Fußball-Kreisliga B

Kartenfestival beim BV Lünen: B-Ligist scheitert an der eigenen Einstellung

Das war eine ordentliche Überraschung: Der BV Lünen fuhr am Sonntag als hoher Favorit zum Vergleich mit dem SC Dortmund – und kehrte doch ohne Punkte zurück in die Geist.

Es ist der erste herbe Rückschlag in der noch jungen Saison. Überraschend hat der BV Lünen am Sonntag auswärts beim SC Dortmund verloren. Dabei war die Partie beherrscht von vielen Wortgefechten und Diskussionen, die letztlich ihre Folgen haben sollten.

Mit 2:3 verloren die Geister schlussendlich beim SC Dortmund, der die ersten beiden Partien noch deutlich verloren hatte. Doch die Niederlage war für den BV05 durchaus verdient. Das sah auch Trainer Marco Fischer so, der nach dem Spiel sichtlich nach Worten rang: „Ich kann nicht fassen, dass wir dieses Spiel verloren haben. Wir sind heute komplett an uns selbst gescheitert“, so der Trainer.

Nico Brand erzielt kurz nach der Pause den Anschluss

Die Geister erwischten einen Horrorstart in die Partie, lagen früh schon mit zwei Toren zurück. Yassin El Quaaziky Hassan (6.) und Gaetano Valenti (11.) konterten die Gastgeber zur Führung. „Wir sind vom Start weg aufgetreten, als hätten wir das Spiel schon gewonnen. Und dann liegen wir mit 0:2 hinten und fragen uns, was hier los ist“, sparte Fischer nicht mit Kritik an seiner Mannschaft.

Seine Spieler verrannten sich am Sonntag in Kleinigkeiten. Jede Aktion wurde auf dem Platz mit Mitspielern, Gegenspielern und Schiedsrichter diskutiert. So fanden die Geister zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel.

„Wir sind überhaupt nicht reingekommen, haben uns keine Chancen erspielt. Selbst, als wir das Tor dann machen, kommt danach nichts mehr“, bilanziert Fischer. Nico Brand hatte nur Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit auf 1:2 gestellt (46.).

Doch weitere Chancen boten sich dem BV05 erst einmal nicht. Selbst in Überzahl – Valenti sah nach einer Stunde die Gelb-Rote-Karte – konnten sich die Mannen in den blauen Trikots keine zwingenden Situationen erspielen.

Und zu allem Überfluss schwächten sich die Lüner auch noch selbst. Tom Mlinski sah fünf Minuten vor dem Ende die Ampelkarte. In der Nachspielzeit musste Kevin Kauschalek ebenfalls vom Platz – das viele Meckern und Diskutieren hatte seine Folgen für den BV Lünen.

BV-Trainer bemängelt fehlende Cleverness

In der 90. Minute erhöhte Deniz Köse dann auch noch auf 3:1 für den SC. Noch war aber nicht Feierabend. Als schon drei Minuten nachgespielt waren, verkürzte Patrick Fischer auf 2:3. Fischer war es auch, der an der letzten Aktion des Spiels beteiligt war: Der spielende Co-Trainer des BV Lünen wurde im Strafraum des SCD zu Fall gebracht. Ein Pfiff von Schiedsrichter Okday Ünal blieb jedoch zum Unmut der Gäste aus.

„Der Schiedsrichter war nicht unbedingt auf unserer Seite. Wir kriegen etliche Karten, wo man sich schon fragt, warum. Aber deswegen verlieren wir das Spiel nicht“, war Marco Fischer um Diplomatie bemüht.

Der Coach der Geister bilanzierte: „Der Gegner spielt auf Zeit. Die bitten in Unterzahl um eine Trinkpause und bekommen die auch noch. Das ist schon clever. Da können wir noch von lernen. Da fehlt es uns einfach an Cleverness. Aber es ist noch früh in der Saison. Das ist das Gute. Die Punkte können wir uns noch zurückholen.“

BV Lünen: Koch, Kirchhoff (24. Fischer), Brand (53. Nitsch), Karanlik, Helmrich (24. Milcarek), Drees, Radoncic, Mlinski, Erling, Röll, Tareke (32. Kauschalek)

Tore: 1:0 Hassan (9.), 2:0 Valenti (11.), 2:1 Brand (46.), 3:1 Köse (90.), 3:2 Fischer (90+3.)