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Wie sich Brahim Triqui den 7. Dan im Taekwon-Do erkämpfte

Sportlerporträt

BRAMBAUER Der jüngste Träger des 7. Dan im Taekwon-Do kommt aus Brambauer. Es ist Brahim Triqui, Chef und Trainer des Sportcenters Tan Gun. Ein Porträt.

von Von Bernd Janning

, 09.06.2009

Triqui, 40 Jahre jung, absolut durchtrainiert, ehrgeizig und emotional, steht auch seit 1998 als Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft Taekwon-Do (TKD) - zusammen mit Harry Vones - seinen Mann. Triqui, dass ist seit zwei Jahrzehnten der Name, der in der Kampfsport-Szene für Erfolg und Wahrung des traditionellen Taekwon-Do steht.

Sein Bruder Mohamed findet die passende Beschreibung: "Er hat sich diesem Sport mit Leib und Seele verschrieben!" Und eigentlich wollte Triqui gar nicht auf die Matte und in den Hochring, wegen der Vorurteile, die in Kampfsport nur Aggression, wildes Gekloppe und blutige Nasen sehen!Hartes Training und Fairness im Vordergrund

Erst ein guter Freund weckte 1981 bei ihm das Interesse an den asiatischen Kampfsportarten. So begriff er: Dort geht es um hartes Training und Fairness. Triqui reifte heran. Seit wenigen Tagen ist Deutschlands jüngster Träger des 7. Dan im Taekwon-Do.

Taekwon-Do - das ist inzwischen sein Leben, aber auch sein harter Beruf. Mit diesem muss er als Chef der Sportcenter in Brambauer (300 - 400 Sportler) und des seit Februar neu aus einem Fitnesstaudion entstanden Hauses in Dortmund (bisher 50 Sportler) seine Familie ernähren.

1998 legte er erfolgreich die Prüfung zum 5. Dan und verabschiedete sich somit von der aktiven Teilnahme an den Welttunieren. 2003 meisterte er vor dem Weltkomitee die Prüfung zum 6. Dan, war damit schon jüngstes Mitglied der ITF-D (Internationeln Taekwon-Do Förderation Deutschland) mit dieser Graduierung in Deutschland. Zur nächsten Prüfung erst in sieben Jahren

Beim International Instructor Course im bayrischen Miesbach stellte er sich jetzt den Herausforderungen des 7. Dan. Triqui: "Das ist nicht eine Prüfung. Das ist ein ganzes Paket!" Dieses öffnete sich mit den so genannten Tuls. Bei dieser Kür werden Abwehr- und Kontertechniken vorgeführt.

Zum Thema Kampf musste eine 20-seitige Arbeit verfasst werden. Selbstverteidigungsübungen mussten präsentiert werden. In der Theorie musste er, wie die anderen 19 Kandidaten in Miesbach, bei den verschiedenen Dan-Prüfungen sattelfest sein. Triqui beeindruckte die Juroren und legte eine der besten Abschlüsse hin, ist einer der wenigen Träger des 7. Dan in Deutschland.

Bis zum 8. Dan hat es jetzt noch sieben Jahre Zeit. Erst dann darf er sich zur nächsten Prüfung anmelden. In Deutschland gibt es bisher nur drei Träger dieser weltweit zweithöchsten Graduierung.Reichen Erfahrungsschatz weitergeben

Der 9. Dan, höher geht es nicht in die Taekwon-Do-Himmel, das ist natürlich auch ein Traum des Trainers aus Brambauer. "So eine Auszeichnung in jüngeren Jahren, das passt nicht. Da muss man mit dem Alter auch die Reife, die Lebenserfahrung mitbringen!", hält sich Triqui bescheiden zurück.

Solange wird Triqui seinen reichen Erfahrungsschatz an seine Schüler im Taekwon-Do und Kickboxen weitergeben. Er wird mit ihnen hart trainieren, sich dann mit ihnen über Titel als Deutscher-, Europa- und Weltmeister freuen. Er wird sich weiter sehr intensiv für sozialschwache Kinder und Jugendliche engagieren. Zur Zeit arbeitet er mit über 19 Schulen in der Region zusammen.

Für sein Engagement für sozial schwache Kinder sowie für die Nachwuchsarbeit und das Zusammenführen von Menschen unterschiedlichster Kulturen wurde er mit dem "Ehren-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen" ausgezeichnet. ZUR PERSONBrahim Triqui wurde am 27. August 1968 in Nador, Marokko, geboren. Seit 1978 lebt er mit seiner Familie, die dem Vater folgte, in Deutschland. Er hat sechs Geschwister.Er ist seit 1999 mit Amal verheiratet. Das Paar wohnt in Kamen und hat die drei Kinder Amin (1 Jahr), Maissa (4) und Anis (8), der in Kaiserau Fußball spielt, aber den Spuren seines Vaters als Kampfsportler folgen wird. Seit 1986 ist er in Brambauer aktiv, war von 1987 bis 1995 Trainer der Sportschule Tan Gun an der Mengeder Straße. Mit Tan Gun machte er sich dann selbstständig, gab seinen Beruf als Spannungsmechaniker auf. Seit Februar dieses Jahres gehört ein Studio in Dortmund dazu. Bei der Geschäftsführung die rechte Hand von Brahim Triqui ist sein Bruder Mohamed.

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