst zur Linie. Ihre Siebenmeterquote zu dem Zeitpunkt: Einen von drei getroffen, kurz danach verschlechterte sich ihre Statistik aber auf 25 Prozent getroffene Siebenmeter. Der erste verworfene in diesem Spiel.

Wernes Handball-Damen verwerfen alle Siebenmeter - daran lag‘s

Auch Miriam Siebels hatte gegen Mengede kein Glück von der Siebenmeter-Linie. © Foto Helga Felgenträger

Als Trainer kann man dabei natürlich nur hilflos bei zusehen. „Mir bleibt dann nichts anderes übrig, als zu versuchen, die jeweilige Spielerin wieder aufzubauen“, erklärt Schwenk seine Reaktion auf den verworfenen Siebemeter von Siebels. Es nützte nichts: Als die Unparteiischen vier Minuten später erneut auf Strafwurf für die Wernerinnen entschieden, hatte sich das Selbstvertrauen von Miriam Siebels bereits verabschiedet. Dieses Mal war es - beim Stand von 0:6 aus TVW-Sicht - Daniela Theisen, die sich der Mengeder Torhüterin stellte.

Sarah Stengl hat keine Lieblingsecke

Die Mittelspielerin, die in der Winterpause das Verbandsliga-Team von Fabian Schwenk verstärkte, hatte im Spiel zuvor bereits einen Siebenmeter versenkt. Am Samstag scheiterte aber auch sie von der Linie. Als es in der 17. Minute beim Stand von 3:10 den dritten Strafwurf gab, war es dann Stefanie Goletz, die sich ein Herz nahm - aber auch sie scheiterte. Und das, obwohl Goletz bis zum Mengede-Spiel eine Hundert-Prozent-Quote von der Linie hatte. „Natürlich hat es auch eine Rolle gespielt, dass wir nicht ins Spiel gefunden haben“, analysierte Schwenk die rabenschwarze Siebenmeter-Quote.

Der restliche Spielverlauf war dann zum Vergessen für die Werner Handballerinnen. Da war es natürlich eine undankbare Aufgabe, als es in der 51. Minute beim Stand von 32:14 für den TV Mengede noch einen Werner Strafwurf gab. Trotzdem ging bei diesem vierten und letzten Siebenmeter eine Wernerin beherzt zur Linie: Sarah Stengl.

„Natürlich macht man sich Gedanken, wenn vorher schon drei Siebenmeter verworfen wurden“, erklärt Stengl ihre Gefühlslage beim Gang zur Strafwurflinie, aber: „Wenn ich einen werfe, dann will ich ihn auch reinmachen.“ Stengl putzte sich wie vor jedem Strafwurf nochmal die Schuhsohlen ab - „für besseren Halt“ - und ließ sich nochmal kurz durch den Kopf gehen, wie ihre Kolleginnen vorher verworfen hatte. Eine Lieblingsecke hat Stengl nämlich nicht: „Es ist von Spiel zu Spiel verschieden, wo ich hinwerfe.“ Alle Vorbereitung war aber vergebens: Auch Sarah Stengl schaffte es nicht, die Mengeder Torhüterin zu bezwingen.

Denise Heinrich am treffsichersten

Trotzdem lässt sich die Wernerin dadurch nicht das Selbstvertrauen nehmen: „Die nächsten Siebenmeter machen wir bestimmt wieder rein, da bin ich mir sicher“, so Stengl. Dann wird vielleicht auch wieder Denise Heinrich antreten, die Rückraumspielerin hat bisher 12 von 14 Siebenmetern verwandelt, hatte gegen Mengede beim ersten Strafwurf aber Miriam Siebels den Vortritt gelassen. „Bei den anderen Siebenmetern stand ich dann gar nicht auf dem Feld“, erklärt Heinrich.

Wernes Handball-Damen verwerfen alle Siebenmeter - daran lag‘s

Denise Heinrich traf in dieser Saison bereits 12 ihrer 14 Strafwürfe. © Greis

Wer auch immer den nächsten Siebenmeter der TVW-Handball-Damen werfen wird - Trainer Fabian Schwenk, der als Spieler selbst auch immer die Siebenmeter geworfen hat, hat einen Tipp parat: „Wenn es vorher im Spiel nicht so gut lief, habe ich immer nach unten geworfen: Unters Tor hat schließlich noch niemand geworfen.“

Die Siebenmeter-Quoten der TVW-Handballerinnen in der aktuellen Landesliga-Saison:

Sarah Hattop - 4/4 - 100%

Clara Drohmann - 1/1 - 100%

Stefanie Goletz - 7/8 - 87,5%

Denise Heinrich - 12/14 - 85,7%

Sarah Stengl - 9/11 - 81,8%

Myriam Hins - 3/5 - 60%

Daniela Theisen - 1/2 - 50%

Miriam Siebels - 1/4 - 25%

Jana Schindelbauer - 0/1 - 0%

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