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Wethmars Lou-Ann Wuth träumt von Kaiserau

Fußball

Im zarten Alter von neun Jahren hat sich Lou-Ann Wuth in den Fußball verliebt. Mittlerweile ist die Lünerin 13 Jahre alt und hütet bei Westfalia Wethmar das Tor. Als große Inspiration dient ein Bundesliga-Torhüter.

von Niklas Dvorak

Wethmar

, 14.03.2018
Wethmars  Lou-Ann Wuth träumt von Kaiserau

Hütet aktuell das Tor der D1-Junioren von Westfalia Wethmar: die 13-jährige Lou-Ann Wuth. Westfalia Wethmar

Lou-Ann Wuth ist gerade einmal 13 Jahre alt. Mädchen in diesem Alter haben in der Regel meist andere Gedanken im Kopf als Fußball. Nicht so bei Lou-Ann Wuth. Die Lünerin ist sportbegeistert, spielt gerne Fußball. Und das nebenbei auch noch sehr gut.

Lou-Ann Wuth ist Torhüterin. Aktuell verhindert sie bei der D1-Jugend des TuS Westfalia Wethmar Gegentreffer um Gegentreffer. Die 13-Jährige hat daneben auch eine Zweitspielberechtigung bei der U13 des VfL Bochum. Zudem trainiert sie bei der Westfalenauswahl mit.

„Ich habe mit dem Fußball angefangen, weil viele meiner Freunde Fußball gespielt haben. Ich habe versucht, mit diesen mitzuhalten“, sagt Lou-Ann Wuth. Dass aus ihr irgendwann einmal eine gute Torfrau wird, stand damals noch nicht fest. Angefangen hat Wuth im Alter von neun Jahren. Damals beim VfB Lünen in einer Mädchenmannschaft. Torhüterin war Wuth damals allerdings noch nicht. Die Lünerin agierte im Sturm, allerdings nur für kurze Zeit. Denn schon bald hatte der VfB mit seiner Mädchentruppe ein Problem. Im Gehäuse fehlte eine gute Schnapperin. Wuth packte der Ehrgeiz, sie trat von nun an zwischen die Pfosten.

Zu dieser Zeit war der Hype um ihr jetziges Vorbild Manuel Neuer, Torwart beim FC Bayern München, sehr groß. „Neuer ist der beste Torwart der Welt und nicht nur im Tor sehr gut, das gefällt mir“, so Wuth. Neben Neuer ist Keylor Navas, Torhüter des spanischen Erstligisten Real Madrid, ein weiteres Vorbild, da er trotz seiner 31 Jahren immer noch sehr gut die Bälle aus dem Netz fische.

Ab zur Kreisauswahl


Es dauerte nicht lange, bis Lou-Ann Wuth als Torhüterin gesichtet wurde. Es folgte eine Einladung zur Kreisauswahl nach Dortmund. Anfang 2016 nahm Wuth an einem Sichtungslehrgang der Westfalenauswahl teil. In ganz Westfalen wurden dabei über 1000 Mädchen gesichtet, um einen Kader mit rund 30 Mädchen zu bilden. Dazu gehörte auch Lou-Ann Wuth. Die Verantwortlichen erkannten ihr Talent, empfahlen ihr aber auch, sich einer Jungen-Mannschaft anzuschließen.

Nach einem Probetraining beim TuS Westfalia Wethmar wurde sie als erste Torfrau in die gerade in die Bezirksliga aufgestiegene D1 berufen. „Für sie war es schwer, sie spielte das erste Mal in einer Jungen-Mannschaft. Da war es schwer, akzeptiert zu werden, da sie als Mädchen in einem reinen Jungen-Team spielte und dann auch noch in der Bezirksliga“, sagte ihre Mutter Melanie Wuth. „Ich wollte doch einfach nur Fußball spielen“, so Lou-Ann Wuth.

Die gebürtige Lünerin spielt noch heute für die Westfalia und sammelte einige Stadtmeistertitel, sowohl in der Halle als auch auf dem Feld. Talent hat sie also genügend. Bei einem internationalen Turnier in den Niederlanden im Mai 2017 wurde sie zur Torfrau des Turniers gewählt.

„Mein Traum ist es erst einmal, in das Fußballinternat in Kaiserau aufgenommen zu werden“, so die TWW-Torfrau. In das Fußballinternat werden Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren aufgenommen. Natürlich nur die Besten. Wuth hätte im Internat die Möglichkeit, den Fußball und die Schule besser miteinander zu kombinieren. Denn ihr straffer Zeitplan von Schule und Training lässt der 13-Jährigen wenig Zeit für Freunde.

Ein steiler Weg

Dass auf die Torhüterin ein langer, zum Teil steiniger Weg wartet, ist unbestritten. Aktuell gibt es für Mädchenfußball nämlich nur wenige Leistungszentren. Doch mit Rückschlägen kennt Lou-Ann sich aus. Bei der Westfalenauswahl im vergangenen Kaderlehrgang wurde ihr mitgeteilt, dass sie mindestens zehn Kilogramm abnehmen müsste und erst dann wieder eingeladen werde. Sie nahm sich die Kritik zu Herzen, stellte ihre Ernährung um. Sie schaffte es, die zehn Kilogramm abzunehmen. Das nächste Ziel ist nun Kaiserau.

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